„Leute, lasst euch impfen“

„Das war ganz knapp“: Marco Behrmann hat eine Corona-Infektion überstanden

Marco Behrmann spricht offen über seine Infektion trotz vorheriger Impfung, die Folgen – und wirbt dafür, sich impfen zu lassen.
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Marco Behrmann spricht offen über seine Infektion trotz vorheriger Impfung, die Folgen – und wirbt dafür, sich impfen zu lassen.

Marco Behrmann hat sich im Urlaub mit dem Coronavirus infiziert. „Das war ganz knapp. Die Impfung hat mir das Leben gerettet“, ist sich Marco Behrmann sicher.

Langwedel – Er hatte schon Mitte Juni die Einmal-Impfung von Johnson und Johnson, beim Ohrenarzt. „Mir war egal, was ich bekomme. Hauptsache geimpft.“ Ehefrau Kathrin hatte die erste Dosis Moderna bekommen, Tochter Luisa blieb mit ihren acht Jahren ungeimpft. Die Behrmanns fuhren vor dem Urlaub noch für einen Test zur Apotheke. „Das machen wir für uns, hatten wir beschlossen.“ Alle drei waren negativ.

Ab nach Österreich. Hier wollte keiner mehr einen Test und einen Impfpass sehen. „Im Hotel: Nix. Keine Masken, auch am Büffet nicht. Und ich muss eines sagen: Es war schön.“ Am Tag vor der Abreise bekommt der Langwedeler erste Symptome, leichtes Fieber. Am nächsten Tag ist alles wieder gut. Ehefrau Kathrin lässt noch einen Test machen, für die Einreise nach Bayern: negativ. Genau wie die drei Tests, die sie bei Tochter Luisa während des Urlaubs gemacht haben.

Die Bayern kontrollieren gar nicht, nach einem Zwischenstopp in München stellen sich bei Marco Behrmann wieder Grippe-Symptome ein. Na, gut. Macht er eben mal einen Test. Der ist positiv. Bei Frau und Tochter fallen sie wieder negativ aus. Maske auf, so wenig Kontakte wie möglich und ab nach Hause.

Am Montag sitzt Behrmann beim Hausarzt. „Da hab ich noch rumgeflachst, was ich in den nächsten 14 Quarantäne-Tagen in Haus und Garten alles machen könnte.“ Aber sein Zustand wird mit jedem Tag schlechter. „Ich wollte das nur nicht wahrhaben.“ Beim täglichen Telefonat fragt der Hausarzt nach Atemnot. „Nö. Fühlt sich wie Grippe an.“ Er hatte hinterhältigerweise keine Schmerzen. Aber er wurde immer kraftloser. „Dann hab ich gemerkt, ich kann nicht mehr. Mir muss einer helfen.“ Behrmanns wählen die 116117, den ärztlichen Bereitschaftsdienst. „Da hieß es: Es kommt jemand. Ich war so was von erleichtert.“ Aber es kam niemand. Auf Nachfrage habe die Ärztin erklärt, sie komme nicht ins Haus, er habe ja Corona. „Das war das Schlimmste, das niemand gekommen ist.“

Am Montagmorgen um 8 Uhr folgt sein nächstes Telefonat mit dem Hausarzt, um 8.30 Uhr steht der Krankenwagen vor der Tür und bringt Marco Behrmann in die Aller-Weser-Klinik nach Verden. „Dann war alles topp.“ Bis auf seine unglaublich hohe Virenlast und die dramatisch schlechte Sauerstoffsättigung seines Blutes. Behrmann bekommt Sauerstoff, steht zwei Tage lang kurz vor der Beatmung. „Was sie mich aber nicht haben merken lassen. Und das war gut so.“ Acht Tage lang liegt er auf der Intensivstation und findet jetzt über Ärztinnen und Ärzte, über die Krankenschwestern, das ganze Verdener Krankenhaus nur überschwängliches Lob und Dank. Dazu der Zuspruch von so vielen Menschen, die Hilfsangebote für die ganze Familie. „Das war unglaublich. Das hat wahnsinnig geholfen.“

Seine Frau Kathrin und Luisa sind da auch schon positiv getestet. Kathrin Behrmann hat zwei Tage mit Schwindel und Kreislaufproblemen zu kämpfen. „Und Luisa – null. Gar nichts. Gott sei Dank.“

In Verden stellen sie ihm schon auf Intensiv ein Fernsehgerät hin. Marco Behrmann lenkt sich mit den Paralympics ab. „Wahnsinn, was die geleistet haben! Dieser Lebenswille!“ Die Sportlerinnen und Sportler mit Handicap motivieren, verhindern den Sturz ins Grübelloch. „Da geht es mir doch richtig gut, hab ich mir gesagt.“

Marco Behrmann hatte übrigens keine Vorerkrankung, keinen Bluthochdruck, nahm keine Medikamente.

Zwölf Kilo hat er verloren. „Vor allem Muskelmasse.“ Er soll Radfahren, geht zur Physio, macht Atemübungen, die Lunge ist noch nicht wieder bei 100 Prozent. „Aber ich lebe. Und ich kann nur sagen: Leute, lasst euch impfen.“

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