Langwedelermoorer Theatergruppe begeistert mit neuem Stück / Noch Restkarten

In der Poststube geht es rund

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Köstliches Theater wird in diesen Wochen beim Stück „Dat Glück kümmt mit de Post“ im Schützenhaus geboten.

Langwedelermoor - Ausverkauft war die Premiere im Schützenhaus Langwedelermoor schon lange. Zu recht, denn die Laiendarsteller der Theatergruppe des Schützenvereins zeigten auf der Bühne klasse Leistungen. Auch die weiteren Aufführungen des Stücks „Dat Glück kümmt mit de Post“ sind beim Publikum begehrt und nur noch wenige Plätze frei.

Die etwa 80 Zuschauer, die der Premiere beiwohnten, kamen aus dem Lachen nicht heraus. Der Schwank von Fritz Raab und Konrad Hansen unterhielt alle im Saal bestens.

Es spielt sich alles in der Poststube von Heinrich Vorschütz ab, der gleichzeitig Gastwirt und Posthalter ist – in der „Postagentur I“ wie er stolz erwähnt. Diese Rolle hat Routinier Richard Elling übernommen. Seine beiden Töchter, dargestellt von Marie Intemann und Lisa Mattfeldt-Köster, wohnen bei ihm – und seine Schwester Lina (Sabine Cordes). Während Herta Höflich, eine der Töchter, verheiratet ist, hat die jüngere Tochter Susi ein Verhältnis mit dem Bauern Jochen Bast (Thomas Gätje).

Vorschütz meint aber, dass der nicht die rechte Partie für seine Tochter Susi ist, denn der Landwirt sei nicht gut betucht. „Du hast ja meinem Vater in der Gastwirtschaft alles abgenommen, so dass er überschuldet war“, versuchte Bast zu erklären, warum er „in den Miesen“ steht. „Dann bin ich also Schuld daran, dass Du überschuldet bist?“, echauffierte sich Vorschütz.

Heimlich suchte er einen „richtigen“ Ehemann aus, einen Gottlieb Meyer. Und als er dieses seiner Schwester Lina erzählen wollte, fiel ihm dessen Vorname nicht ein. „Wie heißt denn nun der Meyer?“, fragte er laut, und auch aus dem Souffleusekasten kam keine Hilfe, denn Ursula Zessin als „Tosnackerin“ musste selbst lachen. Aber dieses Malheur bekamen nicht alle Gäste mit, denn einige meinten, dass dieses so einstudiert gewesen sei.

Heinrich Vorschütz drangsalierte seine beiden Töchter. Als Susi mit Jochen Bast verschwunden war, rief er hinterher: „Was machst du da?“ Schlagfertig kam die Antwort: „Ich bin am Fliegenfänger hängen geblieben“. Dann kam der neue Gast Gottlieb Meyer – natürlich mit „Y“, wie er immer wieder betonte. Allein sein Outfit und sein Benehmen sorgten für Lachsalven. Diese Rolle hatte Jan Warnke übernommen, der sich in die plattdeutsche Sprache erst noch hineinfuchsen musste.

Köstlich auch, wie Heinrich Vorschütz eine Bestellung für einen Kegelclub mit 21 Personen annahm, die Vorsuppe, Hauptgericht und Nachspeise für 3,25 Mark haben wollten. Gut, dass sich Gottlieb Meyer als gelernter Koch entpuppte. Je näher der und Susi sich kamen, umso mehr steigerte sich Basts Eifersucht.

Heinrichs schlitzohrige Schwester Lina hatte eine Idee, wie sie ihrem Bruder ein Schnippchen schlagen konnte. Sie lieh Jochen Bast Tausend Mark, die er sich selbst überwies und abholte und wieder überwies und abholte und so weiter. Allein schon die Szene, als Lina von ihrem Bruder ihr Geld herausverlangte, war sehenswert.

Doch alles soll nicht verraten werden. Zum Schluss stellte Joachim Gätje die Laienspieler vor, die für ihren Auftritt mit großem Beifall belohnt worden waren. Dabei hob er die drei Debütanten Jan Warnke, Lisa Mattfeldt-Köster und Marie Intemann hervor.

Letztere ist die Tochter des vor drei Jahren verstorbenen Holger Intemann, einstige Größe bei den Holtebütteler Plattsnackern. Beeindruckend, wie die junge Darstellerin nach dem Lesen eines Briefes ihres Bühnen-Ehemannes Hubert in Tränen ausbrach, aber auch wenn sie, sobald das Telefon klingelte, der Meinung war, dieses sei Hubert.

Regisseur Günter Gätje hatte vor Beginn der Premiere noch arge Bauchschmerzen, denn die letzten Proben waren nicht optimal gelaufen – aber er wurde eines besseren belehrt und strahlte mit den Darstellern um die Wette.

Die nächsten Vorstellungen sind heute um 20 Uhr, am Sonntag, 20. März, um 14 Uhr mit Kaffee und Kuchen, am Donnerstag, 24. März, um 20 Uhr und am Ostermontag, 28. März, um 19 Uhr. Karten gibt es noch bei Karin Gätje, Telefon 04232/9450500.

hu

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