Ortstermin mit Abgeordneter

„Ist bekannt, dass der Radweg saniert werden müsste“

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Der Radweg zwischen Cluvenhagen und Etelsen bröselt an den Rändern zur Marsch weg.

Cluvenhagen - Johann Krüger denkt gar nicht daran, Ruhe zu geben. „Man muss immer dran bleiben“, sagt der Cluvenhagener, dem der katastrophale Zustand des Radweges zwischen Daverden und Etelsen, vor allem zwischen Cluvenhagen und Etelsen, ein Dorn im Auge ist. Wie vor einiger Zeit hier exklusiv berichtet. Gestern nun kam die SPD-Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth zum Ortstermin.

Besagter Radweg liegt an einer Landesstraße. Damit ist für die Instandhaltung nicht die Gemeinde, nicht der Landkreis Verden sondern das Land Niedersachsen zuständig, bzw. die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Die hat sogar eine Geschäftsstelle in Verden – und ist für den Erhalt von 550 Kilometern Radweg an Landesstraßen zuständig. Nicht nur im Landkreis Verden, sondern auch im Heidekreis und Celle sowie Teilen der Landkreise Osterholz, Rotenburg und Lüneburg. „Die Behörde überprüft in wöchentlichen Kontrollen den Zustand der Straßen und Radwege“,berichtet Liebetruth in Cluvenhagen von einem Gespräch mit Gisela Schütt, der Leiterin des Geschäftsbereichs Verden der Landesbehörde.

Dort sei es bekannt, dass der Radweg an der Landesstraße 158 zwischen Etelsen, Cluvenhagen und Daverden dringend saniert werden müsste, so Liebetruth. Nur, das gelte auch für andere Radwege an Landesstraße im Kreis Verden: an der L203 zwischen Thedinghausen und Morsum, zwischen Hönisch und Blender, an der L 168 zwischen Bassen und Otterberg-Bahnhof und an der L 131 zwischen Riede und Kreisgrenze.

Dörte Liebetruth, Johann Krüger und Andreas Brandt – das Problem ist erkannt. Aber noch nicht gelöst.

In der Regel wird punktuell geflickt, es werden Warnschilder aufgestellt. Geht ein Radfahrer über Kopf, ist der schlechte Zustand des Radwegs verantwortlich, wer haftet dann eigentlich? „Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr“, kommt es prompt von Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt.

Maximal 40.0000 Euro hat der Geschäftsbereich Verden pro Jahr für die Radwege zur Verfügung, für einen Kilometer sanierten Radweg rechnet man 60.000 bis 80.000 Euro, macht vier bis fünf Kilometer Radweg im Jahr. Bei, wie oben erwähnt, 550 Kilometern im Zuständigkeitsbereich. „Das ist ein grundsätzliches Problem. Es gibt einfach viel zu wenig Landesmittel“, befand Andreas Brandt.

Hinweis auf Koalitionsvertrag

Für Dörte Liebetruth die passende Gelegenheit, auf den Koalitionsvertrag der rot-schwarzen Landesregierung in Hannover hinzuweisen. Da steht nachzulesen: „Für den Erhalt, die Sanierung und die Verbesserung der regionalen Fahrradinfrakstruktur....sollen zusätzliche Mittel bereitgestellt werden. Wir wollen den Ausbau entlang von Bundes- und Landesstraßen fortsetzen und Radschnellwege schaffen.“ Klingt doch gut. „Völlig klar das hier nicht in fünf Minuten was passiert“, sagt Johann Krüger. Wann sich in zwischen Daverden und Etelsen konkret etwas tut, kann Dörte Liebetruth natürlich nicht sagen. „Ich bin erst seit 15. November im Landtag. Aber ich werde mich kümmern“, verspricht sie.

Und meint noch, dass da aber ein verdammt dickes Brett zu bohren sei, bis man am Ziel ist. Gisela Schütt von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat der Landtagsabgeordneten nämlich auch gesagt, dass zuwenig Geld nicht das einzige Manko ist. Fehlende Planungskapazitäten seien auch ein Problem, gibt Liebetruth aus dem Gespräch mit Schütt wieder. Nach deren Aussage müsse der Fokus der Landesbehörde derzeit auf Brücken und Autobahnen liegen. 

jw

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