Christiane Hess begeistert als Schauspielerin mit enormer Wandlungsfähigkeit und viel Charisma

Mythen von Hexen, Heiden, Heiligen

Das Theaterpublikum im Häuslingshaus applaudierte begeistert. - Fotos: Hustedt

Langwedel - Maske, Feder, Tagebuch, Spazierstock – das ist alles, was Christiane Hess auf die Bühne mitbringt. Zwischen Lachen und Gruseln schwankten die rund 50 Besucher, die auf Einladung des Langwedeler Kulturvereins ins Häuslingshaus gekommen waren, um die enorme Wandlungsfähigkeit der Schauspielerin zu erleben, die mit schauspielerischer Glanzleistung von einer Rolle in die nächste schlüpft.

Zu Beginn ihres Programms „Hexen, Heiden, Heilige“, mit dem die charismatische Solokünstlerin in das Reich der Sagen und Mythen entführt, erschien Christiane Hess als alte Hexe mit furchterregender Maske, die sie kurz darauf fallen ließ. Christiane Hess stand ganz allein auf der Bühne, aber mit einer Präsenz, die ihresgleichen sucht. Ihre fantastischen Figurendarstellungen fesselten die Besucher, und ein profaner Spazierstock wurde dabei zu einem richtigen Zauberstab.

Christiane Hess bot eine schauspielerische Glanzleistung.

In ihrer ersten Geschichte ging es um die Ricklinger Teufelskuhle. Dort trafen sich zur Walpurgisnacht die Hexen auf den Bäumen. Ein heiliger Mann hatte hier eine Kapelle errichtet. Pünktlich schlug die Glocke dieser kleinen Kapelle, was aber dem Teufel nicht gefiel. Unter lautem Krach ließ er die Kapelle im Erdboden versinken, doch wurde er dabei vom Erbauer der Kapelle mit einem unseligen Fluch belegt. Als die Hexen wieder auf den Bäumen saßen und dort in der Krone ein kleines Feuerchen entfachten, kam der Teufel hoch und verbrannte sich dabei. Er konnte die Glocken nicht mehr halten, so dass diese wieder läuteten – und der Teufel verbannt war.

Dann ging es in das Jahr 782, als das Römische Reich christlich geworden war – bis auf ein kleines Dorf im Deister. Dort wohnte der Edelmann Lutter, der sich mit den Dorfbewohnern gegen die Christianisierung wehrte. So wurde den Christen aufgelauert, es begann ein furchtbares Morden. Lutter wollte seine Tochter rächen, die den Christen zwanzig Jahre zuvor als Bürge für den weiteren Frieden herausgegeben werden musste. Vor Lutter stand nun ein Vater mit seinem Sohn. Den Vater tötete er, den Sohn nahm er mit auf die Spitze des Deisters zum Exterstein, wo er ihn für seinen Gott Odin opferte. Kurz darauf erschien seine Tochter, um ihren Jungen zu suchen. Lutter hatte seinen Enkelsohn geschlachtet – und trat nun am Exterstein zum christlichen Glauben über.

Nach einer Pause ging es nach Hameln mit einer speziellen Deutung der Rattenfänger-Sage. Christiane Hess schlüpfte dabei abwechselnd in die Rolle einer Ratte und die eines Hamelners. Die Einwohner wollten die Rattenplage mit einem Musiker zu lösen. Der spielte so furchtbar, dass die Ratten durch das Stadttor zogen und in der Weser ersoffen. Die Kinder waren später begeistert und wurden entführt. - hu

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