Christa Eggers blickt auf 90 Lebensjahre zurück / In Dörverden war sie sehr aktiv

„Mutti kann das Unschöne gut vergessen“

Hat 90. Geburtstag: Christa Eggers.
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Hat 90. Geburtstag: Christa Eggers.

Langwedel – Eigentlich wollte Brigitte Mosley ihre Mutter Christa Eggers zu deren 90. Geburtstag aus dem Pflegeheim in Langwedel holen, um mit Angehörigen im Gasthaus „Waldschlößchen“ zu feiern. Doch daraus wurde wegen Corona nichts und es gab nur einen kurzen Geburtstagsbesuch, ohne Umarmung, nur mit Blickkontakt. „Das Personal ist lieb. Deshalb hoffe ich, dass meine Mutti trotzdem einen schönen Tag hatte“, sagt die Tochter.

Belastende Erinnerungen an das Kriegsende, die Vertreibung aus Jackobsdorf in Schlesien, dem heutigen Jakubowice, die Flucht vor den Russen und dann der Neubeginn in der Grafschaft Hoya, wo Christa Demoth, wie sie mit Geburtsnamen hieß, auch ihren späteren Mann, den Bahnbeamten Willi Eggers, traf. Es ist die Tochter, die diese Details für den Bericht preisgibt, weil ein Gespräch mit der alten Dame wegen der Infektionsgefahr leider nicht möglich ist.

„In der ersten Zeit nach der Flucht hat sie in Schweringen gelebt und ich weiß, dass sie für kurze Zeit in Hoya in der Gastronomie gearbeitet hat“, erzählt die Tochter. „Dort hat sie auch meinen Vater kennengelernt und ihn im September 1950 geheiratet.“ Das Paar bezog eine Bahnwohnung in Eystrup, zog nach der Geburt der Tochter aber nach Dörverden um, wo die Familie 1960 ein eigenes Haus bezog.

Christa Eggers zog die Tochter groß und führte den Haushalt und hielt zu vielen Menschen regelmäßig Kontakt. „Mutti war in Dörverden immer sehr aktiv. Sie hat sich in der Kirche engagiert, hat im Gitarrenkreis gespielt oder im Frauenkreis mitgewirkt und war Mitglied in der Awo. Auch Kegeln und Gartenarbeit haben ihr immer viel Freude bereitet“, weiß die Tochter.

Erst als ihre Mutter zunehmend kränklich geworden sei – der Ehemann war bereits 1992 versorben – habe diese kürzertreten müssen. „Deshalb habe ich 2006 die ,Regie‘ im Haus übernommen, um mich vor Ort um sie zu kümmern.“

Gesundheitlich hat sich die nun frischgebackene 90-Jährige aber nicht wieder erholt, sondern ihr Zustand hat sich mit den Jahren weiter verschlechtert. Deshalb, so Mosley, lebe ihre Mutter seit einem Jahr im Pflegeheim Am Goldbach in Langwedel, wo sie sich nach anfänglichen Schwierigkeiten gut eingelebt habe.

„Sie ist zufrieden mit ihrem Leben und kann das Unschöne gut vergessen.“ Besonders freue sich die Seniorin über die Nähe zu ihr, der Tochter, und dem einzigen Enkel Jermaine, der mit seiner Partnerin Mareike ebenfalls in Langwedel lebe.  nie

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