Für mehr Zuschüsse vom Land muss Drei-Gruppen-Haus 2023 gebaut sein

Etelsen: Neue Krippe für 3,3 Millionen Euro

Die Kinderkrippe soll aus dieser Blickrichtung links von der Berkelsstraße gebaut werden, recht entsteht das große Baugebiet Berkels-Ost.
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Die Kinderkrippe soll aus dieser Blickrichtung links von der Berkelsstraße gebaut werden, recht entsteht das große Baugebiet Berkels-Ost.

Langwedel/Etelsen – Der neue Gemeinderat und die neuen Ortsräte sind gewählt und nehmen im November ihre Arbeit auf. Der Rat in seiner alten Zusammensetzung sowie Fachausschüsse und Ortsräte sind offiziell noch bis Ende Oktober in Amt und Würden – und einige müssen in diesen Tagen noch einmal ran. Schuld ist ein Projekt mit einem Umfang von geschätzten 3,3 Millionen Euro:

der Neubau einer Drei-Gruppen-Krippe an der Berkelsstraße in Etelsen.

Gebaut werden soll auf einem gut 3500 Quadratmeter großen Grundstück in der Nähe einer Reithalle, direkt gegenüber laufen die Vorarbeiten für das auf längere Sicht wahrscheinlich größte Neubaugebiet im Flecken: Berkels-Ost mit 87 Bauplätzen für Einfamilien- und Doppelhäuser.

Dass sich am Mittwochabend der Ortsrat Etelsen sowie der Jugend- und Sozialausschuss noch schnell mit der Krippe beschäftigen mussten, die Verwaltung sich vom alten Rat am 14. Oktober noch einen Beschluss wünscht, hat einen guten Grund: Wird die Krippe bis zum 30. Juni 2023 fertig, könnte der Flecken Langwedel noch 540 000 Euro Fördermittel vom Land Niedersachsen bekommen. Hält man mit dem Bau bestimmte Anforderungen in Sachen Energiesparen und Ökologie ein, sind auch Fördermittel vom Bund zu bekommen, erklärte Architekt Carsten Grobe bei der Vorstellung seiner Planungen.

Der Rat hatte für den Bau der Krippe unter anderem die Verwendung ökologischer Baumaterialien, Holzrahmenbauweise und möglichst den Standard eines Passivhauses verlangt – und das Projekt auch entsprechend öffentlich ausgeschrieben.

Drei Bewerbungen seien eingegangen, so Bauamtsleiter Bernhard Goldmann, eine Firma habe rechtzeitig alles eingereicht: Carsten Grobe Passivhaus. Das Unternehmen aus Hannover hat einige Erfahrung im Bau von Kindergärten als Passivhaus, 25 davon habe man schon gebaut, so Grobe.

Auch wenn es nur ein erster Vorentwurf ist - so oder so ähnlich dürfte die neue Krippe von der Straßenseite her, mit dem zurückversetzten Vordereingang, aussehen. Grafik: Grobe Passivhaus

Auf dem Berkels möchte der Flecken die Krippe eingeschossig haben, nach den Planungen würde sie eine reine Nutzfläche von 556 Quadratmeter haben – aufgeteilt in sechs Würfel mit Flachdach. Da drauf soll eine Fotovoltaik-Anlage, die die Krippe mit Strom versorgt. Der Bau braucht eine Belüftungsanlage, Ortsrat und Ausschuss sprachen sich außerdem für die von Architekt Grobe favorisierte Sole-Wasserwärmepumpe aus, weil die sich im Vergleich zu einer Luftwärmepumpe auf lange Sicht trotz anfangs höherer Kosten doch besser rechne und zudem im Sommer auch eine Kühlung ermögliche. Auf eine Gas- oder Ölheizung könnte so ein Kindergarten komplett verzichten.

Zur Raumeinteilung hatten Ortsrats- und Ausschussmitglieder keinen Diskussionsbedarf, zur Außengestaltung schon. Architekt Grobe schlug Fassaden mit „farbigen Platten- und hochwertigen Lärchenholzverkleidungen“ in Blau, Gelb und Grün vor. Nur Fassadenplatten wären auch möglich und würden etwa 8 000 Euro mehr kosten, alles zu verputzen käme 20 000 Euro günstiger.

Bei maximaler Einhaltung aller aktuellen Richtlinien seit noch bis zu 324 000 Euro Förderung des Bundes für energieeffiziente Gebäude möglich, rechnete Carsten Grobe vor.

Dezent aus der Fassung brachte den Planer eine Frage von Lars-Henrik Haase (SPD), der ein wenig Bedenken hinsichtlich der bunten Fassadengestaltung vorbrachte. „Was hätten denn das für Folgen, wenn wir das alles verklinkern würden?“, wollte Haase wissen.

Zum einen immense Mehrkosten, so Architekt Grobe, zum anderen zweifele er stark an, dass man dann die energetischen Vorgaben für einen Passivhaus-Standard einhalten könne. Außerdem wäre man dann eigentlich wieder bei einer konventionellen Bauweise. „Und dafür hatte ich keinen Auftrag.“

Hinsichtlich der Fassadengestaltung erhielt der Entwurf im Ortsrat bei fünf Enthaltungen keine Mehrheit, im Ausschuss war sie nur knapp. Einig waren sich beide Gremien allerdings: Der Rat soll 3,3 Millionen Euro im Haushalt 2022 für den Neubau der Krippe bereitstellen.

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