Aufregerthema bleibt außen vor

Über Baumängel an Oberschule berät Fachausschuss hinter verschlossener Tür

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Solange die neue Oberschule nicht fertiggestellt ist, bleibt der Altbau (rechts) stehen. 

Langwedel – Der Aufreger im Flecken Langwedel, die Baumängel an der neuen Oberschule am Goldbach, war im nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Schulausschusses versteckt. Über das mit Abstand wichtigste Thema berieten die Fraktionen und führenden Vertreter der Gemeindeverwaltung am Donnerstagabend also hinter verschlossenen Türen.

Und Bürgermeister Andreas Brandt sah auch auf Nachfrage dieser Zeitung keinen Anlass, gestern Informationen zu dieser brisanten Angelegenheit nachzuschieben. Dabei hatte Hauptamtsleiter Rolf Korb noch Ende Dezember versprochen, die Öffentlichkeit „Anfang Januar“ über die erneute Bauverzögerung, deren Hintergrund und einen neuen voraussichtlichen Einweihungstermin für den mindestens 17 Millionen Euro kostenden Neubau der Oberschule – das teuerste Projekt in der Geschichte des Fleckens Langwedel – umfassend in Kenntnis zu setzen.

Die Gemeinde hat bekanntlich einen Gutachter eingeschaltet, der die Ursache und das Ausmaß des Schadens, der wahrscheinlich durch fehlerhaft verlegten, nicht ausreichend getrockneten Estrich eingetreten ist, klären soll. Weist der Sachverständige dem ausführenden Unternehmen Pfusch am Bau nach, dürfte der Flecken Langwedel Gewährleistungsansprüche gegenüber der Firma geltend machen.

Weil die Öffentlichkeit und damit auch die Presse bei der nichtöffentlichen Sitzung außen vor blieben, kann nur darüber spekuliert werden, in welchem Umfang Gebäudeteile saniert oder sogar neu gebaut werden müssen. Und wann die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte die alten, maroden Blöcke A und B verlassen und endlich den Neubau, bei dem es bereits mehrfach Probleme und infolgedessen Terminverzögerungen gegeben hat, beziehen können.

Der „Informationspolitik“ der Gemeinde nach zu urteilen, dürfte der Schaden beträchtlich sein. Was darauf schließen lässt, dass der Betrieb der neuen Oberschule keinesfalls vor dem Sommer starten wird.

Im öffentlichen Teil der Sitzung stand kaum Aufregendes und Diskussionswürdiges auf der Tagesordnung. Der Schulausschuss befasste sich mit anderen Bauvorhaben an Lern- und Sportstätten in der Gemeinde und war sich am Ende in allen Punkten einig.

Der Eingangsbereich der Sporthalle an der Oberschule soll nach dem Rückbau des Gebäudetraktes A großzügig erweitert und barrierefrei in Richtung Große Straße verlegt werden. Hauptamtsleiter Korb sprach von einer nicht nur für das Auge ansprechenden Lösung, denn die Schüler und Lehrer hätten dadurch „kurze Wege“.

Zudem soll die „Haut“ der Sporthalle komplettiert werden. Der Ausschuss stimmte dafür, Fassadentafeln in grüner, roter oder in andersfarbiger Holzoptik anzubringen. Die Farbgestaltung, auch des Eingangsbereichs, will das Gremium zu einem späteren Zeitpunkt festlegen.

Die vom Bauamt der Gemeinde ebenfalls vorgestellte Alternative, eine Klinkerverblendung, lehnte Schulleiter Rolf Bartels als „unmodern“ ab. Aber er wandte sich auch gegen „farbliches Patchwork“ an der Stelle. „Denn die Schule und die Sporthalle sollten als eine Einheit erkennbar sein.“ Eine Meinung, die jedoch längst nicht alle im Ausschuss teilten.

Bartels freute sich darüber, dass der bisherige Innenhof als Differenzierungsraum der Bandklasse hergestellt wird. Und die Sternwarte erhält nebenan einen Abstellraum, der von außen zugänglich ist

Die Gemeinde nimmt für diese Maßnahmen einiges Geld in die Hand. Die vorläufigen Kosten belaufen sich auf 150 000 Euro.

Der Haupteingang der Sporthalle an der Goldbachschule wird in Richtung Große Straße verlegt und aufgepeppt.

Darüber hinaus empfahl der Schulausschuss, für die Energieversorgung der Sporthalle eine Gasbrennwertanlage einzubauen. Das mit der Fachplanung beauftragte Ingenieurbüro Andreas Krampitz, Harsefeld, hatte noch eine zweite Variante erarbeitet. Ein Blockheizkraftwerk an der Halle zu betreiben, bezeichnete er jedoch als unwirtschaftlich, da an der neuen Oberschule bereits eine autarke Energieversorgung über eine Wärmepumpe vorgesehen ist.

Die von Bauamtsleiter Bernhard Goldmann ins Spiel gebrachte Solaranlage auf dem Dach der Sportstätte wurde ebenfalls verworfen. Dafür sei kein Platz auf der gerade erst sanierten Halle, stellte Bürgermeister Brandt in der Sitzung fest.

Weitere 330 000 Euro will die Gemeinde in eine neue Heizungs- und Lüftungsanlage in der Schulturnhalle Völkersen investieren. Der Schornsteinfeger habe dort „schlechte Werte“ gemessen, sowohl der Kessel als auch die Pumpen und die weitere Regeltechnik müssten ausgetauscht werden, informierte Planer Krampitz. Die Beheizung der Halle soll künftig über separate Umluft-Heizgeräte erfolgen.

Auch die in die Jahre gekommene Lüftungsanlage weist nach seinen Worten erhebliche Mängel auf. Um heutigen hygienischen Anforderungen zu genügen, soll das neue Gerät außerhalb der Halle angebaut werden und auch den Sanitär- und Umkleidetrakt in energiesparender Weise mit frischer Luft versorgen.

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