Ökologische Haltung, digital vermarktet

Clüverhof in Völkersen hält seit
Kurzem Bio-Masthähnchen

Viel Platz für die Hennen und Hähne: Simone Clüver inmitten einiger Bio-Masthähnchen, die seit Mai 2021 auf dem Hof leben.
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Viel Platz für die Hennen und Hähne: Simone Clüver inmitten einiger Bio-Masthähnchen, die seit Mai 2021 auf dem Hof leben.

Völkersen – Eine abwechslungsreiche Ernährung, viel Auslauf und ausreichend Gelegenheit für Sand- und Sonnenbäder – diese Eckpunkte kennzeichnen den Alltag der derzeit etwa 100 Bio-Masthähnchen, die seit Mai auf dem Bio-Hof Clüver in Völkersen ansässig sind. „Wenn sie schon ein so kurzes Leben haben, dann sollen sie es auch gut haben“, findet Simone Clüver, die seit 2020 Landwirtschaft studiert und neben dem hofeigenen Gestüt für das Geflügel verantwortlich ist.

Mit der Haltung und Direktvermarktung der Hähnchen, die streng nach ökologischen Richtlinien aufgezogen werden, betritt der landwirtschaftliche Familienbetrieb mit Bio-Zertifizierung Neuland, „um uns als Betrieb zukunftsfähig aufzustellen“, so Simone Clüver. Bruder Julius Clüver hatte zudem 2020 angefangen, Bio-Kürbisse anzubauen (wir berichteten).

Die Bio-Mastküken bezieht Simone Clüver von einem zertifizierten Betrieb in Ankum (Landkreis Osnabrück). Bevor die anfangs 150 Küken ihren Stall auf dem Bio-Hof der Familie beziehen konnten, erfolgte eine Prüfung, in der Simone Clüver unter anderem nachweisen musste, dass die Tiere drinnen und draußen genug Platz haben und nur Bio-Futter bekommen. In den ersten Tagen sind die Küken noch empfindlich und werden mit Lampen bestrahlt. Tagsüber dürfen die Hähnchen, die zur Hälfte weiblich und zur Hälfte männlich sind, draußen herumlaufen, nachts werden sie aus Sicherheitsgründen in den Stall eingeschlossen. Der ist in den Wintermonaten übrigens für die jungen Kälber reserviert, damit sie sich an den Menschen gewöhnen. Den Sommer verbringen die rund 50 Rinder aber komplett im Freien.

„Das Stroh auf dem Boden verhindert, dass die Hähnchen Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, etwa, dass sie sich gegenseitig picken“, erklärt die Landwirtin. Zudem sei in einem Stall ohne Strohbett der Bauch der Tiere oft federlos oder gar wundgescheuert. Ein weiterer Unterschied zur konventionellen Hähnchenmast: Bei der werde die Brust durch das Kraftfutter viel schwerer, sodass sich die Vögel mit zunehmendem Wachstum kaum mehr bewegen könnten.

Über Grünzeug wie Kohlrabi-Blätter freuen sich die Tiere – das Knabbern gibt ihnen auch etwas zu tun.

Wenn Simone Clüver morgens das Tor zum Außengehege öffnet, scharren die Bewohner schon ungeduldig mit den Krallen, erzählt sie. Nicht nur zum Fressen, „sondern auch zur Beschäftigung“ rupfen die Hühner draußen das Gras vom Boden, legen sich in die am Haus wachsenden Grünpflanzen oder strecken beim Sonnenbaden alle Zweie von sich. Laut Simone Clüver ist die etwas verdrehte Körperhaltung ihrer Hähnchen ein Zeichen für Entspannung. Zum Knabbern gibt es regelmäßig Grünzeug: Kohlrabi, Zucchini oder was sonst gerade da ist.

Neben ihrem Studium betreut Simone Clüver weiterhin die Pferdezucht auf dem Clüverhof. „Die Hähnchen lassen sich damit zeitlich gut vereinbaren“, findet sie.

Geschlachtet wurden kürzlich bereits 50 Hähnchen, hauptsächlich Hähne. „Das wurde zum Schluss schon etwas kritisch, weil die männlichen Tiere irgendwann eine Rangordnung entwickeln“, erzählt Simone Clüver. Der Bio-Hof arbeitet mit dem ebenfalls zertifizierten Schlachter Rolf Warnecke in Riede zusammen. „Dass die Tiere artgerecht und regional aufwachsen, ist vielen Kunden wichtig“, hat Clüver festgestellt. „Zu wissen, wo das Fleisch herkommt, ist eine Sache, aber wichtiger finde ich noch, zu wissen, wie die Tiere aufwachsen.“ Darum hat Simone Clüver das Heranwachsen der Küken in Bildern festgehalten und online in einer Story auf Instagram geteilt.

Ans Herz gewachsen: Simone Clüver mit ihrer Lieblingshenne.

Die Direktvermarktung regelt der Hof Clüver übrigens ebenfalls über das Internet. Im Online-Shop können Kunden ein ganzes oder halbes küchenfertiges Bio-Hähnchen bestellen. Anders als beim „Cow-Sharing“, bei dem das Vieh erst geschlachtet wird, wenn 80 Prozent verkauft sind, gibt es für die Hähnchen einen Festpreis. Bezahlt werden kann bar, mit EC-Karte oder per PayPal. Zu einem festen Termin holen die Kunden ihre Bestellung dann selbst auf dem Hof ab. Eine Lieferung ist ebenfalls gegen Aufpreis möglich. Am Tag der Schlachtung sind die Hähnchen noch gekühlt, danach kann man sie nur noch tiefgefroren abholen. Ein Mund-Nasen-Schutz als Hygienemaßnahme wird bei der Abholung vorausgesetzt.

Im Vergleich zum Start 2020 hat Julius Clüver seinen Kürbisanbau verdoppelt. Auf drei Feldern (eins hinter dem Hühnergehege auf dem Hof und zwei im Ort) baut er nun nicht nur Hokkaido und den Halloween-Kürbis Jack O’Lantern, sondern auch Butternut, Muskat, Zierkürbis und weitere an. Der Verkauf läuft direkt am Feld oder über Kooperationen mit Edeka-Märkten in Langwedel und Sottrum.

Für die Bio-Hähnchen ist ein neuer Schlachttermin übrigens bereits in anderthalb bis zwei Wochen vorgesehen. Bestellungen sind über den Shop (https://shop.clueverhof.de) oder telefonisch unter 0170/63298629 möglich.

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