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Radwege, Krippenbau und ganz viel Corona

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Dörte Liebetruth (l.) in Völkersen.
Dörte Liebetruth (l.) in Völkersen. © hu

Langwedel – Auf ihrer Tour der Ideen radelte jetzt die hiesige SPD-Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth mehr als 30 Kilometer durch den Flecken Langwedel, begleitet von den Ratsmitgliedern Bernd Michallik und Udo Felke sowie Bürgermeister Andreas Brandt. Sie wollte erfahren, wo den Leuten der Schuh in der Corona-Pandemie drückt.

Zunächst ging es nach Nindorf, wo der Zustand des Radwegs an der Landesstraße bis Völkersen Thema war. Er weist diverse Schäden auf. Zudem sind die Bushaltestellen in Dahlbrügge und Völkersen abgesackt, sodass bereits Absperrbaken und Warnschilder aufgestellt werden mussten. Dörte Liebetruth erläuterte, dass der Landtag für 2019 eine Verdoppelung der Mittel für die Radwegsanierung entlang von Landesstraßen von fünf auf zehn Millionen Euro beschlossen und für 2020 in dieser Höhe gehalten habe. Im zweiten Corona-Nachtragshaushalt des Landes seien 20 Millionen Euro für den Radverkehr vorgesehen, darunter weitere fünf Millionen für die Sanierung von Radwegen 2020 und fünf Millionen für 2021. Das Anliegen der Radwegsanierung habe sie in ihrem roten Rucksack für den Landtag, so Liebetruth. Sie werde sich für die weitere Erhöhung der Mittel und für eine Ausbesserung der besonders bedürftigen Stellen wie an der Völkerser Bushaltestelle „Mühle“ einsetzen.

Auf dem Weg nach Völkersen erörterte Bürgermeister Andreas Brandt die Zielstellung des Feuerwehrbedarfplans, wonach die Ortsfeuerwehren Holtebüttel und Völkersen mittelfristig zusammengelegt werden sollen. Für ein geeignetes Feuerwehrhaus wird eine ausreichend große Fläche benötigt. Innerhalb der Ortslagen ist es aus seiner Sicht eher unwahrscheinlich, einen geeigneten Standort zu finden. Er begrüßt daher die geplante Bundesratsinitiative des Landes Niedersachsen, wonach der Bau von Feuerwehrhäusern zukünftig im Außenbereich privilegiert werden soll.

In Völkersen machte die Gruppe an der Grundschule Halt. Bürgermeister Brandt zeigte die Arbeiten für die Neugestaltung des Parkplatzes. Zukünftig werden dort 33 Parkplätze für die neue Krippe, die Grundschule, die Sporthalle und den Kindergarten zur Verfügung stehen. Auf dem hinteren Gelände werde mit Hochdruck an der neuen Krippe gearbeitet, die im Oktober mit 15 Plätzen den Betrieb aufnehmen soll. In dieses Projekt fließen 180 000 Euro Fördermittel des Landes. Nach Fertigstellung des Gebäudes werden aufgrund der starken Nachfrage noch 65 weitere Krippenplätze im Flecken Langwedel benötigt.

Nächstes Ziel war die Gaststätte von Tobias Grashoff. Im Gespräch mit ihm und später mit Axel Klenke ging es um die Situation von Saalbetrieben in Corona-Zeiten. Liebetruth wies auf Überbrückungshilfen des Bundes hin, für die über einen Steuerberater Anträge bis zum 31. August gestellt werden können. Für die Zeit ab September werde es ergänzende Liquiditätshilfen des Landes für Gastronomiebetriebe mit großen coronabedingten Umsatzeinbußen und ein Investitionsförderprogramm geben. Sowohl Grashoff als auch Klenke sprachen die Hoffnung aus, dass bald Feiern ohne Maske und Abstandhaltung möglich sind, wenn eine Gästeliste geführt wird. Zurzeit veranstaltet Tobias Grashoff seine Events noch im Biergarten, doch im Oktober dürfte die Witterung dafür nicht mehr gegeben sein. Seit fünf Monaten ruhe der Saalbetrieb. „Lange können wir die Durststrecke nicht mehr durchstehen“, machten beide Gastwirte deutlich. Liebetruth sagte zu, die Hinweise an die Landesregierung weiterzugeben.

Auf Anregung eines Bürgers, der die Ankündigung der diesjährigen „Tour der Ideen“ in dieser Zeitung gelesen hatte, überzeugte sich die Besuchergruppe auf der Weiterfahrt nach Langwedelermoor davon, dass der Verbindungsweg durch den Bruch mit dem Fahrrad sehr schlecht zu befahren ist. „Wir haben eine zu grobe Körnung aufgetragen“ so Andreas Brandt. „Bei der nächsten Instandhaltung werden wir feinkörniges Material verwenden.“

In Daverden ging es zum Fitnessstudio Lafit, wo Geschäftsführer Lars Rautenberg auf die Probleme seiner Branche aufmerksam machte. Auch dort wies Liebetruth auf mögliche Förderungsmöglichkeiten hin. Im „Bellini“ in Cluvenhagen wurde dann eine kleine Pause eingelegt, um dann weiter nach Etelsen zur Firma „Multiball“ zu fahren, wo man flippern, kickern, Billard spielen und darten kann. Auch dort war die wirtschaftliche Lage in Corona-Zeiten Thema.

Auf der Rückfahrt ging es zur großen Kreuzung in Daverden zwischen Haupt-, Feld- und Weserstraße. Für einen Kreisel reicht die Fläche nicht aus. Dörte Liebetruth erläuterte, dass die Landesstraße in Langwedel und Daverden 2021 saniert werden soll. Die für dieses Jahr geplante Vollampel an der Daverdener Kreuzung soll nun aufgrund der Verkehrsbehinderungen durch die Baustellen in Achim auch im nächsten Jahr installiert werden. Die derzeitigen Bauaktivitäten an der Kreuzung stünden im Zusammenhang mit dem Neubau der Paracelsus-Apotheke, so Andreas Brandt.

Zum Abschluss stand die Landtagsabgeordnete den Bürgern im Biergarten von Klenkes Gasthaus Rede und Antwort.  hu

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