Ökumenischer Kreuzweg führt am DEA-Bohrturm in Schülingen vorbei

Gewissen für die Schöpfung

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Ein Kreuz aus bolivianischen Hölzern trugen die Teilnehmer den Mönchsweg entlang.

Landkreis - Rund 130 Menschen sind nach Schätzungen der Polizei gestern den ökumenischen Kreuzweg der Schöpfung des Bistums Hildesheim gegangen. Von der Freilichtbühne in Holtebüttel zogen sie ganz nah an der Betriebs- und Förderstätte der Deutschen Erdöl AG (DEA) vorbei zunächst zur Kapelle in Schülingen, wo Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, sprach.

„Kein Beklagen der Bosheit und Sündhaftigkeit der anderen soll der Kreuzweg sein“, betonte der Münsteraner. „Nein, es geht um uns im Kreuzweg.“ Energieanlagen, wie die der DEA seien ein Zeichen der Hochzivilisation. „Wir leben in einem Wohlstand, wie ihn unsere Eltern und Großeltern nicht gekannt haben“, so Sternberg. Daran dürfe man sich durchaus erfreuen. „Aber wir sollen uns auch an die damit zusammenhängenden Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten erinnern“, forderte der Redner.

Themen wie unzumutbare Arbeitsbedingungen in Armutsländern und die Not der Flüchtlinge sprach er an und zitierte aus der Enzyklika „Laudato Si“. In dem im Jahr zuvor zu Pfingsten verfassten Text fordere Papst Franziskus dazu auf, die Sünden gegen die Schöpfung einzugestehen. „Ein Kreuzweg wie dieser kann Anlass sein, das eigene Gewissen zu befragen, wo wir auch persönlich schuldig werden“, so Sternberg.

Danach setzten die Teilnehmer ihren Gang über den alten Mönchsweg nach Völkersen fort. Sie trugen ein Schöpfungskreuz, gefertigt aus bolivianischen Hölzern, das Organisatoren dieses Kreuzweges, Veranstalter waren das Dekanat Verden und der evangelisch-lutherische Kirchenkreis, aus Hannover geholt hatten. Es wird zu jedem Kreuzweg des Bistums Hildesheim weitergereicht.

Kreuzweg der Schöpfung in Langwedel

„Es ist ein Kreuz“, der Satz fiel später mehrfach bei einem Wortgottesdienst zum Abschluss in der Kapelle in Völkersen. „Es ist ein Kreuz, erkennen zu müssen, wie unser Energiebedarf die Erde, das Wasser und die Luft beeinträchtigt“, hieß es in einem Gebet. Zum Abschluss sprachen Pastor Dieter Sogorski von der Verdener Domgemeinde und Propst Bernd Kössling von der Propsteigemeinde St. Josef in Verden.

Zu Beginn des Kreuzweges hatte jeder Teilnehmer ein Tuch erhalten mit der Bitte, unterwegs etwas Erde darin zu sammeln. Diese wurde am Ende zusammengekippt und eine Buche hineingepflanzt, die ihren endgültigen Platz an dem gegangenen Weg bekommen soll. „Eines Tages wird die Buche des ökumenischen Schöpfungskreuzweges hoffentlich 35 Meter hoch sein und jährlich etwa 3,6 Tonnen CO2 aus der Luft filtern“, hofft Pastor Wilhelm Timme aus Wittlohe.

wb

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