Erkundung und Erklärungen mit dem NABU 

Osterwaldspaziergang am Urstromtal mit Herbert Feder

+
Der Osterspaziergang längs am Urstromtal der Weser mit Herbert Feder startete an der Daverdener Freilichtbühne, endete in den Sanddünen des Cluvenhagener Sees – und überall hatte der NABU-Mann eine Menge zu erzählen.

Daverden - Sich an den Feiertagen, vielleicht nach viel gutem Essen, mal richtig auslüften, einen feinen Osterspaziergang machen, das ist vor allem bei schönem Wetter sehr beliebt. Und obwohl es am Ostermontag dann doch eher kühl und ungemütlich war, ging Herbert Feder mit einer größeren Gruppe los. Aber der Leiter der NABU-Ortsgruppe Langwedel hatte ja auch zum Waldspaziergang am Urstromtal der Weser eingeladen.

Vom Treffpunkt aus, der Freilichtbühne Daverden, ging es die Stufen hinab zur Alten Aller. Dort erklärte Herbert Feder, was der Wald eigentlich ist, nämlich ein geschlossenes System im Kreislauf der Natur. Die ist im Moment allerdings wegen der kühlen Witterung noch etwas zurück.

Daher sind die Bäume nur leicht begrünt, sodass noch viel Licht ins Unterholz kommt. In diesem Zusammenhang erläuterte Feder auch die Waldschichten, mit der ersten und der zweiten Baumschicht sowie der Strauchschicht darunter.

In der Krautschicht blühten die Frühblüher wie Krokusse, Schneeglöckchen, gelbe Winterlinge und der Gundermann. Diese Frühblüher nutzen eine Nische für sich aus und blühen, wenn die Bäume noch keine Blätter gebildet haben und das Tageslicht bis auf den Boden kommt.

Zum gesunden Wald gehören Sträucher und Kräuter, Moore und Pilze. In Germanenzeiten hat es viele Eibenwälder gegeben, heute sieht man bei uns vor allem Eichen und Buchen. „Alle Pflanzen ergänzen sich gegenseitig.“

Weiter ging es längs der Alten Aller, und immer wieder blieb die Gruppe stehen und lauschte den Vogelstimmen.

Die markanten Rufe des Zilpzalp waren ebenso zu hören wie die der Kohlmeise oder des Kleibers, aber auch der Zaunkönig, Deutschlands kleinsten Vogel, erkannte Herbert Feder. Selbst Turmfalken hat er schon gesehen. Für den Kuckuck sei es noch zu früh und auch die Nachtigall ist auch noch nicht wieder da, so Feder.

Die Ringeltauben ziehen nur jeweils zwei Jungtiere auf, führte er aus. Waldohreulen, die Mönchsgrasmücke und Elstern sind ebenfalls im Daverdener Holz anzutreffen.

Er zeigte den Wanderern einen Uferstreifen, der eingezäunt ist und vom NABU angelegt wurde. Wiesenschaumkraut sahen die Frühwanderer ebenfalls und ein Buchfinkennest aus dem vergangenen Jahr.

Fichten sind in unserer Gegend eigentlich standortfremd, erläuterte Herbert Feder. Trotzdem werden sie immer wieder gepflanzt. Der NABU-Mann wies er auch auf eine Schonung unterhalb des „Waldschlößchen“ hin, wo junge Buchen angepflanzt wurden, und auch Eschen und Feldahorn können dort gedeihen.

Übrigens ist sogar ein „Löwe“ in unseren Wäldern zuhause. Allerdings nicht als Tier. Der Begriff „L-ö-w-e“ steht für „langfristige ökologische Waldentwicklungsplanung“, die den Mischwald fördern soll, so die Erläuterung von Herbert Feder.

In der Nähe der ehemaligen Fischerhütte in Cluvenhagen hat sich die Landschaft verändert. Auf Sandböden gedeihen Lärchen, Birken, Buchen und Douglasie. In der Ferne sah man eine Schlehenhecke blühen.

Feder wies auch auf eine am Schullandheim wild wuchernde Pflanze hin: den japanischen Knöterich, der sich dort ausbreitet. Feder holte für eine kleine Lehrstunde noch ein paar Sachen aus seinem Rucksack: etwa das Ei einer Singdrossel, Schafswolle und auch die Wolle eines Wolfes. Aber die kam nicht aus dem Daverdener Wald – sondern aus dem Wolfscenter in Dörverden.

Auf dem weiteren Weg zum Schlusspunkt der Wanderung, dem Baggersee in Cluvenhagen, zeigte er noch, wie ein Wald aus Sicht der Naturschützer nicht aufgeforstet werden sollte: als Monokultur. Hier habe es in den 1980-er Jahren Fehlentwicklungen gegeben.

Im sandigen Dünengebiet am Baggersee nun wachsen besondere Pflanzen, Silbergras, die Sandegge und das Hungerblümchen. An Tieren gibt es hier alle Sandbienen, Sandwespen, Erdhummeln, Sandlaufkäfer und Ameisenlöwen.

Die Sonne strahlte am Ende dieses besonderen Osterspaziergangs vom Himmel, die Wanderer genossen eine Stille, die es im Sommer wohl sich nicht geben wird, wenn wieder Heerscharen den See für sich in Anspruch nehmen – und dann dort jede Menge Müll hinterlassen, so ist es zu befürchten. 

hu

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Werder-Abschlusstraining

Werder-Abschlusstraining

Ärztin muss wegen Abtreibungswerbung Geldstrafe zahlen

Ärztin muss wegen Abtreibungswerbung Geldstrafe zahlen

Simbabwes neuer Präsident will die Wirtschaft ankurbeln

Simbabwes neuer Präsident will die Wirtschaft ankurbeln

Wow! Mats Hummels und Cathy zeigen ihre Villa - und jeder kann dort Urlaub machen

Wow! Mats Hummels und Cathy zeigen ihre Villa - und jeder kann dort Urlaub machen

Meistgelesene Artikel

Rüstzeug für den Arbeitsplatz in Deutschland

Rüstzeug für den Arbeitsplatz in Deutschland

Grundsteinlegung für die Janusz-Korczak-Schule

Grundsteinlegung für die Janusz-Korczak-Schule

Der rote Rucksack ist im Landtag angekommen

Der rote Rucksack ist im Landtag angekommen

Viele Zaungäste an der Edeka-Baustelle

Viele Zaungäste an der Edeka-Baustelle

Kommentare