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Projektgruppe Frieden holt Ausstellung der Welthungerhilfe an die Oberschule am Goldbach

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Von: Lisa Duncan

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Handelsrouten von (auch nicht essbaren) Waren sind nur ein Aspekt der Ausstellung, die die Projektgruppe Frieden aufgestellt hat. Beratend steht Derik Eicke, Fachlehrer und stellvertretender Schulleiter den Schülern zur Seite.
Handelsrouten von (auch nicht essbaren) Waren sind nur ein Aspekt der Ausstellung, die die Projektgruppe Frieden aufgestellt hat. Beratend steht Derik Eicke, Fachlehrer und stellvertretender Schulleiter den Schülern zur Seite. © Duncan

Langwedel – Alle Menschen haben ein Recht auf Nahrung. Aber die Realität ist eine andere: Während auf der einen Seite der Welt täglich tonnenweise Essen, das sich nicht mehr gewinnbringend vermarkten lässt, in der Mülltonne landet, müssen auf der anderen Seite der Welt Menschen hungern. Nach Angaben der Deutschen Welthungerhilfe betrifft dies jeden neunten Menschen weltweit.

Es sei gut, wenn Jugendliche diese Fakten kennen, findet die Neuntklässlerin Jo-Anna Hepperle, dann könnten sie sich gegen diese Ungerechtigkeiten einsetzen. Sie engagiert sich in ihrer Freizeit in der Projektgruppe Frieden der Oberschule am Goldbach. Gemeinsam hat die Projektgruppe nun eine Wanderausstellung der Welthungerhilfe „Schluss mit Hunger!“ für zweieinhalb Wochen an die Langwedeler Schule geholt und sie am Dienstag in der Aula aufgebaut.

Informationen von der Welthungerhilfe

Wer sich direkt bei der Welthungerhilfe umschauen möchte, der findet Material und Publikationen im Internet unter www.welthungerhilfe.de/aktuelles/publikation/detail/wanderausstellung-schluss-mit-hunger-roll-ups/

„Den Kindern in unserem Umfeld geht es gut, aber in vielen Ländern, zum Beispiel in Afrika, hungern sie“, weiß Rafael Hoffmeister, der auch nach Schulschluss in der Projektgruppe mitarbeitet. 150 Millionen Menschen, die weltweit Hunger leiden, seien auf die Hilfe der Industrienationen angewiesen, ergänzt Jo-Anna. Die Fotos, die in der Ausstellung gezeigt werden, stammen aus Uganda. Sie sind das Ergebnis einer Reise junger Preisträger eines Film- und Fotowettbewerbs der Welthungerhilfe. Derik Eicke, der die Projektgruppe beratend unterstützt, zeigt auf eine Weltkarte, auf der farblich markiert ist, in welchen Ländern die Menschen besonders durch Hungersnöte bedroht sind – und tatsächlich sind es viele afrikanische Staaten.

Geplant ist, allen Schülern der Oberschule die Wanderausstellung näher zu bringen, etwa durch Führungen mit Lehrern und Vertiefung der Inhalte im Unterricht. Besonders für die Fünftklässler sei eine Einordnung wichtig. „Das passt zu den Fächern Politik, Erdkunde sowie Werte und Normen“, sagt Derik Eicke. Wer in den Pausen schon die Gelegenheit genutzt hatte, die Aufsteller anzuschauen, fand sie ansprechend gestaltet – „schön bunt“, berichtet Jo-Anna Hepperle.

Neben dem Recht auf Nahrung und Nahrungssicherheit geht es in der Schau unter anderem um Mädchenrechte und den Zugang zu sauberem Wasser. „Wir kaufen hier selbstverständlich Erdnüsse und Avocados, aber die Felder zu bewirtschaften, kostet Trinkwasser und das ist in den Anbauländern oft knapp“, sagt Eicke. Auch das Problem, dass Firmen sich Wasserrechte sichern und den kostenlosen Zugang zu Trinkwasser kappen, wird laut Eicke kurz angerissen.

Die Wanderausstellung ist nur eines der Projekte, mit denen sich die Gruppe aktuell beschäftigt. So kümmern sich die Schüler seit drei Jahren um ein Grab für Zwangsarbeiterkinder auf dem Daverdener Friedhof (wir berichteten). Sie wollen die Geschichte der Verstorbenen – Stichwort: Gedenkkultur – mithilfe der Deutschen Kriegsgräberfürsorge noch weiter aufbereiten. Ein Vereinsvertreter soll im Februar die Schule besuchen, erzählt Jo-Anna. Laut Derik Eicke ist das Projekt auf mindestens 20 Jahre mit wechselnder Schülerkonstellation ausgerichtet. Jüngere Schüler hinzuzuholen sei aber „mit Corona nicht so einfach, weil wir Kohorten bilden müssen“.

Vor Weihnachten besuchten die Neuntklässler eine Ausstellung über Kolonialismus im Bremer Überseemuseum. Mit dem Verein „Der Elefant Bremen“ stehen die Schüler im Gespräch, um das Kellergewölbe unter dem bekannten Elefantendenkmal in der Hansestadt zu besichtigen, das nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Viel zu tun also bei den wöchentlichen Treffen montags nach der Schule. „Es macht Spaß, sich zu engagieren“, sagt Jo-Anna, und Rafael ergänzt, es sei interessant zu erfahren, wie Menschen in anderen Ländern leben. Das läuft ganz anders ab als im Unterricht, denn: „Ich berate die Gruppe, sie machen das aber selbstständig“, erklärt Eicke. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe also, die die Schüler offenbar motiviert. „Ohne Herrn Eicke könnten wir das aber alles nicht machen“, so Rafael Hoffmeister.

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