Yuly Allende und ihre Bremer Salsa-Band fesseln Publikum im Bürgersaal mit heißen Rhythmen

Lateinamerikanisches Temperament zündet

Das Publikum im Bürgersaal spendete für die musikalischen Darbietungen begeistert Beifall.

Langwedel – Zur Tradition im Flecken gehört inzwischen das Jahresabschlusskonzert des Langwedeler Kulturvereins. Vorsitzender Rolf Göbbert begrüßte am Sonntagabend im Bürgersaal des Rathauses mehr als 100 Besucher, die sich mit lateinamerikanischer Musik gedanklich in wärmere Zonen entführen lassen wollten.

Auf der kleinen Bühne hatte die Sängerin Yuly Allende mit ihrer Bremer Salsa-Band „Crisol“ Platz genommen. Bernd Schlott mit dem Saxophon und der Mundharmonika, Axel Figur am Keyboard sowie Jorge Ballesteros mit der Gitarre und Juan Jose Velez mit der Percussion legten sich instrumental ins Zeug, rasch wippten Füße der Zuhörer mit. Mit ihrem südamerikanischen Temperament gelang es Allende innerhalb kürzester Zeit, den Funken auf das Publikum überspringen zu lassen.

Schon in ihrer Kindheit war immer Musik dabei, der Vater spielte Gitarre und Akkordeon. Die junge Frau studierte in ihrem Heimatland Chile Grafik und Design und sang hauptsächlich Folklore. Über ihren späteren Ehemann, einem Chilenen, der in Bremen arbeitete, kam sie in die Hansestadt und geriet an den Salsa. Dabei fühlte sie nach eigenen Angaben, dass dieses musikalische Genre ihrem karibischen Lebensgefühl folgt.

Als Sängerin nutzt Yuli Allende gerne die lateinamerikanischen Elemente für die Show. Fast immer hat sie während des Konzerts den Couro, einen kleinen Taktgeber aus Leder, in der Hand. Und auch wenn man den Gitarristen Ballesteros am Mikrofon nicht immer verstand, so waren die Besucher doch begeistert vom Temperament dieser Band.

Das Konzert begann mit einem Lied über schwarze Tränen. Dann folgte ein Song aus Venezuela, und schon da hielt es nicht mehr alle auf den Sitzen. In einer Ecke des Saals tanzten Besucherinnen zu den heißen lateinamerikanischen Liedern, denn Salsa hat Elemente aus Rumba, afrokubanischem Jazz und Bossa nova. Und als Schlott mit seinem Saxophon an die ersten Stuhlreihen vor der Bühne ging, war die tolle Stimmung im Saal greifbar.

Die Band gab ein Konzert, das mehr als zweieinhalb Stunden dauerte, aufgelockert durch zwei Pausen. Denn schließlich wollten sowohl die Sängerin und die Musiker als auch die Besucher zwischendurch die Kehlen ölen.

Der Humor kam an dem Abend ebenfalls nicht zu kurz. Als auch der Fischerhuder Bernd Schlott während des Konzerts nicht den Ausführungen des Gitarristen und von Yuly Allende folgen konnte, sagte er trocken: „Ich verstehe nur die Hälfte. Das kommt mir spanisch vor“ – und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Bei ihren heißen Rhythmen kamen die Musiker ganz schön ins Schwitzen, so dass Jorge Ballesteros irgendwann feststellte, dass es mächtig warm auf der Bühne sei. Plötzlich spielte Axel Figur chinesische Musik. Doch gleich danach ging es mit Liedern aus Argentinien und Chile weiter.

Als Yuly Allende erzählte, dass auch ihr Elternhaus vom Putsch 1973 in Santiago geprägt war, wurde es leise im Saal. Proteste gegen Korruption und Ungerechtigkeit in Chile könne sie daher gut verstehen. Solidarität und Integration sind für Allende mehr als nur Begriffe, sondern Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte. Wegen der Unruhen in ihrem Heimatland wurde auch der Umweltgipfel kurzfristig von Santiago nach Madrid verlegt. Isabel Allende las ein selbst geschriebenes Gedicht über das Überleben in Chile vor und erhielt dafür riesigen Beifall.

Bei der Band und ihrer Sängerin klingt die Musik so eindrucksvoll und authentisch durch die perfekte, leidenschaftliche Interpretation, dass sich der Zauber der musikalischen Vielfalt Süd- und Mittelamerikas im norddeutschen Publikum breitmachte. Und als die Gruppe aufhören wollte, forderten die Zuhörer „Zugabe, Zugabe!“. Mit dem Ohrwurm „Santamarena“, bei dem selbst einige Besucher mitsangen, endete dann dieser tolle Konzertabend im Bürgersaal.  hu

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