Langwedeler Kulturtage legen einen Schwerpunkt auf Haberloher Maler / Vernissage am Freitag im Häuslingshaus

Norbert Sauer und das menschliche Dasein

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Karin Christoph hat den musikalischen Teil der Vernissage inne.

Langwedel - Ein Schwerpunkt der Langwedeler Kulturtage, die heute beginnen, liegt in der Präsentation von Werken Norbert Sauers, geboren 1956 in Iserlohn gestorben 2010 in Verden. Eine kleine Auswahl ist heute ab 19 Uhr im Rathaus zu sehen. Eine umfangreichere Werkschau wird am Freitag um 17.30 Uhr mit einer Vernissage im Langwedeler Häuslingshaus eröffnet.

Damit soll dem beeindruckenden Langwedeler Künstler Norbert Sauer posthum die ihm zustehende Achtung und Beachtung erwiesen werden. Die Ausstellung im Häuslingshaus (Auf dem Sandberg 11) ist bis zum 20. März täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Im Rathaus sind die Bilder dort während der Öffnungszeiten zu besichtigen.

Gelernt hat Norbert Sauer den Beruf eines Gestalters für visuelles Marketing (damals Schauwerbegestalter genannt). Daneben, in den 1970-er Jahren, widmete er sich einem autodidaktischen Studium der Malerei. Norbert Sauer war Mitglied im Arbeitskreis bildender Künstler und bei „Robin Wood“. Seit 1980 lebte und wirkte Sauer als freischaffender Künstler, zuletzt in Langwedel-Haberloh.

Auftragsarbeiten zu Titelillustrationen für den „Stern“ passten noch in sein ursprüngliches Berufsbild. Umwelt- und sozialkritische Bilder zählten ebenso zu seinem frühen künstlerischen Schaffen. Mit der Zeit richtete er aber seine Intention immer mehr auf den Menschen als emotional befindliches Individuum.

Ein ausdrucksstarkes Beispiel ist das Aquarell „Dinner for two“. In einem perfekt dafür arrangierten Raum wird eine Frau hinein kombiniert, deren Haltung und Miene ihre Gemütsbewegung wegen des fehlenden Zweiten zum Ausdruck bringt.

Das ist Kunst, die Norbert Sauer konnte und machen wollte: „Dabei geht es mir darum, nicht einfach nur exakt gemalte Details zu kombinieren, sondern um die Emotionen, die das menschliche Dasein im individuellen Augenblick definieren: Die Gemütslage des Menschen selbst, die ich durch Mimik und Gestik zu verdeutlichen suche.“

Und so können seine Bilder Melancholie, Erwartungen, Ironie aber auch Frechheiten und Sinnlichkeiten ausdrücken, immer auf einer realistisch gemalten Szenerie. Dabei werden verschiedene Techniken angewandt: Öl und Acryl, Aquarell, aber auch die äußerst aufwendige Radier-Technik „Mezzotinto“. Für seine spezielle Technik der Aquarellmalerei erhielt er 1993 den Bernhard-Kaufmann-Kunstpreis.

Zur Vernissage im Häuslingshaus am 11. März hat man die Musikerin Karin Christoph eingeladen. Sie wird ihre Geige im Gepäck haben, die Veranstaltung begleiten und ihr mit ihrem Können ein eigenes, ganz besonderes Gewicht geben.

Nach einer klassischen Geigenausbildung kam Karin Christoph durch ihre Liebe zum Zigeunerjazz fast zufällig nach Ungarn.

Dort verliebte sie sich in die wilde und ursprüngliche Musik transsylvanischer Kapellen, die ihr Tanzhaus-Musikanten beibrachten.

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