Breitbandausbau: EWE verlegt Glasfaserkabel 

Langwedel verschafft sich digitalen Wettbewerbsvorteil

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EWE hat mit dem Breitbandausbau im Projektgebiet Langwedelermoor, Haberloh und Völkersen begonnen. Hier führen Mitarbeiter der beauftragten Baufirma Restarbeiten für einen Abschnitt Nahe der Zimmerei Gätje in Völkersen aus. 

Langwedel - Von Lisa Duncan. In Sachen Breitbandausbau tut sich etwas im Flecken Langwedel: Im Projektgebiet Völkersen, Langwedelermoor und Haberloh verlegt das Unternehmen EWE mit Sitz in Oldenburg, das auch als Stromversorger agiert, abschnittsweise Glasfaserkabel. Die Maßnahme soll es ermöglichen, den Flecken auch langfristig mit schnellerem Internet auszustatten.

Bereits Mitte Juli hatte EWE mit den Ausbauarbeiten begonnen – das Ende einer langen Wartezeit: Den ersten Förderantrag für die Einrichtung von Turbo-Internetverbindungen hatte der Flecken nämlich bereits 2016 gestellt. „In der Realität läuft es oft etwas anders als in der Planung“, sagt Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt.

EWE übernimmt den Ausbau für zwei Projektgebiete: Das umfasst zum einen den Bereich Völkersen, Langwedelermoor und Haberloh, zum anderen Abschnitte in Ottersberg und Ebbensiek (Fischerhude). Die Arbeiten im ersten Projektgebiet sollen nach rund zwölf Wochen, spätestens jedoch in der 44. Kalenderwoche (Mitte Oktober) abgeschlossen sein.

„Die Entscheidung für den Ausbau ist gefallen“, sagt Alexander Voigt, zuständig für den Breitbandausbau bei der EWE. „Allerdings sind, bezogen auf das Projektgebiet Ottersberg und Ebbensiek, technisch bedingt noch Parameter zu klären“, fügt er hinzu. Auf Landkreisebene stünden noch Abstimmungen aus, etwa mit der Telekom, die im Ausbaugebiet Kunden habe. Das Glasfasernetz der EWE könne nach Fertigstellung „diskriminierungsfrei genutzt werden“, stellt Voigt klar. Internetverträge stünden den Kunden anschließend mit jeglichen Anbietern offen.

Der Breitbandausbau wird vom Land Niedersachsen mit einem Förderbetrag von 274 219 Euro unterstützt. Der Landkreis Verden und die Kommunen verpflichten sich, die Kofinanzierung zu leisten: Rund 30 900 Euro kommen vom Landkreis, etwa 12 877 vom Flecken Ottersberg und noch einmal rund 18 024 vom Flecken Langwedel. Als Projektverantwortlicher übernimmt der Flecken Langwedel den Löwenanteil, schießt also quasi einen Anteil für die Gemeinde Ottersberg vor.

Der nächste Abschnitt, in dem Glasfaserkabel von Völkersen-Nord, Richtung Allerdorf, verlegt werden.

„Für den Investor EWE tut sich damit noch eine Wirtschaftlichkeitslücke von 309 000 Euro auf“, rechnet Brandt vor. Das finanzielle Risiko reduziere sich später durch die Anschlussquote. 124 unterversorgte Gebäude gebe es aktuell im Projektgebiet.

„Unterversorgt“ bedeutet in diesem Fall, dass sich darunter Haushalte befinden, die über eine Internetgeschwindigkeit von weniger als sechs MBit verfügen. So auch das Förderkriterium. Wie sehr sich die Übertragung von Daten durch den Glasfaserausbau beschleunigen wird, könne man nicht genau vorhersagen, erklärt der Langwedeler Bürgermeister. „Dazu müssen wir den technischen Ausbau abwarten.“ Denn direkt am Kabelverzweiger sei die Datenübertragung zwar auf 100 MBit standardisiert, aber je nach Entfernung des Hauses zum Knotenpunkt nehme die Übertragungsrate ab.

Den Ausbau der Dateninfrastruktur mittels Glasfaserkabeln sieht Brandt als Teil eines übergeordneten Projekts des Landes Niedersachsen. Nach dem Haushaltsentwurf 2019 vom 25. Juni sieht die Landesregierung nämlich vor, bis 2025 jedes Gebäude mit glasfaserbasierten Gigabitnetzen zu versorgen.

Daher sei es wichtig, so Brandt, dass über das derzeit laufende Projekt schon einmal Glasfaserkabel verlegt seien. Denn mittels der sogenannten Vectoring-Technik könnten bestehende Kabelverzweiger mit geringem technischen Mehraufwand überbaut werden. Damit sei der nun kommende Breitbandausbau ein Zukunftsfaktor für den Flecken Langwedel: „Das ist ganz wichtig für den ländlichen Raum und ganz klar ein Wettbewerbsvorteil“, so Brandt.

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