Dorfgemeinschaft in Etelsen begrüßt Wonnemonat mit Fest

Noch bevor der Baum steht, ist die Waldmeisterbowle alle

+
Teamarbeit war beim Maifest auf dem Etelser Dorfland gefragt und wurde auch vorbildlich geleistet. Die Frauen halten den Kranz, während Günther Minder ihn am Stamm befestigt.

Etelsen - Von Inka Sommerfeld. Das Gerüst stand dort, wo es gebraucht werden sollte, Seile und weitere Geräte lagen griffbereit. Doch nur wenige Etelser standen auf dem Dorfland. Dabei sollte das große Ereignis schon in wenigen Minuten beginnen. Fünfmal schlug die Kirchturmuhr, und kurz darauf wurde es auf dem Platz lebendig. Erst langsam, dann immer mehr. Zeitweise strömten die Menschen am späten Sonntag aus allen Richtungen heran.

„Herbeigeeilt, herbeigeeilt aufs Dorfland in Etelsen. Bei strahlendem Sonnenschein wird der Maibaum aufgestellt“, rief Pastor Martin Beckmann ins Mikrofon. Wie in den Vorjahren moderierte er die Veranstaltung, die die Etelser Ortsgemeinschaft – Vereine und Kirchengemeinde – organisiert hatte.

Die Besucher begrüßten einander mit lautem Hallo, genossen Bier und Maibowle. Die Mitglieder des Roten Kreuzes hatten gut zu tun, schenkten sie doch dieses Mal den Gerstensaft aus. Aber auch Ortsbürgermeisterin Irmtraud Kutscher, die wieder ihre beliebte Bowle zubereitet hatte. „Davon gibt es nur wenig, denn es war auch Hugo gewünscht“, sagte sie. Doch der erwies sich als Ladenhüter: Fast alle wollten Kutschers Waldmeisterbowle trinken. „Das passt zum 1. Mai“, begründete manch ein Gast seine Getränkewahl. Die Feuerwehr wurde derweil die ersten Bratwürste los.

„Jetzt wollen wir den Maibaum aufstellen, aber das geht nicht ohne eure Hilfe“, leitete Beckmann die Aktion ein. Das heißt: „Wir brauchen zehn kräftige Männer, die den Stamm des Maibaums holen.“ Die waren schnell gefunden. Und unter den Klängen des Volkslieds „Komm lieber Mai und mache“ zogen sie davon – Musiker Markus Wilks begleitete die Veranstaltung am E-Piano.

Gerade waren die Etelser vom Platz gegangen, war die Maibowle alle – jetzt gab es nur noch Hugo. „Wie ich es auch mache: Es ist verkehrt“, seufzte Kutscher.

Da kamen die Zehn zurück – mit dem dunkelgrünen Stamm. „Der Stamm hat Schaden erlitten, deshalb musste ein Stück herausgeschnitten werden. Er ist also etwas kürzer“, erklärte der Moderator und ergänzte schmunzelnd: „Es kommt nicht auf die Länge an – wie bei allem im Leben.“

Unter Anweisung von Günther Minder passten die Männer den Stamm ins Gerüst ein. „Hier ist euer Schnaps“, kündigte Beckmann die Belohnung an. Das Zeichen für Jutta Mohrmann, die mit einem Tablett voller Kurzer herbeikam. Belohnung gab es auch von den Besuchern: Die klatschten kräftig Beifall.

„Jetzt fehlt noch der Kranz“, sagte Beckmann. Im Handumdrehen standen acht Frauen neben ihm. Sie zogen ebenfalls mit Musik los, um den Kranz zu holen. Diesmal spielte Wilks „Der Mai ist gekommen“. Schnell erschienen die Etelserinnen wieder auf dem Platz. Klar, mit dem Kranz. Den befestigte Minder am Stamm, und der Maibaum war komplett. Als Dankeschön gab es Schnaps und Beifall.

„Jetzt kommen wir zum spannendsten Teil: das Aufrichten“, verkündete Beckmann. Die Feuerwehr achtete darauf, dass die Zuschauer genügend Sicherheitsabstand hielten; einige Männer zogen den Baum, andere stützten ihn ab – mit vereinten Kräften hievten sie ihn in die Höhe. Mit einem lauten „Plopp“ rutschte der Stamm in die Verankerung – fertig. Das Publikum jubelte und applaudierte. Minder und seine Helfer schraubten den Baum im Boden fest und das Schild an den Stamm. Lisa sagte den Vers auf, der darauf steht: „ein Lob auf die Gemeinschaft. Jetzt steht der Maibaum mitten auf dem Dorfland.“

Beckmann dankte allen fleißigen Helfern, die nicht nur beim Aufstellen, sondern auch bei den Vorbereitungen tatkräftig unterstützt hatten. „Es wäre schön, wenn uns im kommenden Jahr weitere Etelser dabei helfen würden“, sagte Günther Minder, der, wie er sagte, mit Rolf Meyer den Großteil der Arbeit erledigt hatte.

Anschließend hielten Beckmann und die Etelser Sonntagsandacht unter dem Maibaum, bevor ordentlich getanzt wurde.

Mehr zum Thema:

Einzelkritik: Wiedwald wieder ein sicherer Rückhalt

Einzelkritik: Wiedwald wieder ein sicherer Rückhalt

Zittern bis zur letzten Sekunde

Zittern bis zur letzten Sekunde

"TANZ Bremen" der letzten Jahre

"TANZ Bremen" der letzten Jahre

Türkische Konsulate widersprechen Spitzel-Vorwürfen

Türkische Konsulate widersprechen Spitzel-Vorwürfen

Meistgelesene Artikel

Bernhard Böden „Achimer Unternehmer des Jahres 2017“

Bernhard Böden „Achimer Unternehmer des Jahres 2017“

„Einer hat da wohl nicht mitgedacht“

„Einer hat da wohl nicht mitgedacht“

Kein Bettenhaus ohne B-Plan

Kein Bettenhaus ohne B-Plan

25-Jährige im Bus der Linie 711 belästigt

25-Jährige im Bus der Linie 711 belästigt

Kommentare