Satirischer Streifzug durch Religionen

Pago Balke verspricht allen eine Erleuchtung

Mit einem Fitnesstest in Religionsfragen startete Pago Balke und musste feststellen, dass seine Gäste viele befremdlich wirkende Aussagen aus Bibel oder Koran nicht sicher zuordnen konnten.
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Mit einem Fitnesstest in Religionsfragen startete Pago Balke und musste feststellen, dass seine Gäste viele befremdlich wirkende Aussagen aus Bibel oder Koran nicht sicher zuordnen konnten.

Langwedel - „Sie werden Erleuchtung erfahren“, verspricht Pago Balke zu Beginn seines kabarettistischen Streifzugs durch die Wunderwelt des Glaubens im ausverkauften Langwedeler Rathaussaal. Der Bremer Künstler gastierte dort mit seinem Programm „unglaublich“.

Begleitet wurde Schauspieler Balke von seinem kongenialen Partner Gerhard Stengert an der Marimba und Perkussion.

Die Aufführung bildete den Jahresabschluss einer ganzen Reihe vielfältiger Veranstaltungen, die der Langwedeler Kulturverein auf die Beine gestellt hat.

Ohne am jeweiligen Bekenntnis seiner Zuschauer rütteln zu wollen, offenbart Pago Balke schonungslos befremdliche Glaubenspostulate im Namen der Weltreligionen.

Er spielt gekonnt sich selbst oder aber schlüpfte in verschiedene Rollen: Als schwäbischer Psychoanalytiker Prof. Dr. i. R. Häberle zum Beispiel kommt er nach exaktem Studium der Heiligen Schrift unweigerlich zu dem Ergebnis, dass Jesus ein religiöser Fanatiker gewesen sein musste.

Keine Konfession bleibt verschont

Akzentvoll zitiert er aus den Büchern Lukas und Matthäus und diagnostiziert den Hang zu Halluzination und Größenwahn sowie Aufrufe zu Gewalt und Selbstverstümmelung.

„Würden wir die Worte der Bergpredigt ernst nehmen, bestände das Publikum zur Hälfte aus Zyklopen“, erklärt dieser Professor.

Als Schwester Lukretia mit Überbiss und im klösterlichen Habit zweifelt Pago Balke an der angeblichen Vielzahl des „sanctum praeputium“, der heiligen Vorhaut: Im Mittelalter hätten 16 europäische Kirchen von sich behauptet, im Besitz der Reliquie zu sein.

Unglaubliche Geschichten präsentierte Balke als Schwester Lukretia und suchte darin Antworten auf die Frage, ob wir eigentllich wissen, was wir da glauben.

„Die Hinduisten kennen Gottheiten mit zehn Armen, aber der Erlöser mit so vielen Dingern?“, fragt die Nonne. „Was will man damit – und gerade der Jesus?!“

Weitere Protagonisten waren Papst Benedikt XIV, ein Pilgerfahrer oder der orientalische Händler, der mit seinem orthopädischen Gebetsteppich auch für Allah-Allergiker eine Lösung vorhält. Bibel- und koransicher verschont der Schauspieler in dieser Weise keine Glaubensrichtung.

Virtuos liefert Gerhard Stengert klangvolle Überleitungen oder begleitet Balkes Liedbeiträge mit Percussion. Lauten Beifall erntet der 62-Jährige mit seinem Son „Onanie ist Sex mit einem, den man wirklich liebt“ und der abschließenden Erkenntnis, dass ein lustvolles Leben lustiger sein kann.

Erleuchtung erfahren die Gäste spätestens, nachdem das Licht im abgedunkelten Rathaussaal wieder eingeschaltet wird. Bis dahin haben sie zumindest einen abwechslungsreichen und sehr unterhaltsamen Abend erlebt. 

sch

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