Langwedeler Kunsthandwerkermarkt mit vielfältigen Spektrum

Frühlingshaftes und Österliches in Top-Ambiente

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Papierkunst interessierte die Besucherinnen am Stand von Friederike Blumberg (links).

Langwedel - „Was hier wieder los ist. Wir sind begeistert“, rief Elke Raddatz. Die Organisatorin des Langwedeler Kunsthandwerkermarkts war bereits am Sonnabendnachmittag rundum zufrieden mit der Resonanz: „Schon bevor wir öffneten, standen Besucher vor der Tür, so dass es von Anfang an voll war.“ 37 Aussteller aus Norddeutschland hatten im Rathaus ihre Stände aufgebaut. Im Angebot: Frühlingshaftes und Österliches.

Ob Aussteller oder Besucher – alle waren angetan vom Ambiente. „Es ist eine tolle Atmosphäre hier, so harmonisch und entspannt“, lautete der Tenor. Eine Dame kam aus Hannover. „Ich besuche meine Schwester in Verden und wollte den Markt nicht verpassen“, sagte sie. Eine Achimerin kommt seit Jahren: „Ich liebe die Glasperlen von Elke Raddatz – inzwischen habe ich eine ganze Schale voll“, sagte sie lachend. Auch die Aussteller fühlten sich wohl. Vor allem diejenigen, die zum ersten Mal dabei waren, staunten über die gute Stimmung und Ungezwungenheit.

Beispielsweise Ulrike Deinert. Sie hatte Schuhe in kräftigen bunten Farben dabei. Seit 20 Jahren näht sie Schuhe – alles Handarbeit. „Für einen Halbschuh brauche ich sieben Stunden, für einen Stiefel 16 Stunden, manchmal auch länger“, erzählte die Berlinerin. Alle 36 Arbeitsschritte erledigt sie selbst – vom Herstellen der Leiste bis zum fertigen Exemplar. Gelernt hatte Deinert das Handwerk von einer Freundin. „Ich habe mehr als ein Jahr lang gebraucht, um zwei zueinander passende Schuhe zu fertigen“, sagte sie lachend. Auch die Lederreste verwertet sie: Daraus näht sie Gürtel und Lesezeichen in Mäuseform.

Ganz aus der Nähe kam Friederike Blumberg. Neben ihrer Papierkunst – Scherenschnitte, in Schriftzügen gefaltete Bücher, Papierschmuck und Geschenkbüchlein – präsentierte sie etwas Neues: Pergamentkunst. Ist zwar auch Papier, wirkt aber wie Spitze aus Stoff. Das dachten viele Besucher, und die Daverdenerin führte vor, wie die Lampenschirme hergestellt werden. Die Grundlage bildet festes Pergamentpapier. „Butterbrotpapier eignet sich dafür nicht“, sagte die Künstlerin. Mit einem Gelstift zeichnet die das Muster darauf und drückt es mit einem speziellen Stift durch. Anschließend piekst sie winzigkleine Löcher und schneidet sie mit einer Pinzettenschere aus.

Zum ersten Mal stellte Corina Coors auf dem Kunsthandwerkermarkt aus – Kissen für Zwei- und Vierbeiner hatte sie dabei. Klar, selbstgenäht. Alle in knalligen Farben. „Ich züchte Hunde, und so bin ich auf dieses Hobby gekommen“, sagte die Walsroderin. Und wenn es Hundchen schon gemütlich hat, sollte es für Herrchen und Frauchen ebenso sein. Auch für Katzenbesitzer hatte sie Modelle dabei.

Nebenan hatte eine weitere „Neue“ ihren Stand aufgebaut: Simone Kottkamp aus Elsfleth. Bei ihr gab es wunderschöne Töpferkunst. Schalen, Becher, Dosen, Krüge und vieles mehr mit Wildblumenmotiven. Nicht nur zum Ansehen, sondern auch zum Benutzen.

Der Veranstalter, der Langwedeler Kulturverein, war natürlich auch vertreten. Wie immer im Foyer, gleich neben dem Eingang. Sigrid Ernst verkaufte Baumwollbeutel, auf die das Häuslingshaus gedruckt war. „Falls jemand noch eine Tasche braucht“, meinte sie schmunzelnd. Wolfgang Ernst hielt Restbestände historischer Infobroschüren feil.

Oben im Café herrschte ebenfalls dichtes Gedränge. Unzählige Besucher ließen sich Kaffee und von Mitgliedern des Fördervereins der Langwedeler Grundschule schmecken.

is

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