5-Sinne-Show im kleinen Hofcafé zu Haberloh

Nepal – von Tourismus und Hilfsprojekten am Himalaja

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Dina Nath Amgain, Roland Pöllnitz, Prakash Khadka und hinter den Kulissen Lydia Pöllnitz sorgten jetzt in Haberloh für einen bemerkenswerten Abend zum Thema Nepal.

Haberloh  - Zur 5-Sinne-Show Nepal hatten Lydia und Roland Pöllnitz jetzt Dina Nath Amgain aus Nepal ins Hofcafé nach Haberloh eingeladen und etwa 50 Besucher wollten sich dessen faszinierenden Bericht über das kleine Land zwischen China und Indien nicht entgehen lassen. Nun ist eine 5-Sinne-Show eigentlich immer etwas Besonderes, der jüngste Abend war nun in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.

Vor 13 Jahren war Roland Pöllnitz auf der Suche nach Brieffreundschaft – via Internet. „Willst Du mit mir eine Brieffreundschaft aufnehmen?“, kam als Antwort auf seine Suche von einem Dina Nath Amgain. „Als er dann Dias von Nepal schickte, wuchs in mir die Sehnsucht nach diesem schönen Land“, so Roland Pöllnitz in seiner Begrüßung.

Dieser Tage nun ergab sich die glückliche Fügung, dass Dina Nath Amgain aus dem fernen Asien für ein paar Wochen in Deutschland ist und im Hofcafé über seine schöne Heimat berichtete.

Aufgewachsen sei er im Bezirk Gurkha, doch es zog ihn in die Hauptstadt Kathmandu. Das ist zwar nur 190 Kilometer entfernt, bedeutet in Nepal aber eine Tagessreise. Gemeinsam mit Prakash Khadka zeigte Dina Nath Amgain tolle Bilder seiner Heimat und berichtete aus seinem Land.

Nepal hat im Norden und Osten große Teile des Himalaja-Gebirges, darunter auch den höchsten Berg der Erde, den Mount Everest mit 8 848 Metern. 40 Prozent des Landes liegen über 3 000 Meter hoch. Das arme Land wird zur Zeit von zwei kommunistischen Parteien regiert. Die Hauptstadt Kathmandu hat etwa eine Millionen Einwohner.

Verein fördert vor allem Frauen und Kinder

Als Dina Nath Amgain nach Kathmandu kam, war er 17 Jahre alt. Er arbeitete neun Jahre lang in einem Reisebüro und traf dort auch viele deutsche Touristen. So entschloss er sich, deutsch zu lernen, denn man sagte ihm, dass man mit deutschen Touristin Geld verdienen könne.

„Nach einem Jahr hatte ich aber keinen Bock mehr“, verriet er. Er nahm die eingangs erwähnte Brieffreundschaft nach Deutschland auf und gründete 2010 sein eigenes Reisebüro. Inzwischen ist er verheiratet und hat zwei Kinder, fünf und sieben Jahre alt. Inzwischen hat er auch viele deutsche Touristen durch Nepal begleitet.

Am 25. April 2015 gab es in Nepal ein verheerendes Erdbeben, die Schäden sind noch nicht behoben. Für den Wiederaufbau werden viele Spenden benötigt, so Dina Nath Amgain.

Er stellte auch den 2012 in Hamburg gegründeten Verein „Zukunftskinder Nepal“ vor. Dieser Verein unterstützt kleine überschaubare Projekte und fördert vor allem Frauen und Kinder. In den entlegenen Gebieten Nepals gilt es, die Verhältnisse der Bevölkerung in Bezug auf Gesundheit, Schule und Umwelt zu verbessern.

Gefördert werden der Aufbau von Gesundheits- und Dentalstationen, die medizinische Ausbildung junger Frauen und Kindergärten sowie Schulen.

40.000 Deutsche haben 2017 Nepal besucht

„Wir sammeln Spenden und schauen uns dann vor Ort an, was gebraucht wird. Dafür sind wir mit dem Motorrad im Land unterwegs“, erläuterte Dina Nath Amgain die Aktion. Die beiden jungen Männer aus Nepal stellten aber auch die „Asian Adventure Trips“ vor, die Reisen in das Hochland von Nepal organisieren. In Kathmandu wird dann Dina Nath Amgain die Routen entsprechend den Wünschen der Touristen vorbereiten. „Auch eine Tour mit einem Rollstuhl ist kein Hindernis“, erklärte er.

So könnten die Besucher die vielen Achttausender sehen, einen Blick auf Berge und den Phewassee genießen und vom Sonnenaufgang in Sarangkol schwärmen. Auch würden die Besucher von den vielen Festen, die gefeiert werden, begeistert sein. „Nepal ist ein Paradies für Trekkingtouristen und Wanderer, die auch Lumbini, den Geburtsort Buddhas, sehen werden. 940.000 Besucher waren im letzten Jahr in Nepal, unter ihnen 40.000 Deutsche.“

Dina Nath Amgain stellte auch den Lions-Club Kathmandu vor, dessen Präsident er 2017/18 ist. Dieser Club hat Kontakt zu Lions-Club in der ganzen Welt.

„Kommen Sie nach Nepal, das Land braucht Touristen“, waren Dina Nath Amgain Schlussworte. Der Applaus war riesig – und der Spendenerlös im kleinen Hofcafé zu Haberloh für Hilfsprojekte in Nepal ebenso beachtlich: stolze 350 Euro. - hu

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