Zwei langjährige Mitglieder: Charlotte Rosebrock-Wienczien und Siegfried Schmidt

Posaunenchor Daverden steuert 100-Jähriges an

100 Jahre alt wird der Posaunenchor Daverden. Charlotte Rosebrock-Wienczien (Mitte vorn) und Siegfried Schmidt (3.v.li.) sind seit 30 Jahren dabei.
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100 Jahre alt wird der Posaunenchor Daverden. Charlotte Rosebrock-Wienczien (Mitte vorn) und Siegfried Schmidt (3.v.li.) sind seit 30 Jahren dabei.

Daverden – Im nächsten Jahr besteht der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Daverden seit 100 Jahren. Er wurde 1922 gegründet unter dem Leitsatz „Gott zur Ehre, seinen Mitgliedern und der Gemeinde zur Erbauung und Freude“. Gründer waren der damalige Kirchendiener Johann Ahrend Cordes und der Schneidermeister Dietrich Freese aus Etelsen und der Tischlermeister August Schröder. Über viele Jahre war der Daverdener Hauptlehrer Heinrich Kregel der Leiter des Posaunenchors. Nach Unterbrechung in den Kriegsjahren wurde 1950 ein Neubeginn gewagt. Musikalischer Leiter war bis 1963 Friedel Neermann. Ihm folgte das langjährige Mitglied Gustav Buttkus und ab 1974 Berend Meyer. Heute leitet Heidi Schmidt die Gruppe.

Am vergangenen Sonntag, dem 2. Advent, hatte der Posaunenchor seinen traditionellen Auftritt in der Kirche St. Sigismund. Eigentlich hätte man beim Daverdener Weihnachtsmarkt sowohl in der Kirche als auch nachmittags auf dem Marktgelände einen Auftritt haben sollen. Den Markt gibt es in diesem Jahr leider nicht. Aber den Adventsgottesdienst, der noch ein Stück feierlicher wurde, als zwei Mitglieder des Posaunenchors für eine 30-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden.

Chorleiterin Heidi Schmidt erinnerte daran, dass in den vergangenen Jahren immer wieder Bläserinnen und Bläser für ihre lange Treue geehrt wurden. Am Sonntag waren es Charlotte Rosebrock-Wienczien und Siegfried Schmidt. Seit 1991 gehören beide dem Posaunenchor an. „30 Jahre im Chor sind schon eine lange Zeit“, fand Heidi Schmidt, bevor sie auf die beiden Geehrten zu sprechen kam.

Als die Tochter von Charlotte Rosebrock-Wienczien 1989 anfing, Trompete spielen zu lernen und diese jede Woche zum Unterricht gefahren werden musste, begegnete Rosebrock-Wienczien regelmäßig Siegfried Schmidt, der wiederum jede Woche seinen Sohn Thilo zum Unterricht bei Axel Gerken brachte.

Beide Elternpaare begleiteten die Kinder zu Veranstaltungen wie dem Kreisposaunenfest, dem Landesposaunenfest und oder dem Musizieren in sozialen Einrichtungen.

Irgendwann fragte Chorleiter Berend Meyer, ob die Beiden denn nicht auch ein Instrument spielen wollten. Charlotte Rosebrock-Wienczien und Siegfried Schmidt ließen sich überzeugen und von Axel Gerken, der damals die Jungbläser ausbildete, unterrichten.

Charlotte Rosebrock-Wienczin hatte den Vorteil, dass sie als Jugendliche das Klavierspielen gelernt hatte und sich daher mit Noten und Co gut auskannte. Eine Trompete hatte sie sich bereits als junge Frau gekauft, da sie schon damals gern in einem Posaunenchor mitspielen wollte. Dazu kam es damals nicht, aber ihre Tochter blieb dabei und spielt heute die Trompete.

Allerdings war im Posaunenchor das Tenorhorn frei – und seitdem spielt Charlotte Rosebrock-Wienczien die Tenorstimme. „Und das sehr sicher, mit viel Gefühl“, attestiert ihre Chorleiterin. „Sie ist eine große Stütze bei allen Einsätzen“, lobte Heidi Schmidt.

Ihr Ehemann Siegfried Schmidt wagte sich ohne musikalische Vorkenntnisse an die Trompete. Zunächst durchaus skeptisch, aber der Ehrgeiz packte ihn und schon bald konnte er auch im großen Chor erste Choräle mitblasen. „Siegfried spielt mit viel Freude die Trompete und lässt kaum eine Probe oder einen Spieleinsatz aus“, lobte ihn seine Ehefrau, die sich auch dankbar für die organisatorischen Talente ihres Mannes zeigte.

Gemeinsam mit Pastor Lars Quittkat überreichte Heidi Schmidt den beiden Geehrten eine goldene Anstecknadeln und eine Urkunde. „Wohl den Menschen, die Dich für ihre Stärken halten und von Herzen Dir nachwandern. Denn Gott, der Herr, ist Sonne und Schild, der Herr gibt Gnade und Ehre“ steht auf der Dankesurkunde für 30 Jahre Dienst im Posaunenchor, ausgestellt von der Landespastorin für Posaunenchorarbeit, Marianne Gorka aus Hildesheim.

Der Daverdener Posaunenchor hat aktuell 13 Mitgliedern unterschiedlichen Alters. Es gibt sieben Trompeten, vier Tenorhörner und eine Tuba. Das Spielen eines Blechinstruments im Posaunenchor war lange Zeit eine Domäne der Männer, in den letzten Jahren haben aber immer mehr Frauen die Trompeten und Hörner für sich entdeckt und sind aus dem Posaunenchor nicht mehr wegzudenken.

Die Musikerinnen und Musiker spielen hauptsächlich als Begleitung von Chorälen in Gottesdiensten, bei besonderen Anlässen, aber auch außerhalb der Kirchenmauern. In der Adventszeit wird in verschiedenen sozialen Einrichtungen gespielt, am Pfingstmontag gemeinsam mit anderen Chören am Intscheder Hafen und Himmelfahrt auf der Freilichtbühne Daverden.

Natürlich geht es auch zu den jährlichen Kreisposaunenfesten und den Landesposaunenfesten. Wenn nicht gerade Corona ist.

Das Repertoire umfasst sowohl kirchliche als auch klassische, volkstümliche und moderne Musik. „Über Verstärkung durch Bläser, die schon ein Instrument spielen, würden wir uns freuen“, so Heidi Schmidt.  whu

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