Unterwegs auf Weser und Aller

Ab in den Fluss: Amphicars können’s auf der Straße und im Wasser

Die Boote dieser Flotte hatten Frontscheinwerfer – und waren gar keine Boote, sondern Amphicars auf dem Weserweg nach Hemelingen.
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Die Boote dieser Flotte hatten Frontscheinwerfer – und waren gar keine Boote, sondern Amphicars auf dem Weserweg nach Hemelingen.

Hagen-Grinden – Normalerweise lassen sie am Fähranleger keine Autos ins Wasser fahren. Die haben in der Weser ja auch nun wirklich nichts zu suchen. Am Wochenende gab es aber mal eine Ausnahme. Und etliche Autos in der Weser. Genau gesagt: Amphicars.

Der Amphicar Club Berlin, nach eigener Ansage der „Oldtimerverein mit echtem Tiefgang“, hatte zum großen Treffen auf dem Campingplatz Drosselhof eingeladen, etwa 50 Amphicar-Fans folgren der Einladung von Organisator Florian Kütter mit 20 Fahrzeugen. Die Teilnehmer kamen dabei aus dem norddeutschen Raum, aber auch aus Krefeld, Worms und Berlin.

Florian Kütter ist von Beruf Ingenieur – und kam vom Bodensee aus zum Treffen in den Landkreis Verden. „Wenn ein solches Fahrzeug in der Familie ist, dann wird es von Generation zu Generation weitergegeben“, erzählt der 27-Jährige. „Die Amphicars fahrtüchtig zu halten, ist jahrelange Arbeit. Man hilft sich im Club und bei solchen Treffen gegenseitig. Wir sind eine Gemeinschaft.“

Amphicars wurden in den USA von 1961 bis 1968 gebaut

Dabei verlangen die kleinen zivilen Amphibienfahrzeuge eine Menge Arbeit von ihren Besitzern. Was Wunder, die schwimmenden Autos sind alt, wurden von 1961 bis 1968 gebaut. Ein erheblicher Teil der Produktion wurde in die USA verkauft. Aber wirklich Erfolg, hohe Verkaufszahlen, hatten die Amphicars nicht.

Dafür sind sie heutzutage noch seltener als damals und werden von ihren Besitzern geliebt, auch wenn sie sehr anspruchsvoll sind. „Man verbringt viel mehr Zeit mit Schrauben als mit Fahren“, gibt Florian Kütter zu.

Quasi kopfüber ins Wasser lenkt man auch ein Amphicar nicht, sondern schon achtsam und mit Gefühl. Normalerweise ist hier die Fährstelle für die Gentsiet. Aber die Fährleute haben Platz gemacht.

Und weil das so ist und man da wirkliche automobile Schätzchen sein Eigen nennt, rollen die allermeisten Amphicars nicht auf eigenen Rädern zu den Clubtreffen, wie Kütter berichtet, sondern werden auf Trailern, also Anhängern, transportiert. Dann kommen sie erst am Ort des Treffens auf die Straße und ins Wasser. Was jede Menge Aufmerksamkeit erzeugt.

„Wenn wir mit unseren Schwimmautos an den Menschen vorbeifahren, dann staunen sie. Viele winken oder greifen zur Kamera um ein Erinnerungsfoto zu machen.“ Das war jetzt in und um Hagen-Grinden herum nicht anders und am Fähranleger auch nicht.

Zwei Kennzeichen, zwei Führerscheine, aber nur einmal Steuern zahlen

Okay, und wenn man ehrlich ist, durften die Amphicars und ihrer Fahrer auch in Grinden nicht einfach so in die Weser. Der Gesetzgeber stellt an die Fahrzeuge und ihre Lenker besondere Anforderungen.

„Wir brauchen zwei Kennzeichen, eine für die Straßenzulassung und eine als Boot, zwei Führerscheine, für die Straße und das Wasser“, erläutert Florian Kütter. „Aber müssen zum Glück nur einmal Steuern zahlen.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Verden: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Am Sonnabend führte eine Ausfahrt von Hagen-Grinden aus über die Weser ganz bis bis zum Hafen in Bremen-Hemelingen. Am Startpunkt, am Fähranleger der Gentsiet, sammelten sich viele begeisterte Schaulustige. Auch in Hemelingen gab es viel zu gucken, aber dort fuhren die Schwimmautos wieder von der Wasserstraße an Land, und über normale Straßen ging es zurück zum Startpunkt.

Am Sonntag führte eine Tour von Westen aus über die Aller bis nach Langwedel. Vor den Ausflügen wurden die Länderfahnen gerichtet, Kindersitze in den Fahrzeugen montiert und Rettungsringe drapiert.

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