Gemeinde verschickt Fragebögen

Lohnt ein Bürgerbus im Flecken Langwedel?

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In der nördlichen Nachbarstadt verkehrt bereits seit 2011 das „Achimobil“.

Langwedel - Wünscht die Bevölkerung im Flecken Langwedel einen Bürgerbus? Diese Frage soll nun geklärt werden. Alle rund 6 200 Haushalte in der Gemeinde bekommen Anfang der nächsten Woche ein Anschreiben mit Fragebogen zu dem Thema aus dem Rathaus übersandt. Die Organisatoren der Aktion hoffen dabei auf breite Unterstützung durch die Einwohner, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten.

„Entscheidend wird sein, dass wir eine Rücklaufquote von mindestens 25 bis 30 Prozent haben, sonst hat sich die Angelegenheit erledigt“, sagt Bernd Michallik, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bürgerbus. Vertreter aller Parteien im Flecken und die Ortsbürgermeister mischen darin mit und haben den Fragebogen ausgearbeitet.

Im Anschreiben an die Haushalte informiert Bürgermeister Andreas Brandt die Bürger darüber, dass im Bereich des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen bereits in 23 Gemeinden Bürgerbusse „mit großem Erfolg“ verkehren. Die mit acht Fahrgastplätzen ausgestatteten Kleinbusse, die auf festgelegten Linien nach Fahrplan unterwegs sind, werden von ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern gesteuert, erfährt der Leser weiter.

Mit einem Bürgerbus – in Achim, Kirchlinteln, Ottersberg, Oyten und Thedinghausen schon seit Jahren in Betrieb – könnten etliche Verbesserungen beim öffentlichen Personennahverkehr in der Gemeinde erreicht werden. Das von Brandt unterzeichnete Schreiben listet auf: „Anschluss abgelegener Ortschaften an die Kernorte Langwedel und Etelsen, Anschluss an die weiterführenden Buslinien Bremen-Verden und Fischerhude-Verden, Anschluss an die Bahnlinien Bremen-Hannover und Langwedel-Uelzen, zusätzliche Verbindungsangebote von Montag bis Freitag, Fahrmöglichkeiten zu attraktiven Preisen, Nutzung modener und behindertengerechter Fahrzeuge“.

Bernd Michallik, Vorsitzender der AG Bürgerbus.

Der Fragebogen im Din-A-4-Format besteht aus zwei Seiten und zwölf Fragen. In elf davon sind die Antwortmöglichkeiten vorgegeben; einfaches Ankreuzen genügt. Das Ausfüllen des Fragebogens dürfte also in wenigen Minuten zu erledigen sein.

Zunächst wollen die Organisatoren der Befragung wissen, in welcher Ortschaft der Haushalt angesiedelt ist. Das Antworttableau reicht von Steinberg bis Haberloh. Auch nach der Anzahl und dem Alter der Personen im Haushalt wird gefragt und ob „fußläufig eine direkte Bus- oder Bahnverbindung nach Langwedel oder Etelsen“ besteht. „Würde eine Angebotsverbesserung bestehender Linien ausreichen?“, lautet eine Zusatzfrage.

Weiterhin soll erhoben werden, wie sich die Einwohner überwiegend im Gemeindegebiet bewegen, insbesondere Richtung Langwedel oder Etelsen. Antwortfelder sind hier: „mit dem eigenen Auto, als Mitfahrer/in bei Verwandten, Nachbarn oder Freunden, mit dem Bus oder Zug, mit dem Fahrrad, mit dem Taxi“ oder „Sonstiges“. Die Bürgerbus-AG fragt zudem, ob Leute ohne fahrbaren Untersatz manchmal Schwierigkeiten hätten, zu einer bestimmten Tageszeit nach Langwedel oder Etelsen zu gelangen.

Und dann geht es ans „Eingemachte“. Michallik und Mitstreiter interessiert brennend, ob Bürgerinnen und Bürger in einen Bürgerbus steigen würden, wenn dieser „drei- bis fünfmal am Tag eine Verbindung innerhalb der Gemeinde mit Anschlussmöglichkeiten an weiterführende Bus- und Bahnlinien“ böte. Und wenn ja, wie oft: Ein- bis zweimal oder drei- bis viermal pro Woche oder aber nur ein-, zweimal im Monat.

Abgefragt wird auch, für welche Zwecke Flecken-Bewohner den Bus hauptsächlich nutzen würden. „Einkäufe; für den Weg zur Arbeit; Arztbesuche; Besuche, Freizeit, Kultur, Vereine; Bank, Post oder ähnliches; Zubringer zum Bus/Zug; Sonstiges“ sind hier die aufgelisteten Antwortkategorien. Angegeben werden soll auch, welche Busverbindung, also von wo nach wo, gewünscht wird.

Ein weiterer Punkt ist Bernd Michallik noch ganz wichtig. „Wenn wir keine ehrenamtlichen Fahrer finden, können wir das Ganze abblasen“, sagt er. 20 bis 30 Frauen und Männer müssten bereit sein, den Kleinbus zu steuern. Der Pkw-Führerschein und ein ärztliches Gesundheitszeugnis reichten dafür aus. Dementsprechend enthält der Bogen nicht zuletzt auch folgende Frage: „Können Sie sich vorstellen, den Bürgerbus in Ihrer Freizeit, beispielsweise zweimal pro Monat je drei Stunden, selbst zu fahren?“

Bis Ende des Monats sollen die Fragebögen ausgefüllt abgegeben werden. Dafür gibt es eine Reihe von Sammelstellen. Neben dem Rathaus sind das Geschäfte und etliche Ratsmitglieder.

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