Ortseingang sieht wenig einladend aus / Nur geringer Aufwand nötig

Etelsens „Entree“ braucht dringend neuen Anstrich

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Hier vereinen sich die Zufahrt zu dem ehemaligen Parkplatz und der Radweg – ein Blick auf Vernachlässigung und Ungepflegtheit.

Etelsen - Von Wilhelm Ostmann. Das Entree ist die Visitenkarte eines jeden Hauses. Dafür zuständig ist in der Regel der Familienvorstand – die Frau und Mutter. Sie hat das weitaus bessere Fingerspitzengefühl für diese Dinge als der Mann und Vater. Auch bei einer Gemeinde geben die Ortseingänge einen ersten, entscheidenden Eindruck, wie es in ihren Grenzen aussieht. Für die Gestaltung dieser Entrees sind die Gemeinderats- und Ortsratsmitglieder mit ihren Bürgermeistern und Ausschüssen zuständig.

In Etelsen sollten sich – sowohl Orts- als auch Gemeinderat – das Tor aus Richtung Achim-Baden einmal ansehen. Sie würden die Augen gleich wieder schließen. Es ist geradezu ein Schandfleck.

Die rot-weißen Baken zeigen an, dass hier vieles nicht in Ordnung ist. Die abgeschnittene ehemalige Straße diente als Parkplatz, der schnell verdreckte. Die Papier- und Abfallkörbe quollen über, weil Bürger sich hier auch ihres Hausmülls entledigten, der in die eigene Tonne nicht mehr passte. Gefüllte Säcke wurden sogar den Hang des Selenholzes hinab geworfen. Das sah alles nicht schön aus.

Mit der Sperrung des Straßenstücks ist dieser Missstand auch verschwunden. Allerdings kann von einer umfassenden Besserung der Situation nicht gesprochen werden. Nun sprießt das Unkraut aus dem aufgebrochenen Pflaster und aus der Gosse, die den ehemaligen Parkplatz vom Radweg trennt. Den Radlern und Spaziergängern bietet sich ein ungepflegtes Bild, zumal auf dem Stück bis zur Fahrbahn die Brennnesseln die Überhand gewonnen haben.

Das sehen auch die Besucher, die mit dem Auto das Etelser Ortsschild passieren. Danach fahren sie am Park des Schlosses vorbei, der zu einem ausgiebigen Bummel durch die gepflegte Anlage einlädt, zumal ein Spielplatz die Kinder anzieht, und Trimmgeräte die Erwachsenen locken.

Für die Pflege des Straßenstücks am Ortseingang, das zum Parkplatz umgewidmet worden war, ist das Land Niedersachsen zuständig, das diese Aufgabe aber nicht mehr wahrnimmt. Sie hat den Bereich der Gemeinde Langwedel angeboten, für einen symbolischen Euro. Die hat aber dankend abgewinkt. „Wir ärgern uns auch über die Situation in diesem Bereich“, merkt Bürgermeister Andreas Brandt zu diesem Thema an. „Solche Schandflecke zu beseitigen erfordern einen hohen sechsstelligen Betrag“, betont Brandt. Das sei dem Steuerzahler der Gemeinde Langwedel nicht zuzumuten. Solche Summe stecke der Flecken eher in Schulbauvorhaben oder in den Ausbau der Kindertagesstätten. Es gebe außerdem Zuständigkeiten, und die liege eben beim Land Niedersachsen. „Wir sind am Ball“, schließt der Bürgermeister.

Mit geringem Aufwand ließe sich der Eingangsbereich von Etelsen verbessern. Es bräuchte am Eingang von Etelsen nur eine Ortstafel aufgestellt zu werden, wie sie in Langwedel, in Daverden und sogar in Lindholz einlädt. Dazu zwei, drei Parkplätze und eine beetartige Bepflanzung. Dann würde der Blick des Autofahrers, der auf Etelsen zusteuert, von dem „Drama“ am Entree abgelenkt werden. Vielleicht lässt sich das aus einem der strapazierten Töpfe ja finanzieren, aus einem Reptilienfonds sozusagen. Vielleicht kann Brüssel einige Euro locker machen.

August Freudenthal hat 1890 in seinen „Heidefahrten“ den Ausblick aus dem Park auf die Wiesen und Weiden und auf die Aller und Weser geradezu schwärmerisch beschrieben. „Fast so, als wäre die Zeit stehen geblieben, ist es noch heute“, urteilt Manfred Köster vom Ausschuss für Parkangelegenheiten des Schlossparkvereins. Nur der Blick nach Süd bis Südwest sei von wild aufgelaufenen Bäumen verstellt. Im Parkausschuss werde überlegt, den Blick in die freie Marsch und zum Nachbarort Baden durch Freischneiden an bestimmten Stellen wieder herzustellen.

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