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Langwedeler Retter feiern ihr 125-jähriges Bestehen

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Langwedeler Feuerwehrkompetenz (v.li.): Gemeindebrandmeister Ingo Lossau, Ortsbrandmeister Ralf Holtkamp, stellv. Ortsbrandmeister Udo Felke, Ex-Ortsbrandmeister Jürgen Luttmann.
Langwedeler Feuerwehrkompetenz (v.li.): Gemeindebrandmeister Ingo Lossau, Ortsbrandmeister Ralf Holtkamp, stellv. Ortsbrandmeister Udo Felke, Ex-Ortsbrandmeister Jürgen Luttmann. © Woelki

Langwedel - Von Tobias Woelki. Eine Kinderfeuerwehr, eine Jugendfeuerwehr, ein Förderverein, eine gute Ausstattung, eine gut ausgebildete, motivierte Mannschaft: Die Freiwillige Feuerwehr Langwedel ist in ihrem Jubiläumsjahr sehr gut aufgestellt. Das betonten die Redner auf dem Festkommers zum 125-jährigen Bestehen der Ortsfeuerwehr, den die Freiwillige Feuerwehr Langwedel im prächtig dekorierten und voll besetzten Festsaal des Gasthauses Klenke am Samstagabend feierte.

Den Abend moderierte in flott, charmanter Weise Gerd Behling, Vorsitzender des Kreissportbundes. Ortsbürgermeister Marco Behrmann sorgte mit Sketchen für humorige Abwechslung, die Gruppe Souly für schwungvolle Musik.

Ortsbrandmeister Ralf Holtkamp begrüßte die Gäste: „Wir feiern heute den Kommers, weil heute am 2. Februar 1894 die Ortsfeuerwehr in der Zeitung erstmalig erwähnt wurde.“

In einem kurzen Rückblick skizzierte Behling die Historie der Ortsfeuerwehr, die vor 125 Jahren aus dem Schützenverein heraus entstand und darum auch den Namen „Langwedeler Freiwillige Schützenfeuerwehr“ tragen sollte, wie das Verdener Anzeigenblatt am 4. Februar 1894 über die Planungen zur Gründung der Wehr berichtet. Am 6. März 1894 wurden dann die „Statuten der Freiwilligen Feuerwehr Langwedel“ beschlossen. Der erste Hauptmann der Wehr war auch Hauptmann im Schützenverein: Rudolf Knoche.

Behling: „In den Folgejahren stellten der Gesangverein, der Schützenverein und der Sportverein Überschüsse der Wehr zur Verfügung. Und weil die Männer damals mit ihren Pferdefuhrwerken schnell zu Bränden ausrückten, hieß die Wehr schon bald die ‚fliegende Langwedeler Wehr‘.“

Volles Haus: Die Feuerwehr Langwedel hatte aus Anlass ihres 125-jährigen Bestehens zum Kommers geladen. Fotos: Woelki
Volles Haus: Die Feuerwehr Langwedel hatte aus Anlass ihres 125-jährigen Bestehens zum Kommers geladen. © Woelki

Jürgen Luttmann, Ortsbrandmeister von 1987 bis 1999, blickte auf seine Amtszeit zurück. „Im Jahr hatten wir im Durchschnitt 28 Einsätze. Damals fuhren die Helfer mit ihren eigenen Pkw zum Einsatzort. Und wir rückten stets schnell aus.“

In Luttmanns Amtszeit kam das Thema Gefahrgut auf, baute die Gemeinde mit viel Eigenleistung das Gerätehaus mit vier Einstellplätzen um und gründeten die Retter eine Jugendfeuerwehr. „Das war genau die richtige Entscheidung, weil viele Jugendliche in die Einsatzgruppe wechseln“, resümierte Luttmann und schob nach: „Manche Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen waren schwer zu verkraften.“

Als seine Frau und er vor mehr als 25 Jahren nach Langwedel kamen, betrachtete man sie bei Festen noch als Neubürger, erinnerte sich Ingo Lossau. „Doch wer in die Feuerwehr eintritt, der ist kein Neubürger, sondern gleich mit dabei“, so Lossau, heute Gemeindebrandmeister und von 1999 bis 2011 Langwedeler Ortsbrandmeister. Mit Joachim Stünker, Andreas Mattfeldt und Andreas Brandt habe er drei Bürgermeister erlebt, das Laternelaufen (damals mit selbst gespielter Musik!) eingeführt und mit der Wehr das 112-jährige Bestehen der Ortsfeuerwehr mit den Kreiswettbewerben gefeiert. In seiner Amtszeit erließ die Gemeinde eine Gebührensatzung für abrechenbare Einsätze.

„Ganz wichtige Schritte für die Zukunft“

Ralf Holtkamp, Ortsbrandmeister seit 2011, berichtete von der großen Bahnübung, „die in dieser Form in Norddeutschland erstmalig abgehalten wurde“. Er ging auf die Gründung der Kinderfeuerwehr Langwedel-Daverden und die Gründung des Fördervereins der Ortsfeuerwehr ein. „Das waren ganz wichtige Schritte für die Zukunft“, betonte Holtkamp.

Der Ortsbrandmeister schob nach: „Das Jahr 2018 mit der großen Trockenheit im Sommer war für die Langwedeler Feuerwehr das Jahr mit den meisten Einsätzen in ihrer bisherigen Geschichte.“

Die Historie der Ortsfeuerwehr, die aus dem Schützenverein heraus entstand, sei eindrucksvoll, unterstrich Landrat Peter Bohlmann. Und: „Diese Geschichte zeigt, dass der Brandschutz und die kommunale Selbstverwaltung eng miteinander verbunden sind.“

Anschließend würdigten in ihren Grußworten die Politik, Bürgermeister Andreas Brandt und weitere Gäste das Engagement der Ortsfeuerwehr.

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