Warten auf den Blutmond

Über 100 Besucher wollen Jahrhundertereignis in der Volkssternwarte Langwedel erleben

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Richtig gut besucht war am Freitag die Volkssternwarte. Hier wollte man gemeinsam die totale Mondfinsternis beobachten. 

Langwedel - Auf einen besonderen Sommernachtstraum unterm Sternenhimmel warteten am Freitagabend etwa 100 Interessierte auf dem Dach der Oberschule am Goldbach, dort, wo die Volkssternwarte Langwedel noch ihr Domizil hat. Peter Kreuzberg vom Verein Volkssternwarte erläuterte ausführlich die zu erwartende totale Mondfinsternis. Mehrere Vereinsmitglieder hatten auf dem Schulgebäude Teleskope aufgebaut, damit man den Himmel noch besser beobachten konnte.

Um 21 Uhr war die Plattform schon gut gefüllt, jeder Besucher strebte nach einem günstigen Sehplatz. Peter Kreuzberg überbrückte die Wartezeit bis zum Mondaufgang mit Informationen zur Sternwarte, die 1986 von Heinz und Hanna Struckmann sowie Andreas Kaczmarek, der auch heute noch Vorsitzender ist, und Günther Blümel eröffnet wurde.

Auf dem Schuldach beherbergen vier Rolldachbauten das Instrumentarium. Andreas Vogel, den stellvertretenden Vereinsvorsitzenden und Leiter des Olbers-Planetarium Bremen, hatten viele der Besucher bereits zuvor in den Nachrichten im Fernsehen gesehen. Wie berichtet zieht die Sternwarte mit dem Abriss des alten Schulgebäudes um, das Ringfundament für die neue Sternwarte hinter dem neuen Schulgebäude wurde bereits gelegt.

Auf die Frage eines jungen Besuchers, wenn dann die nächste totale Mondfinsternis in Langwedel zu beobachten ist, antwortete Peter Kreuzberg: „Da musst Du aber ganz gesund leben, denn die ist erst im 105 Jahren, am 9. Juni 2123.“

Es wurde 21.30 Uhr und der Mond sollte aufgegangen sein. Gespannt schauten alle Besucher in Richtung Südost, dort hinter in einer Baumlücke sollte er eigentlich so langsam erscheinen. Doch auch das Schauen mit Ferngläsern half nichts, der Mond blieb zunächst hinter Dunst verborgen. So richtete man die Teleskope auf Saturn und Jupiter aus, beim Jupiter waren die drei Monde gut zu erkennen.

Gegen 22 Uhr kam von Südwest her ein heller Punkt immer näher. Wenn schon der Mond nicht zu sehen war, so blickten jetzt alle noch oben, denn die internationale Raumstation ISS zog genau über der Schule ihre Bahn und verschwand bald wieder Richtung Nordost. Die Raumstation rast in 400 Kilometer Höhe in 92 Minuten rund um den Erdball. Und als der Himmel so richtig dunkel war, wurde er doch noch gesichtet, der anfangs recht blasse Mond. Über den Baumwipfeln war er zu erkennen. Langsam stieg er höher und trat dabei tiefer in den Schatten der Erde ein. Dabei verfärbte er sich rot-orange und war jetzt auch mit bloßem Auge bestens zu sehen. Der Höhepunkt der Mondfinsternis war schließlich erst um 22.22 Uhr erreicht. 

hu

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