Produktion seit Anfang der Woche

Atemschutzmasken made in Cluvenhagen: Mitarbeiter des Waldheims nähen gegen Corona

In der Krise wird der Zusammenhalt noch größer – und es entstehen neue Ideen: Im Waldheim in Cluvenhagen haben Mitarbeiter die Produktion von einfachen Atemschutzmasken aufgenommen. Foto: Englisch / Waldheimgruppe
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In der Krise wird der Zusammenhalt noch größer – und es entstehen neue Ideen: Im Waldheim in Cluvenhagen haben Mitarbeiter die Produktion von einfachen Atemschutzmasken aufgenommen.

Cluvenhagen - Mit der Produktion von Atemschutzmasken, die aufgrund der massiven Ausbreitung des neuartigen Coronavirus gerade für Risikogruppen, also Menschen älteren Semesters oder mit Vorerkrankungen, dringend benötigt werden, haben Mitarbeiter des Waldheims Cluvenhagen bereits am Montag begonnen. Das teilt Dieter Haase, Geschäftsführer der Tagesförderung der Stiftung Waldheim, mit. „Es geht so langsam los: Im Moment haben wir fünf Mitarbeiter“, berichtet Haase, der davon ausgeht, dass acht bis zehn Menschen in dieser Abteilung beschäftigt werden können.

Die Näherei mit Sitz in Cluvenhagen umfasst laut Haase sonst nur zwei bis drei Mitarbeiter. „Wir sind gerade dabei zu gucken, wen wir aus der Tagesförderstätte und anderen Bereichen noch dafür einsetzen können.“ Voraussetzung sei natürlich, dass diese Mitarbeiter den Umgang mit einer Nähmaschine beherrschen.

Indes verzögere sich der Produktionsbeginn noch durch andere, krisenbedingte Faktoren. „Im Moment sind die einfachsten Dinge nicht zu bekommen“, sagt Haase. „Wir haben Lieferschwierigkeiten bei leistungsstarken Nähmaschinen, Stoffen, Gummibändern und Ähnlichem.“ Nicht alle Arbeitsplätze, die sich aufgrund der Abstandsvorgaben teilweise in der Näherei, teilweise in der Tagesförderstätte befinden, konnten daher schon mit Maschinen ausgestattet werden, die für einen intensiven Arbeitseinsatz über mehrere Stunden geeignet sind.

Teile der Stiftung Waldheim geschlossen

„Die Idee ist in Kooperation mit dem Café im Clüverhaus und der Näherei der Stiftung Waldheim entstanden. An den Nähmaschinen sitzen Kollegen aus den Bereichen Näherei, Tagesförderung, Café im Clüverhaus sowie aus den Waldheim Werkstätten“, erklärt Katharina Englisch, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Waldheimgruppe. Deren Werkstätten, das Café im Clüverhaus und die Tagesförderstätten der Stiftung Waldheim wurden vorsorglich geschlossen.

Auf die Idee, Atemschutzmasken im Waldheim Cluvenhagen herzustellen, kam auch Stefan Bürger, Inhaber der Alten Apotheke in Achim. „Das ist eigentlich parallel gelaufen. Als Stefan Bürger auf uns zukam, hatten wir auch schon über diese Möglichkeit gesprochen“, erzählt Haase. Praktisch sei jedoch, dessen Expertise nutzen zu können. „Ich bin seitdem einige Male persönlich in der Apotheke gewesen und habe mit ihm die Muster abgeglichen.“

Laut Bürger werden Atemschutzmasken in der Alten Apotheke laufend nachgefragt. „Die Anfragen sind endlos. Wir könnten jemanden ans Telefon stellen, der nur diese Anfragen entgegennimmt.“ Die Kunden fragen oft vergebens, denn „wir haben keine und kriegen auch erst mal nichts!“, stellt Bürger klar. Die „zentrale Beschaffung“, von der Landrat Peter Bohlmann sprach, habe dementsprechend auch eine Kehrseite, sagt der Apotheker: „Die Gesundheitsämter werden mit Atemschutzmasken versorgt, dafür trocknen andere Kanäle aus.“

Atemschutzmasken erreichen nicht offiziellen Schutz

Das Waldheim wird zwar nicht solche Masken produzieren können, die einem Vergleich mit den industriell gefertigten wie im Krankenhaus standhalten, räumt Haase ein. Die Masken erreichen also nicht den offiziellen Schutz-Standard des Robert-Koch-Instituts, schützen aber vor Infizierung, indem sie Tröpfcheninfektion und das Einbringen von Keimen in Mund und Nase verhindern. „Im Moment brauchen wir alle Maßnahmen, die etwas bringen könnten, damit die bisherige Verbreitung des Virus sich nicht beschleunigt.“

So sieht es offenbar auch der Großteil der Beschäftigten mit Behinderungen und der Mitarbeiter, schildert Haase: „Ich habe den Eindruck, nahezu alle ziehen mit, nehmen diese Aufgabe an. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist groß.“

Die öffentliche Nachfrage werden die Cluvenhagener mit ihrem Einsatz im Moment nicht bedienen können. „Die Schutzmasken sind zunächst für den Eigenbedarf der Waldheim Gruppe“, stellt Katharina Englisch klar.

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