Niedersächsischer Verband tagt in Holtebüttel: Ort und Sportverein überaltert

Mit Frauen-Fußball die Zukunft des Dorfes sichern

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Vereinsdialog in Holtebüttel: (hinten von links) Horst Lemmermann (NFV-Kreisvorsitzender Verden), SV-Vorsitzender Wolfgang Röttjer, Walter Kopf (Vize-Vorsitzender NFV-Bezirk Lüneburg), Herren-Fußballobmann Volker Kroll, Fußballobfrau Miriam Thiesfeld, Schatzmeister Michael Grimm, Janina Lindhorst (2. Vorsitzende), Jugendobmann Jörg Grimm, Steffen Heyerhorst (NFV-Referatsleiter), NFV-Vize Egon Trepke. Zum Fototermin gesellten sich die E-/F-Juniorinnen mit ihrer Trainerin Miriam Hesse (r.).

Holtebüttel - Der SV Holtebüttel taugt als Spiegelbild für die gesamte kleine Ortschaft: Nicht nur der Sportverein ist überaltert, sondern Holtebüttel insgesamt. Beim „Vereinsdialog“ des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) in dem Langwedeler Ortsteil kam das Problem ausführlich zur Sprache. Aber auch ein Ausweg wurde bei der hochkarätig besetzten Tagung aufgezeigt: Mit Mädchen- und Frauenfußball soll die Zukunft des SVH und des Dorfes gesichert werden, heißt es in einer Pressemitteilung des NFV.

„Holtebüttel rockt!“ Seit 2010 lockt das unter diesem Slogan veranstaltete Musikfestival einmal im Jahr Gäste aus nah und fern in die 900 Einwohner zählende Ortschaft. Ein großes „H“ für Holtebüttel und ein großes „R“ für rockt schmückt seit dieser Saison die Trikots der 1. Frauenmannschaft des Sportvereins. Das Team, das in der Weststaffel der Bezirksliga Lüneburg spielt, ist das Aushängeschild des SVH, in dem 425 Menschen in den vier Sparten Fußball, Fitness-Gymnastik-Ski, Kegeln und Leichtathletik organisiert Sport treiben.

Spielführerin der Bezirksliga-Frauen ist Miriam Thiesfeld. Drei Tage vor dem erfolgreichen Saisonauftakt gegen Ahlerstedt sitzt die 22-Jährige im Vereinsheim des SVH mit Gästen zusammen. Anlässlich des „Vereinsdialogs“ haben Vertreter des Niedersächsischen Fußballverbandes Holtebüttel als Zieladresse in ihr Navi-Gerät eingegeben. Es sind Vizepräsident Egon Trepke, der in Gifhorn wohnt, Lüneburgs stellvertretender NFV-Bezirksvorsitzender Walter Kopf, der im Landkreis Cuxhaven beheimatet ist, und der NFV-Referatsleiter Steffen Heyerhorst (IT, Organisation und Rechtsberatung), dessen Schreibtisch in Barsinghausen steht. Zudem hat Verdens NFV-Kreischef Horst Lemmermann seinen Wagen vor der Anlage an der Nassen Straße geparkt. Seine Anreise ist die mit Abstand kürzeste, schließlich sind es von seinem Zuhause in Langwedel bis zum Sportplatz nur drei Kilometer.

Der Termin, der für 90 Minuten plus gegebenenfalls einer Verlängerung über 30 Minuten angesetzt ist, beginnt mit einem Rundgang über die gut zwei Hektar große Anlage. Im Auftrag der Gemeinde Langwedel, die Grundeigentümer des Areals ist, werden die zwei Rasenplätze und das Trainingsfeld von einer Gärtnerei gemäht. Für die Pflege erhält der SVH einen jährlichen Betrag von 1000 Euro pro Platz. Auch bei Betriebskosten, Sportgeräten und Baumaßnahmen steht die Gemeinde dem Verein mit Zuschüssen zur Seite.

Nach der Führung über die Plätze bitten der 1. Vorsitzende Wolfgang Röttjer und seine Vorstandskollegen ins Vereinsheim. Zwischen 2010 und 2012 wurde das Gebäude renoviert und die Heizungsanlage erneuert. Solarplatten auf dem Dach sorgen für Wärmegewinnung und tragen zur Reduzierung der Kosten bei. „Vor der Renovierung hatten wir einen Verbrauch von 70000 bis 80000 Kilowattstunden, jetzt liegen wir bei 50000“, informiert Kassenwart Michael Grimm.

Die Renovierungskosten beziffert er auf rund 45000 Euro, die durch Eigenleistung, Spenden, Zuschüsse, Darlehen sowie sogenannte Bausteine aufgebracht wurden. Bei den Bausteinen handelt es sich um zinslose Darlehen von Privatpersonen über 20, 50 oder 100 Euro. Pro Jahr erzielt der SV Holtebüttel einen Umsatz von 100000 Euro. „Als kleiner Verein bewegen wir uns in einem engen finanziellen Rahmen. Größere Ausgaben dürfen nicht kommen“, sagt Grimm zur wirtschaftlichen Gesamtsituation.

Im Dachgeschoss des Vereinsheimes entstand 2011 ein 100 Quadratmeter großer Gymnastikraum, „der uns ein wenig Unabhängigkeit von den Hallenzeiten gebracht hat“ (Röttjer). Vier Umkleidekabinen, ein Saal mit Theke und Terrasse sowie ein Aufenthaltsraum, der ebenfalls einen kleinen Ausschankbereich beinhaltet, runden neben den sanitären Anlagen das Angebot des Klinkerbaus ab.

Im Aufenthaltsraum findet nach der Vorstellung von Anlage und Gebäude der Vereinsdialog statt.

Fortsetzung folgt

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