Manuela Urban-Lehmann auf dem Langwedeler Kunsthandwerkermarkt

Dreidimensionale Bilder – aus Schafwolle

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Plastische Wolfsbilder aus Wolle erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit.

Langwedel - „Was ein Maler mit dem Pinsel macht, mache ich mit meinen Händen“, sagt Manuela Urban-Lehmann. Das Ergebnis ist in beiden Fällen Kunst. Der Unterschied: Die Nienburgerin gestaltet ihre Bilder aus pflanzengefärbter Schafwolle – ihre „Märchenwollbilder“ sind auf dem Langwedeler Kunsthandwerkermarkt zu bewundern.

Der findet am ersten Wochenende im November statt. Dafür ist das Rathaus am Sonnabend, 7. November, in der Zeit von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag, 8. November, von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Vier bis zehn Stunden braucht die Künstlerin für ein Bild. Als Leinwand verwendet sie Filzplatten, auf die sie Wollfäden aufzieht und in mehreren Schichten übereinanderlegt. „Die Wollfasern haken sich ineinander und in der rauen Unterlage fest. In der Faser sind kleine Widerhaken, die wie ein Klettverschluss wirken“, erklärt sie und ergänzt: „Ungesponnene Wolle ist wie Watte.“

Die Kunstwerke sind dreidimensional. „Ich fertige gern Gesichter, aber auch Tiermotive. Wölfe und Löwen sind momentan sehr beliebt“, sagt die 54-Jährige. Für die Wildtiere eignet sich das Material hervorragend – so arbeitet sie Mähne und Fell bis ins Kleinste aus. Landschaften, Märchenbilder und Pflanzen sind weitere Motive.

Wie kommt man zu solch einem ausgefallenen Hobby? „Als Maskenbildnerin hatte ich mit Haaren zu tun“, erzählt Urban-Lehmann. Sie arbeitete an der Landesbühne Hannover und am Stadttheater Heidelberg. Es folgten drei Jahre freiberuflich auf der griechischen Insel Naxos. Dann wurde sie Mutter dreier Kinder.

Im Waldorfkindergarten ihrer Sprösslinge sollte Urban-Lehmann Bilder für einen Basar herstellen – jemand gab ihr einen Korb mit Wolle in die Hand. Bei Bildern für den Basar blieb es nicht: Mit Wolle zu malen bereitete ihr großen Spaß und weitere Werke folgten.

Mit ihrem Hobby ist Urban-Lehmann gern gesehener Gast auf Kunsthandwerkermärkten. So war sie unter anderem auf Märkten im Hamburger und Lübecker Raum, in Offenbach, im Wendland und der Waldorfschule in Bremen-Osterholz anzutreffen. Eine Einzelausstellung in Worpswede war eine weitere Gelegenheit, ihre Kunst vorzustellen.

In Langwedel ist die Künstlerin zum ersten Mal dabei und präsentiert außer ihren „Märchenwollbildern“ zahlreiche Postkarten. Fotografierte Motive ihrer großformatigen Kunstwerke.

Marktmeisterin Elke Raddatz hat für den Langwedeler Kunsthandwerkermarkt rund 40 Künstler gewonnen – einige dürften den Besucher bereits bekannt sein, andere sind zum ersten Mal dabei. Es gibt unter anderem Holz- und Keramikstücke, Kleidung, Schmuck in unterschiedlicher Ausführung, Seifenkreationen, exklusive Spanschachteln und einiges Vorweihnachtliches.

Der Langwedeler Kulturverein als Ausrichter freut sich auf viele Besucher, und der Schulförderverein der Oberschule am Goldbach „För use School“ bietet in der oberen Etage das beliebte Café mit selbst gebackenen Kuchen und Torten an. Parkplätze für Besucher stehen gegenüber dem Rathaus auf dem Gelände der Oberschule zur Verfügung.

is

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