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Letzte Ruhe unter Bäumen im Schlosspark Etelsen?

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Von: Jens-Peter Wenck

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Wenn man über einen Friedwald im Schlosspark nachdenkt, sollte man in diese Überlegungen auch das Mausoleum einbeziehen, finden (v.li.) Hella und Marco Bachmann, Rolf Meyer, Christoph Lindhorst und Lars Lorenzen.
Wenn man über einen Friedwald im Schlosspark nachdenkt, sollte man in diese Überlegungen auch das Mausoleum einbeziehen, finden (v.li.) Hella und Marco Bachmann, Rolf Meyer, Christoph Lindhorst und Lars Lorenzen. © Wenck

Langwedel – „Wir merken schon, dass sich Leute aus dem Flecken Langwedel woanders bestatten lassen“, erklärt Marco Bachmann, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Gemeinderat. Immer mehr Menschen brechen mit der alten Tradition, gleich ein Grab für mehrere Generationen einer Familie zu kaufen, wo dann über die Jahre und Jahrzehnte beerdigt und die Grabstelle gepflegt wird. Immer mehr Familiengräber werden aufgeben.

„Und der Deckungsgrad im Friedhofswesen wird immer schlechter“, so Lars Lorenzen. Da habe man sich in der CDU so seine Gedanken gemacht, sei kreativ geworden. Herausgekommen ist dabei ein Antrag, in dem Hella und Marco Bachmann für die Christdemokraten die Gemeindeverwaltung auffordern, sie möge prüfen, ob sich im Schlosspark Etelsen oder einem anderen Gebiet in der Nähe der Friedhöfe ein „Friedwald“ umsetzen lässt, in dem Waldbestattungen von Urnen möglich sind. Der Trend zu Urnenbestattungen wird immer größer, auch im Flecken, wie die Zahlen der Gemeindeverwaltung in vergangenen Ausschusssitzungen schon zeigten. „Das bestätigen uns auch viele in Gesprächen“, sagt Hella Bachmann. Für die Langwedeler zeige sich da ein Friedwald wie in Kirchlinteln als attraktiv.

Das hat nach Beobachtung der CDU mehrere Gründe. Im Wald, unter einem „eigenen“ Baum lässt sich die Urne eines Angehörigen unabhängig von jeder Konfession und abseits aller Konventionen würdevoll beisetzen. Auch nicht unerheblich: Die Natur übernimmt die spätere Grabpflege. „Viele wollen damit den Angehörigen nach ihrem Tod nicht mehr zur Last fallen“, so Hella Bachmann.

Bei der Suche nach der Möglichkeit für einen Bestattungswald kam die CDU ziemlich schnell auf den Schlosspark. Hier böte sich mit dem ehemaligen Mausoleum ein historischer und absolut geeigneter Ort für kleinere Andachten, ein idealer Ausgangspunkt für den Weg zum Bestattungsbaum. „Für den Schlossparkverein könnte sich dadurch eine Einnahmequelle erschließen“, schreibt die CDU in ihrem Antrag. Der Schlosspark ist zudem ein beliebtes Naherholungsziel mit vielen alten und mit vielen von Bürgern gestifteten Bäumen. Auch in der Nähe der anderen Friedhöfe ließen sich geeignete Flächen finden, meint man bei der Union. Man möchte zudem den eigenen „Bürgern die Möglichkeit bieten, sich in der eigenen Gemeinde in einem Bestattungswald beisetzen zu lassen und nicht in eine andere Gemeinde oder Landkreis ,abwandern’ zu müssen“, schreibt die CDU weiter in ihrem Antrag.

„Das soll kein Ersatz, sondern eine wichtige Ergänzung zu den bisherigen Bestattungsmöglichkeiten sein“, betont Christoph Lindhorst. Und wenn sich wieder mehr Menschen im Flecken beerdigen ließen, könnte das zur Deckung der Kosten für die Friedhöfe beitragen. „Die Lösung muss nicht immer eine Gebührenerhöhung sein“, erklärt Marco Bachmann.

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