Firma Oker plant weiteres sechs Hektar großes Sandabbaugebiet in Daverden

Noch ein Loch

Der Abbau in Werk 2 läuft schon länger, am Horizont zwischen Auf dem Branden und Lindholz soll eine weitere Grube entstehen. Foto: Wenck

Daverden/Lindholz - Von Jens Wenck . Links und rechts der Feldstraße, der Kreisstraße 9, gibt es richtig große Löcher. Kurz vor der Autobahn und der Rastanlage Langwedel. Die Firma Oker baut hier schon seit Jahrzehnten Sand ab. Das Gebiet ist im Regionalen Raumordnungsprogramm als Vorranggebiet für den Sandabbau vorgesehen. Und die Firma Oker möchte sich hier noch weiter vergrößern.

Im Auge hat man schon für 2020 oder 2021 eine Fläche zwischen der Straße Auf dem Branden und der Lindholzer Straße. Auf rund sechs Hektar soll hier im Schnitt neun Meter tief Sand abgebaut werden, informierte Bauamtsleiter Bernhard Goldmann jetzt den Ortsrat Daverden, der das Thema als erstes Gemeindegremium auf den Tisch bekam.

Um beim Landkreis überhaupt einen Antrag auf Abbaugenehmigung stellen zu können, braucht die Firma Oker zur Erschließung des Gebietes ein Stück Gemeindeweg und folglich die Zustimmung des Fleckens. Nur hier hat die Gemeinde etwas zu sagen, die Abbaugenehmigung erteilt der Landkreis, war man sich auch im Ortsrat bewusst.

Es sei ja ein Vorranggebiet für den Sandabbau, meinte Alfons Adam (SPD). Man arbeite seit langen Jahren gut mit der Firma Oker zusammen. Aus Sicht seiner Fraktion spräche nichts gegen eine Zustimmung der Gemeinde zur Wegenutzung.

Dem mochte Lars Lorenzen (CDU) im Prinzip eigentlich nur zustimmen. Die Straße Auf dem Branden werde in diesem Bereich in Zukunft ohnehin nicht mehr öffentlich gebraucht. Wie berichtet soll hier im Verlauf der Straße die baufällige Brücke über die Autobahn ohne Ersatz abgerissen werden. Weil er immer gegen diesen Abriss war, werde er sich nun in Sachen Wegequerung der Stimme enthalten, kündigte Lorenzen an.

So stimmte der Ortsrat Daverden schließlich dem Erschließungskonzept der Firma Oker zu – mit zwei Enthaltungen. Die zweite kam von Ortsbürgermeisterin Silke Brünn, die beruflich beim Landkreis Verden mit dem Vorhaben zu tun bekommt.

„Wie ist das eigentlich mit den Entfernungen?“, wollte zuvor noch Heike Schmitz (WGL) wissen. Zu benachbarten landwirtschaftlichen Flächen muss der Abbau drei Meter Abstand, zum Gemeindefeldweg fünf Meter und zur Lindholzer Straße zehn Meter Abstand halten. Wobei die Abbaukante dann noch ein Stück weiter weg ist.

„Und wie weit rücken die an die Wohnbebauung heran?“, fragte Schmitz. „120 Meter?“ Noch ein bisschen dichter. „110 Meter“, kam die Auskunft aus dem Publikum.

Eine Aussicht, die im kleinen Lindholz nicht gerade Begeisterung auslöst, wie in der Einwohnerfragestunde deutlich wurde. Was ist bei Bodenabsenkungen durch den Sandabbau und daraus in der Folge entstehenden Schäden an Häusern? Wer haftet da? Der Flecken Langwedel schon mal nicht, so die Auskunft.

Ein alteingesessener Lindholzer meinte, nun über die Jahrzehnte eine generelle Absenkung des Erdreiches zwischen Lindholz und Sandabbaugebiet beobachtet zu haben. Gab oder gibt es da irgendwelche Messungen? Aktuell konnten im Ortsrat dazu keine Kenntnisse weitergegeben werden. „Aber das interessiert mich persönlich auch“, erklärte Bauamtsleiter Goldmann. Er wolle sich erkundigen.

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