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Neue Selbsthilfegruppe für Suchtkranke in Etelsen ab Ende März

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Von: Jens-Peter Wenck

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Claus-Peter Kuss bringt in Etelsen eine neue Selbsthilfegruppe für Suchtkranke an den Start. Ab März ist (Un)abhängig, so der Name, telefonisch zu erreichen, Ende März ist das erste Treffen im Gemeindehaus.
Claus-Peter Kuss bringt in Etelsen eine neue Selbsthilfegruppe für Suchtkranke an den Start. Ab März ist (Un)abhängig, so der Name, telefonisch zu erreichen, Ende März ist das erste Treffen im Gemeindehaus. © Wenck

Etelsen – Claus-Peter Kuss hat bei der Kirchengemeinde Etelsen angefragt. Er ist mit einem anderen Gruppenmitglied nach Etelsen gefahren, sie haben mit Pastor Martin Beckmann gesprochen, alles abgeklärt. Das Resultat: Ab 30. März wird sich immer mittwochs von 19.30 bis 21.30 Uhr im Gemeindehaus Etelsen (Am Denkmal 6) eine neue Selbsthilfegruppe treffen.

Der Name „(Un)abhängig“ gibt schon den Hinweis, für wen das Treffen gedacht ist: Für Suchtkranke, „für stoffgebundene Süchte“, sagt Claus-Peter Kuss. Es geht also nicht etwa um Spiel-, Sex- oder Magersucht. Sondern um „Alkohol bis Methadon“.

Kuss ist selbst Mitglied einer entsprechenden Gruppe in Verden. „Und bei den AA“, also den anonymen Alkoholikern. Seit über fünf Jahren besuche er diese Gruppen in Verden. Er hat vor zwei Jahren nun selbst eine Ausbildung zum Suchtkrankenhelfer gemacht, erzählt Kuss.

Er wohnt zwar mittlerweile in der Kreisstadt, kommt aber aus dem Flecken Langwedel. Andere Mitglieder der Verdener Selbsthilfegruppe wohnen im Flecken, im Raum Etelsen, und wüssten es sehr zu schätzen, wenn sie für ihre Treffen nicht mehr die Fahrerei ganz nach Verden hätten. So kam dann nach dem Wunsch und der Idee schließlich die Tat, eine Selbsthilfegruppe in Etelsen ins Leben zu rufen. „Ich komm’ also nicht allein“, sagt Kuss mit Blick auf die ersten Treffen im Gemeindehaus.

Entsprechende Flyer, die das Angebot bekannter machen sollen, sind noch in Arbeit. Sie sollen später dann auch bei den Suchtberatungen in Achim und Verden ausliegen. Die neue Gruppe arbeitet mit der Kontaktstelle für Selbsthilfe der Diakonie beim Kirchenkreis Verden zusammen, die die neue Gruppe ebenfalls in ihre Liste aufnehmen wird, so Kuss.

„(Un)abhängig“ wird am dem 1. März auch eine eigene Telefonnummer haben: 0174 / 68 39 728. Hier meldet sich dann Claus-Peter Kuss oder ein anderes Gruppenmitglied. Wer neu zu dem Treffen kommen möchte, kann unter dieser Nummer einen Termin vor der nächsten Sitzung abmachen. Eine Viertelstunde kann da schon reichen. Claus-Peter Kuss nimmt den Neuen oder die Neue an die Hand, erklärt, was einen erwartet, versucht, ein bisschen die Angst zu nehmen.

Spontane Besuche eines Gruppentreffens sind natürlich auch möglich. Es gilt aber immer eine große, ganz wichtige Bedingung: Angetrunken oder sonst irgendwie unter Drogen und/oder Rauschmitteln geht gar nicht, auf gar keinen Fall. Aber sonst ist jeder willkommen. „Es ist egal, woher der Mensch kommt, welchen sozialen Status er hat. Hautfarbe, Religion – völlig egal.“

Was passiert jetzt in den zwei Stunden, in denen sich die Gruppe trifft? „Wir reden“, sagt der 59-jährige Kuss. „Über alltägliche Probleme und Sorgen. Wir reden darüber, warum jemand zur Flasche oder zum Joint gegriffen hat.“ In dem gesprochen wird, stellen sich die Süchtigen dem Problem. „Und es gibt so viele Geschichten.“ Wenn geredet wird, lassen sich auch Wege besprechen, wie man es hinbekommt, nicht wieder in die Sucht zu rutschen. Kuss ist auch in der Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen im Landkreis unterwegs. Da gibt es zum Beispiel Diabetiker, Krebspatienten, Trauergruppen, Menschen mit Depressionen, die Sterneneltern ...

„Und alle sagen: Reden hilft“, erklärt Claus-Peter Kuss.

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