Ein richtiger Hingucker

Eingang zum Etelser Schlosspark bekommt Tor und Pforte nach historischem Vorbild

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Andreas Brandt, Axel Phillip, Helmrich Folkers, Jörn Semrau, Klaus Wätjen, Petra Söhn, Olaf Nientkewitz und Manfred Köster (v.li.) freuen sich über das Tor und die Pforte zum Schlosspark Etelsen. 

Etelsen - Wenn man dann links und rechts noch ein bisschen Grün pflanzt, vielleicht Ilex – „Dann haben wir da so einen richtigen Hingucker. Dann fragen sich die Ortsfremden, die hier vorbeifahren, nicht nur: Was ist das für ein schöner Wald? Dann denken die sich: Wo so ein Schloss ist, da muss noch ein richtiges Schloss sein“, meinte jetzt Andreas Brandt als Vorsitzender des Schlossparkvereins Etelsen. Der ist seinem Ziel, den Park seiner ursprünglichen Anlage anzugleichen, wieder ein Stück näher gekommen.

Einst gab es am Parkeingang zur Bremer Straße einmal ein schmiedeeisernes Tor und eine Pforte, wie sich einige Etelser erinnern. Bis zu den Zeiten des Tierparks, also bis Ende der 50-er Jahre gab es die Pforte noch.

In seinen Reisebeschreibungen „Heidefahrten“ aus dem Jahre 1890 erinnert sich der Dichter August Freudenthal an seinen ersten Kontakt mit Etelsen so: „Nahe vor Etelsen schon sind die Abhänge zur Rechten unserer Straße mit Nadel- und Laubholz bestanden, sodass uns der Ausblick in die Niederung verwehrt wird. Bald darauf gelangen wir an einen von einer hohen Mauer umgebenen Park mit herrlichen Buchen, Eichen und Tannen und malerischem Unterholz. Durch eine Pforte, unmittelbar an unserer Straße, betreten wir den Park. Zahllose Fußwege, bald aufwärts, bald abwärts führend, schlängeln sich durch den stattlichen Park.“

Im Schlossparkverein diskutierte man schon lange über die Wiederherstellung der Pforte. Man hatte sogar ein altes schmiedeeisernes Exemplar an der Hand. Das hatte obendrauf aber die einst so beliebten Speerspitzen. Die können zu ernsthaften Verletzungen führen, wenn ein Kollege auf die Idee kommt, drüber klettern zu müssen.

Was beim neu gestalteten Parkeingang aus pulververzinktem Stahl aber gar nicht nottut. Die Pforte ist immer offen. Das Tor allerdings nur, wenn Ausstellungen im ehemaligen Mausoleum anstehen. Flankiert werden Pforte und Tor von Pfeilern und Stelen aus dem gleichen Sandstein, wie er in der Region schon seit Zeiten der Weserreniassance verbaut wird und sich auch im Schloss Etelsen wiederfindet.

Finanziert wurde das Ganze durch Spenden

Und wer hat den ganzen Spaß bezahlt? Die Leute, die für die Neujahrsspende des Schlossparkvereins insgesamt über 10.000 Euro gaben. Die größten Einzelspender waren Olaf Nientkewitz, der aus Anlass seines 25-jährigen Dienstjubiläums 360 Euro zusammen bekam und Klaus Wätjen. Der hatte zu seinem 60. Geburtstag auf Geschenke verzichtet, hier gab es dann 555,55 Euro als Spende für den Schlossparkverein.

Axel Phillip von Gartenbau Phillip half kräftig mit „Material, Menschen und Maschinen“, so Andreas Brandt.

Das Bauunternehmen Semrau aus Etelsen engagierte sich ebenfalls. Die Bauleitung hatte Heinrich Struckmann. „Ihm ist die Umsetzung des Vorhabens überhaupt erst zu verdanken“, hob Andreas Brandt hervor.

Quasi nebenbei war zu vernehmen, dass die gute Zusammenarbeit von Bauleiter und bauausführender Firma nun so gar kein Zufall war. Nicht weil hier Ur-Etelser gemeinsam anpackten. Jörn Semrau hat das ehrenwerte Maurerhandwerk bei der Firma Holzkamm in Verden erlernt – als man hier unter der Führung von Heinrich Struckmann arbeitete.  jw

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