Verkehrsführung findet keinen Anklang

Ortsrat Etelsen lehnt „Berkels Ost“ ab

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Ziehen da mit der Ablehnung im Ortsrat Etelsen dunkle Wolken über dem geplanten großen Neubaugebiet auf? Egal wo – bislang waren alle Gremien der Gemeinde für das Vorhaben – bis zur jüngsten Sitzung des Ortsrates Etelsen.

Etelsen - Was den einen sehr gefällt, muss den anderen längst nicht angenehm sein. Ein gutes Beispiel dafür ist das geplante große neue Baugebiet „Berkels-Ost“ in Etelsen, wie am Donnerstagabend auf der öffentlichen Sitzung des Ortsrates Etelsen im Gasthaus Wätjen deutlich wurde.

87 Grundstücke, die allermeisten um die 800m² groß, will die Gesellschaft für wirtschaftliches Bauen (GWB) aus Bremen hier vermarkten. Möglich sind nur Einfamilienhäuser oder Doppelhäuser. Anfragen gab es, sofort nachdem die ersten Planungen öffentlich wurden, so Gerd Lüken von der GWB nach der Sitzung des Ortsrates.

Der diskutierte jetzt die von der GWB eingereichten Planungsunterlagen, die zahlreiche Fragen beantworten sollten. Im Februar 2016 hatte der Gemeinderat dem Unternehmen einen ganzen Aufgabenkatalog mit auf den Weg gegeben: Wo bleibt das Regenwasser ab? Wie sieht es mit dem Eingriff in Natur und Landschaft aus?, wollte man unter anderem wissen.

Ein Grundstück für eine weitere Kindertagesstätte in Etelsen wollte man auch gern ausgewiesen haben – und dazu dann einen Bebauungsplanentwurf und ein Erschließungskonzept.

Erschließungskonzept ohne Mehrheit

Letzteres stieß dann im Ortsrat auf keine große Gegenliebe. Das Konzept sieht vor, das Baugebiet durch zwei 6,50 Meter breite Straßen von der Straße Zum Berkelsmoor her zu erschließen. Im Gebiet gibt es quasi noch eine weitere Straße mit Wendehammer. Außerdem will die GWB die Berkelsstraße ein Stück weit ausbauen. Eine Straße aus bzw. ins Baugebiet soll es auch von der Mühlenstraße aus geben.

„Genau da, wo der Kindergarten sitzt. Das ist für mich ein großes Problem“, meinte Wolfgang Ewert (SPD). Außerdem seit der Schleichverkehr durchs Wohngebiet in Richtung Posthausen und Dodenhof jetzt schon erheblich. Und der würde mit der geplanten Straßenführung noch weiter zunehmen, ebenso in Richtung Langwedel und Daverden – über den Berkels, Lindholz und Cluvenhagen.

Mit einer Verkehrsführung über die Berkelsstraße und die Mühlenstraße – damit konnte man sich nicht anfreunden. Der Ortsrat lehnte mit drei Enthaltungen und sonst nur Gegenstimmen das Erschließungskonzept und den Planentwurf ab.

Gemeinderat entscheidet letztlich

Das hat allerdings nur empfehlende Wirkung, genau wie die Abstimmung im Bauausschuss (am 29. Mai). Ob der Bebauungsplan „Berkels-Ost“ auf den Weg gebracht wird, entscheidet am 20. Juni der Gemeinderat. Ein neues Erschließungskonzept sei bis dahin auch nicht zu bewerkstelligen, so die Auskunft von Bauamtsleiter Frank Bethge auf Nachfrage von Lars-Hendrik Haase (SPD).

In den vorgelegten Planungen, die im Übrigen alle 2016 von der Gemeinde gestellten Bedingungen erfüllen, stecken rund zwei Jahre Arbeit, etliche Gutachten – und schließlich auch Geld.

„Hier geht es um rund 90 Wohneinheiten“, hatte Frank Bethge dem Ortsrat noch in der Sitzung erklärt. Bei so vielen Häuser rechne man damit, dass etwa 270 Menschen hier wohnen werden. Und der Flecken Langwedel sei auch auf Familien mit Kindern angewiesen, um seine Infrastruktur – sprich Kindergärten, Grundschule und Oberschule – weiter gut nutzen zu können. 

Allein die Nachfrage nach Krippenplätzen habe man unterschätzt, hier werden man nachlegen müssen. Kindergärten und Schulen könnten neue Kinder problemlos aufnehmen, so Bürgermeister Andreas Brandt. „Die Grundschule Etelsen war früher mal vierzügig. Heute ist sie nur noch dreizügig.“

jw

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