Langwedeler Kulturtage: Günter Gall und Konstantin Vassilev im Rathaus

Zeitreise zu Erich Kästner

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Günter Gall und Konstantin Vassilev treten am Sonnabend im Bürgersaal des Langwedeler Rathauses auf.

Langwedel - Am Sonnabend, 12. März, um 19 Uhr werden es die Besucher der Langwedeler Kulturtage gleich mit drei bekannten Künstlern unterschiedlicher Genres zu tun bekommen und mit einer leider in Vergessenheit geratener Künstlerin. Ein Abend gestaltet von vier interessanten Menschen: Günter Gall, Konstantin Vassilev, Käthe Wolff und Erich Kästner.

Erich Kästner schrieb 1955 die „13 Monate“ als ein „Großstädter für Großstädter“, in dem er das Jahr in prallen Versen voller Leben, aber auch mit Melancholie und einem Schuss Sarkasmus beschreibt. Dieser Gedichtzyklus gilt als eins der romantischsten und idyllischsten Werke, das bezeichnend für die späte Schaffenszeit Kästners ist.

Günter Gall würzt das Monatsmenue durch seine lebendige Lesung. Die vorgetragenen Lieder und Chansons – je nach Jahreszeit mal melancholisch oder heiter – stammen von Zeitgenossen Kästners wie z.B. Mascha Kaleko. Auch Volkslieder erklingen in modernem Gewand.

Konstantin Vassilev bringt mit seinen Gitarrenklängen die Verse regelrecht zum blühen, z.B. bei „Der Flieder im Mai“, „Schneeglöcken läuten“ oder „Blätter tanzen sterbensheiter durch den Herbst“.

Die Schattenbilder von Käthe Wolff (geb. 1882) entstanden um 1915 bis 1917 als Kalenderblätter und runden das Programm mit heiter romantischen Scherenschnitten ab. Käthe Wolff war zu ihrer Zeit eine bekannte Künstlerin und studierte in Berlin.

Günter Gall, Jahrgang 1947, getauft mit geweihtem Rheinwasser, sieht sich, genau wie auch Kabarettist Hanns Dieter Hüsch, mit dem er in den 90-er Jahren auf vielen Bühnen stand, als „Berufsniederrheiner“. In den 1970-er Jahren fing Gall im Straßenstaub der Fußgänger- Zonen an: Er sang Volks- und Bänkellieder, sowie Lieder der Demokraten von 1848.

Nun ist er schon seit mehr als 40 Jahren im ganzen deutschsprachigen Raum, sowie im angrenzenden Ausland unterwegs und bereichert als einfühlsamer Interpret zahlreicher Literaturprogramme die deutschen Kleinkunstbühnen.

Konstantin Vassilev begleitet Günter Gall seit 13 Jahren bei seinen Programmen. Er stammt aus Sibirien und studierte an der Hochschule für Musik in Novosibirsk Gitarre.

Als Komponist beschäftigt er sich vornehmlich mit Kammermusik für verschiedene Besetzungen, ist in seiner Arbeit aber immer wieder auf sein Hauptinstrument, die Gitarre, fokussiert. Seine Musik erklingt experimental und innovativ, ist aber auch von Traditionen, vor allem der russischen Schule, geprägt. Sein Musikstil zeichnet sich aus durch Vielfältigkeit: von romantischer Melancholie, über impressionistische Fantasterei und Mystik bis zur zeitgemäßen Expressivität.

Im vergangenen Jahr traten beide Künstler mit dem Programm „Soldaten-Leben- Lieder von Krieg & Frieden aus fünf Jahrhunderten“ im Langwedeler Häuslingshaus auf und erhielten Lob, Anerkennung und viel Applaus.

Die „13 Monate“ von Erich Kästner sind eine Vorschau, eine Rückschau oder eine Standortbestimmung. Oder wie er selber sagen würde: „Der Sinn der Jahreszeiten übertrifft den Sinn der Jahrhunderte.“

Die Besucher können sich auf einen Abend mit „Lebendiger Poesie, die nachhallt und einen musikalischen, literarischen Genuss“ freuen. Der Eintritt in den Bürgersaal des Langwedeler Rathauses ist wie immer bei den Langwedeler Kulturtagen frei.

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