Ortsrat stimmt zu

Pflege und Servicewohnungen auf Mack- und Netto-Gelände geplant

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Mit diesem Entwurf stellte Architekt Norbert Behrens am Donnerstagabend im Langwedeler Ortsrat die mögliche Ansicht der neuen Pflegeeinrichtung von der Großen Straße auf dem Gelände der heutigen Druckerei Mack vor.

Langwedel - Es kommt wahrlich nicht oft vor, dass der Ortsrat Langwedel vom kleinen Besprechungsraum in den großen Ratssaal umziehen muss, weil so viele interessierte Bürger kommen. So geschehen am Donnerstagabend. Da standen der mögliche DEA-Bohrplatz in Nindorf sowie der Bebauungsplan „Auf dem Sandberg“ auf der Tagesordnung. Mit dem Plan wird entschieden, wie es mit dem Gelände und Gebäuden der Druckerei Mack und dem Netto-Gelände nebenan weitergeht.

Das Druckereigelände ist schon länger verkauft. Die Specht Gruppe aus Bremen möchte hier eine Altenpflegeeinrichtung und in Mehrfamilienhäusern Servicewohnungen bauen. Die Bremer haben nun auch das Netto-Grundstück nebenan gekauft, das ganze Projekt neu geplant – und anschließend die Änderung des Bebauungsplans „Auf dem Sandberg“ beantragt – von Gewerbegebiet in Mischgebiet.

Um zu erklären, wer man überhaupt ist und was man vor Ort plant, waren Specht-Geschäftsführer Frank Markus und Architekt Norbert Behrens, Chef der Planungsgemeinschaft Nord (PGN) nach Langwedel gekommen. „Wir haben in vielen Gesprächen schon gespürt: Das alte Mack-Gebäude ist für die Langwedeler mehr oder weniger sakrosankt“, so Markus. Eben weil den Langwedeler so heilig, habe man am Komplex lange geplant, auch umgeplant und wolle prägende Stilelemente der alten Fabrik für den Neubau übernehmen. „Ich denke, wie haben eine gute Synthese aus alt und neu gefunden.“

„Möglicherweise“, so Planer Norbert Behrens, könne man das alte Gebäude nicht erhalten. Damit ließ er aber – im Gegensatz zur Beratungsvorlage der Gemeindeverwaltung – noch die theoretische Möglichkeit offen, das alte Gebäude in den Neubau zu integrieren. In der Vorlage steht der Abriss quasi schon fest. Man müsse allerdings auch die energetischen Bedingungen und den Brandschutz beachten, so Behrens. In beiden Bereichen würde das alte Haus den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Auf jeden Fall wolle und werde man prüfen, was sich vom Altbau noch erhalten lasse. Allerdings böte sich die Möglichkeit, nach einem Abriss, das Gebäude absolut originalgetreu wieder aufzubauen, dazu sei die Specht Gruppe auch absolut bereit.

Nach der derzeitigen Planung soll auf den beiden Grundstücken in U-Form die Pflegeeinrichtung entstehen.

Aktuell sehen die Planungen vorn an der Großen Straße eine Cafeteria und ein Restaurant vor, die auch von der Öffentlichkeit genutzt werden können. „Das wird durchaus angenommen“, sagte Markus zu Erfahrungen an anderen Standorten.

Dahinter soll in U-Form die Pflegeeinrichtung entstehen, mit einigem Grün drumherum. Etwa dort, wo sich jetzt noch der Netto-Markt befindet, plant man ein Mehrfamilienhaus mit Servicewohnungen. Ein weiteres solches Gebäude könnte später auch an der Straße Auf dem Sandberg gebaut werden, wo sich aktuell noch das Lager der Druckerei befindet.

Zwecks Diskussion und für Nachfragen wurde die Sitzung unterbrochen. Rolf Göbbert und Alt-Ortsbürgermeisterin Sigrid Ernst sprachen sich leidenschaftlich für einen Erhalt des alten Mack-Gebäudes aus. Das Gebäude sei für die Geschichte Langwedels von immensem Wert, so Ernst. Bei einem Abriss gelte: „Langwedel wird sein Gesicht verlieren. Ein Wiederaufbau ist nicht das Gleiche wie ein Erhalt.“

ibs Fachschule geht Ende 2019

Im Moment befindet sich im Altbau noch die ibs Fachschule für Altenpflege. „Wir haben die Kündigung für Ende 2019 erhalten“, so ibs-Geschäftsführerin Gudrun Schemel, die auch ins Rathaus gekommen war. „Wir haben uns mehr oder weniger mit unserem Schicksal abgefunden.“ Und das scheint einen Verbleib im Flecken unmöglich zu machen. In Langwedel habe man nichts gefunden, dehne nun die Suche auf den ganzen Landkreis aus. „Es wird wohl eher in Richtung Bremen gehen.“ Dabei hat es ein Angebot gegeben, die Altenpflegeschule in einem Neubau auf dem Mack-Gelände unterzubringen. Allerdings erzielte man bei der Miete keine Einigung, wie beide Seiten am Donnerstag erklärten.

„Für's Protokoll: Wir wollen, das alle Möglichkeiten zum Erhalt des alten Gebäudes geprüft werden. Wenn das nicht möglich ist, muss so wieder aufgebaut werden, dass wir beim Vorbeifahren keinen Unterschied erkennen“, erklärte Bürgermeister Marco Behrmann vor der Abstimmung. Der Ortsrat Langwedel plädierte dann einstimmig für eine Änderung des Bebauungsplanes.

Darüber diskutiert am Mittwoch, 19. September, noch einmal der Bauausschuss (ab 18 Uhr im Rathaus), bevor der Gemeinderat am 27. September (19 Uhr) entscheidet. 

jw

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