Nach jahrelanger Lückenbebauung kommt ein richtig dicker Brocken ins Rollen

Großes Baugebiet in Etelsen

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Rund 100 Häuser könnten im neuen Baugebiet „Berkels Ost“ entstehen – in ein paar Jahren.

Etelsen - In den vergangenen Jahren hat man im Flecken Langwedel vor allem auf Lückenbebauung gesetzt, wirklich große Baugebiete wurden keine mehr ausgewiesen. Das dürfte sich in gar nicht allzu ferner Zukunft ändern. Im Ortsrat Etelsen kamen am Dienstagabend drei Projekte ins Rollen. Der dickste Brocken ist ein mögliches Bebauungsgebiet „Berkels Ost“: 6,6 Hektar groß und mit Platz für rund 100 Häuser.

Der Flecken Langwedel verzeichnet sinkende Einwohnerzahlen. Im Gegensatz dazu registriert man im Langwedeler Bauamt immer mehr Anfragen nach Bauland. So viele, dass man sich fast an die Boomzeiten der 90-er Jahre erinnert fühlt, findet jedenfalls Bauamtsleiter Frank Bethge.

Anfang der 90-er Jahre legte die Langwedeler Politik noch ein mögliches Bebauungsgebiet „Berkels Ost“ auf Eis. „Die Infrastruktur war damals nicht da. Heute wäre es zu verkraften“, so Bethge. Neue Kindertagesstätten wurden gebaut, durch insgesamt weniger Nachwuchs im Flecken dürften die Kapazitäten in den Schulen auch ausreichen. „Bei den Krippenplätzen haben wir allerdings eine erhebliche Nachfrage.“ Und aktuell ein Defizit an Plätzen.

Das dürfte sich bei einem großen Neubaugebiet in Etelsen gewiss nicht verringern. Gerade weil man hier gerne finanzkräftige junge Familien wohnen haben möchte, die ihren Anteil zum Einkommenssteueraufkommen der Gemeinde beitragen. Der aktuelle Kindergarten Berkels dürfte die erwarteten Kinder nicht aufnehmen können. Man müsste im neuen Baugebiet noch eine weitere Krippe bauen.

Die Fläche auf dem Berkels hat sich die Gesellschaft für wirtschaftliches Bauen (GWB) aus Bremen gesichert, genauso wie ein Grundstück an der Etelser Straße, Asternweg und Lilienweg. Das gilt zudem für rund 1,3 Hektar Land in Steinberg, die man auch mit Wohnhäusern bebauen möchte. In Steinberg will man eine Versammlung anberaumen, um von den Steinbergern zu hören, ob so ein neues Baugebiet (mit zwölf Grundstücken) überhaupt haben wollen.

Bevor es zu „Berkels Ost“ kommt, das wohl in mehreren Schritten erschlossen werden würde, sind noch etliche Dinge zu erledigen: unter anderem braucht man ein Bodengutachten (inklusive Klärung der Frage, wo das Regenwasser abbleibt) und ein Erschließungskonzept.

Der Flecken Langwedel würde den zukünftigen Bebauungsplan auch mit einigen Bedingungen versehen: Verkauf der Grundstücke nur an Privatleute, bevorzugt an Bürger aus dem Flecken, Bebauung der Grundstücke innerhalb von fünf Jahren.

Im Ortsrat gab es von allen Parteien nur Zustimmung zu dem Vorhaben, sogar von der WGL. „Wir waren Anfang der 90-er ja gegen eine Wohnbebauung. Aber wir sind ja lernfähig“, so Gerd Landzettel. Allerdings werde man auf die Planungen und Entwicklungen ein sehr genaues Auge haben.

Wohnklötze wie jüngst am Langwedeler Herrenkamp entstanden, seien auf jeden Fall zu verhindern, befand der Ortsrat.

Geplant seien überall Einfamilien- oder Doppelhäuser auf Grundstücken von 600 bis 800 m² Größe, erklärte Bauamtsleiter Bethge. „Was anderes lässt sich heute gar nicht mehr vermarkten.“ Geschossbau sei nicht vorgesehen.

Bis in „Berkels Ost“ der erste Stein gesetzt werden könnte, ist aber noch der Gang durch etliche Instanzen nötig. Und das braucht Zeit. „Und wann kann da gebaut werden“, wollte ein Zuhörer wissen. Bethges vorsichtige Schätzung: „2017, 2018.“

jw

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