Ute Nelle holt Aktion in den Flecken

Aus Hannover für Langwedel: Öffentliche Schutzinseln für Kinder

Moritz Meyer (li.) von der Kinderschutzallianz hatte aus Hannover für Ute Nelle und vier Geschäfte die Kinderschutzinsel-Aufkleber mitgebracht.
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Moritz Meyer (li.) von der Kinderschutzallianz hatte aus Hannover für Ute Nelle und vier Geschäfte die Kinderschutzinsel-Aufkleber mitgebracht.

„Kinderschutzinseln“ sind ein gut sichtbares Angebot, wenn junge Mitmenschen im öffentlichen Raum Hilfe benötigen. Aus Hannover kommt die Idee nun nach Langwedel.

Langwedel – „Tatsächlich ist das aktuell ein absoluter Selbstläufer. Wir machen gar keine eigene Öffentlichkeitsarbeit im Moment, da passiert ganz viel von allein. Viele Menschen wollen helfen“, berichtet Moritz Meyer über die Aktion „Kinderschutzinsel“. Der beste Beweis für diese Aussage sitzt in gebührenden Abstand neben dem Mann aus der Geschäftsstelle der Kinderschutzallianz in Hannover: Ute Nelle. Die Chefin der Kinderarche im Flecken Langwedel hat in der Zeitung von den Kinderschutzinseln gelesen, dass sich der Golfclub in Achim auf diesem Feld engagieren möchte, und beschlossen: Das brauchen wir im Flecken Langwedel auch. Schnell.

Hinter der Kinderschutzallianz stehen Firmen, Städte und Kommunen, Gewerkschaften, Vereine und Verbände. An den Start ging die Kinderschutzallianz, um sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (auch im IT-Bereich) zu bekämpfen, den Ermittlungsbehörden Unterstützung bei der Aufklärung von Taten zu leisten sowie Opfern ganz konkrete Hilfe geben zu können.

Im Raum Hannover wurde dann zudem die Idee der Kinderschutzinseln entwickelt – und soll jetzt als sogenanntes „niederschwelliges Angebot“ Verbreitung finden. Wer möchte, kann über die Kinderschutzallianz große Aufkleber bekommen, die er an seine öffentlich und einfach zugängliche Laden- oder Bürotür kleben darf, und damit für Kinder das Versprechen abgibt: „Wir unterstützen dich, wir helfen dir, wir nehmen dich ernst, was immer auch dein Problem und deine Angst sein mag.“

Kinderschutzallianz fordert Einhaltung klarer Regeln

Wer so helfen möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, eine Vereinbarung, einen Vertrag mit der Kinderschutzallianz eingehen – und strikte Regeln einhalten. Hilfesuchende Kinder bleiben zum Beispiel immer im öffentlichen Bereich des Geschäftes, immer mit mindestens zwei Helfern, sie bekommen keine Süßigkeiten, keine Medikamente, nicht mal eine Kopfschmerztablette. „Ein Glas Wasser geht aber“, sagt Meyer.

Ute Nelle hat zwar dieser Tage wegen der Einschulungen in der Kinderarche mit ihren Standorten in Etelsen, Langwedel und Völkersen mehr als genug zu tun, setzte aber trotzdem jede Menge Hebel in Gang. „Ich bin überall mehr als gut aufgenommen worden“, erzählt die Etelserin. Stefan Jankovic von der Schloß-Apotheke habe viele Fragen gehabt, sei aber sofort offen gewesen – und ist in Etelsen nun als Schutzinsel dabei. Das gilt auch für das Fitness-Center Lafit in Daverden, die Buchhandlung Rohrberg in Langwedel und das Café Erasmie in Völkersen. Sie bekommen in diesen Tagen den großen Kinderschutzinselaufkleber – und den Vertrag mit der Kinderschutzallianz.

Kinderschutzinsel-Initiative soll „Denkprozess auslösen in Sachen Zivilcourage“

„Wir denken, dass diese Vereinbarung, dieses Versprechen, bei den Menschen auch einen Denkprozess auslöst in Sachen Zivilcourage“, so Moritz Meyer und erläutert weiter: „Die Menschen überlegen sich dann schon, wie viel bin ich bereit zu helfen? Und wie viel bin ich in der Lage zu helfen?“ Schon diese Gedanken könnten ein Mehr an Zivilcourage, ein Mehr an Handlungsfähigkeit bringen.

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Haben die Kinder und Jugendlichen in den Schutzinseln Hilfe gesucht, wenden die sich im Bedarfsfall an die Polizei, oder im Flecken auch an die Kinderarche, so das Angebot von Ute Nelle und ihrem Team. „Wir haben ja jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Kindern, sind direkt vor Ort und in wenigen Minuten da“, so Nelle.

Ab der kommenden Woche möchte sie dann auch in den Grundschulen im Flecken Langwedel und an der Oberschule am Goldbach vorstellig werden, damit das Angebot der Schutzinseln auch bei den Kindern und Jugendlichen publik wird. Das Angebot mag nicht der Weisheit letzter Schluss sein, aber immerhin ein Anfang. „Und die Inseln sind besser, als wenn die Kinder wildfremde Menschen auf der Straße ansprechen müssen“, so Nelle.

Info unter www.kinderschutzallianz.org

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