Premiere des Theatervereins „Völk‘ser Platt“ provoziert Lacher

Muffschuppen wird zum Seniorenpuff

+
Mithilfe der „Neuen“ lehnen sich die Alten gegen die rigorose Heimleitung auf, hier Linda Strepkowski, Erika Schorling, Stefanie Bokeloh-Brischke, Uwe Behrmann und Reinhard Körte (v.l.). Nicht im Bild: Andreas Noltemeyer und Jana Wöhler.

Völkersen - Von Wiebke Bruns. In Walle proben die Senioren den Aufstand.Jedoch nur auf der Bühne des „Waller Dörpshus“, wo der Theaterverein „Völk’ser Platt“ am Freitagabend mit seinem Stück „Pension Sünnschien“ eine gelungene Premiere feierte. Das Publikum hatte jede Menge Spaß, ganz im Gegensatz zu den Bewohnern der Seniorenpension.

Nachdem eine Mitbewohnerin verstorben ist, zieht Elfie Wohlsen ein. Linda Strepkoswski mimt sehr überzeugend die frisch aus dem Gefängnis entlassene Millionenerbin. „Ich hab’ meine Schwächen auf zwei Backen abgesessen“, schockt sie erst ihre Vermieter, dann die Mitbewohner. Doch die Rentner erkennen schnell, dass die Neue das Herz am rechten Fleck hat und im Gegensatz zu den Pensionsbetreibern alles andere als knausrig ist.

Die Einrichtung ist heruntergekommen, zum Nachmittagstee gibt es alte Kekse und wehe ein Rentner betritt den Gemeinschaftsraum zu früh, dann brüllt der cholerische Hausherr Otto Salm sofort los. Andreas Noltemeyer lässt dabei mit seiner kräftigen Stimme fast die Zuschauer erstarren. Zur Diplomatie mahnt seine raffinierte Ehefrau Ida (Jana Wöhler).

Theaterpremiere Völkser Platt in Verden-Walle

Elfie Wohlsen bringt nicht nur mit ihrer kodderigen Schnauze frischen Wind in die Pension. Statt Hagebuttentee gibt es Hochprozentiges und Hochglanzlektüre. Das Publikum brüllt fast vor Lachen. Ihr Plan: der Muffschuppen wird zum Seniorenpuff.

„Wir müssen zusammenhalten wie im Knast und uns nicht schikanieren lassen“, motiviert sie die Rentnergang und gemeinsam proben sie den Aufstand gegen den „wilden Otto und die Salmonellsche“ wie sie die Vermieter nennen.

Regisseur Jörg Meyer hat den Dreiakter von Karl Wittlinger mit den insgesamt sieben Darstellern eingeübt. Stefanie Bokeloh-Brischke, Erika Schorling, Uwe Behrmann und Reinhard Körte verkörpern super die Bewohner mit ihren unterschiedlichen Charakteren und alle zusammen sorgen für schallendes Gelächter im Saal. Übersetzt ins Plattdeutsche wurde das Stück von Hartmut Cyriacks und Peter Nissen.

Fast alle der insgesamt elf Vorstellungen sind ausverkauft. Restkarten gibt es nur noch für die Mittwochsvorstellungen (3., 10. und 17. Februar). Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Die Karten sind erhältlich beim Vorsitzenden des Vereins Reinhard Körte. Anfragen unter Telefon 04232/1342.

Mehr zum Thema:

Onigiri: die japanische Pausenstulle für unterwegs

Onigiri: die japanische Pausenstulle für unterwegs

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Meistgelesene Artikel

Naturschutz und persönliche Erinnerung verknüpft

Naturschutz und persönliche Erinnerung verknüpft

„Achim ist jetzt Teil der Coca-Cola-Familie“

„Achim ist jetzt Teil der Coca-Cola-Familie“

Schwerer Unfall in Bassen: Frau stirbt

Schwerer Unfall in Bassen: Frau stirbt

Mit 2,24 Promille in einen Vorgarten

Mit 2,24 Promille in einen Vorgarten

Kommentare