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Marc Röpke aus Etelsen ist Deutschlands bester Metallbau-Azubi

Profi im Bereich Konstruktionstechnik – und jetzt auch bester Lehrling Deutschlands: Marc Röpke mit Urkunde und Gesellenstück an seinem Arbeitsplatz bei den Delmenhorster Stadtwerken.
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Profi im Bereich Konstruktionstechnik – und jetzt auch bester Lehrling Deutschlands: Marc Röpke mit Urkunde und Gesellenstück an seinem Arbeitsplatz bei den Delmenhorster Stadtwerken.

Etelsen – Als Marc Röpke aus Etelsen Anfang November zum landesweit besten Metallbau-Azubi in der Fachrichtung Konstruktionstechnik gekürt wird, ahnt er noch nicht, wie gut er wirklich ist. Knapp zwei Wochen später gewinnt er auch den Praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend als bester Lehrling Deutschlands. Seine Ausbildung hat er bei den Stadtwerken Delmenhorst gemacht, die ihn auch in Festanstellung übernommen haben. Am 3. Dezember fährt Röpke zur Preisverleihung nach Berlin in die Verti Music Hall.

„Leider gibt es wegen Corona eine Obergrenze bei der Teilnehmerzahl. Es ist einerseits schade, dass ich keine Angehörigen mitnehmen kann: So etwas passiert ja wahrscheinlich nur einmal im Leben“, sagt der prämierte Handwerker. „Aber das muss man zu diesen Zeiten wohl akzeptieren. Andererseits: Schön, dass der Preis in Präsenz verliehen wird.“

Aufgrund der Pandemie erfolgte die Qualifizierung für den Preis per Videokonferenz. Röpke musste eine technische Zeichnung, die ihm die Preisjury zuvor zugesendet hatte, erläutern und technische Fragen dazu beantworten. Die Nachricht, dass er es zum Bundessieger geschafft hatte, überraschte Röpke nach eigenem Bekunden. „Für mich war es komplett offen“, erinnert er sich. Die Prüfung sei zwar gut gelaufen, aber anschließend sei er unsicher gewesen, ob er die Jury wirklich mit seinen Erklärungen überzeugt habe.

Dass Marc Röpke in dem, was er tut, gut ist, habe ihm schon sein Berufsschullehrer bestätigt, erzählt er: „Er hat gesagt, er hat seit 15 bis 20 Jahren keinen Lehrling mit so einem guten Abschluss erlebt.“ Seine Gesellenprüfung hat Röpke mit einem Gesamtergebnis von fast 100 Prozent abgeschlossen. Sein Gesellenstück ist eine kurbelbare Stütze aus Stahl, ähnlich wie sie an den Stützrädern eines Autoanhängers zu finden sei, erklärt der Etelser.

Marc Röpke aus Etelsen bei der Landesehrung in Celle, umrahmt von Mike Schneider, Präsident des niedersächsischen Handwerkstages, und Karl-Wilhelm Steinmann, Vorsitzender der Landesvertretung der Handwerkskammer Niedersachsen (r.).

Als Metallbauer hat Marc Röpke seine Berufung gefunden, sagt er. Für die Stadtwerke Delmenhorst kümmert er sich um die Wartung und Instandhaltung von Pumpwerken auf Kläranlagen in Delmenhorst und umzu.

„Was mich an dem Beruf Metallbauer fasziniert: Man hat am Anfang nur Rohmaterialien, die man bearbeiten und schließlich zusammensetzen kann. Aus diesen groben Bauteilen bringt man etwas zum Funktionieren“, sagt der 25-Jährige.

Umgekehrt habe er sich immer dafür interessiert, den Mechanismus hinter einer Maschine zu entschlüsseln, erzählt Marc Röpke. Schon von früher Kindheit an habe er dem Vater in der heimischen Werkstatt zugeschaut und ihn zunehmend bei Reparaturarbeiten unterstützt, um schließlich immer mehr selbst zu übernehmen. In der Schule wählte er selbstverständlich Werken und Technik als Wahlpflichtkurse.

Dennoch verlief Röpkes beruflicher Werdegang zunächst nicht geradlinig. Nach dem Realschulabschluss begann er eine Lehre als Mechatroniker bei der swb in Bremen. Als er wegen Trennung der Eltern mit einem Teil der Familie nach Etelsen gezogen war, entschied er sich dazu, die Lehre zu beenden. Stattdessen machte er ein Jahr Bundesfreiwilligendienst bei der Stiftung Waldheim in Cluvenhagen. „Das hat auch Spaß gemacht“, so Röpke, doch irgendwie habe es ihn zurück in den technischen Bereich gezogen. Röpke wechselte zum Berufsbildungswerk Bremen, das Einblicke in verschiedene technische Berufe ermöglicht. „Da waren auch ganz andere Handwerksberufe wie Zahntechniker oder Tischler dabei“, so Röpke. Nach anderthalb Jahren Ausbildung über das Berufsbildungswerk lockte ihn die Möglichkeit, bei den Stadtwerken Delmenhorst in die Lehre zu gehen. Dort konnte er seine Ausbildung aufgrund der absolvierten Lehrzeit und guter Noten in der Berufsschule um ein halbes Jahr verkürzen.

Für die berufliche Zukunft hat Röpke schon konkrete Pläne: Er arbeitet auf ein duales Studium hin und will sich dafür mit der Meisterprüfung qualifizieren. Das gehe schneller als das Abitur nachzuholen und verschaffe ihm einen zusätzlichen Berufsabschluss, der auch nach dem Studium noch hilfreich sei. Dafür wird Marc Röpke von seinem Arbeitgeber freigestellt. Bei der Handwerkskammer Bremen muss er zehn Monate lang die Schulbank drücken, sodass er den Meisterbrief im Februar 2023 in der Tasche haben könnte.

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