In Langwedel ist Kunsthandwerkermarkt – und natürlich kommen die Leute / Wieder neue Aussteller mit im Rathaus

„Jedesmal stelle ich mir die Frage: Kommen die Besucher?“

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Jürgen Rickens (re.) aus Riede und Besucher des Kunsthandwerkermarktes im Fachgespräch.

Langwedel - Es war eine gelungene Veranstaltung. Wieder einmal zog der Langwedeler Kunsthandwerkermarkt, von Elke Raddatz vom Langwedeler Kulturverein in bewährter Manier auf die Beine gestellt, unzählige Besucher aus Nah und Fern an.

Etwa 40 Aussteller präsentierten im Rathaus Kunsthandwerk vom Feinsten. Herbstliches, Adventliches und Zeitloses – Filzwichtel, Adventskalender, Lederpuschen, Seidenkunst, Fensterbilder, Seife, Schmuck, Holzarbeiten, Fruchtaufstriche und vieles mehr.

„Wir laden jedesmal einige neue Aussteller ein, das schafft ein neues Bild“, sagte Raddatz. Die Organisatorin freut sich, dass „ihr“ Markt so gut angenommen wurde: „Es ist immer wieder aufregend. Jedesmal stelle ich mir die Frage: Kommen die Besucher?“

Ja, sie kamen in Scharen und bummelten gut gelaunt durch Bürgersaal und Flure. „Einige waren schon da, als die Aussteller noch Kisten und Kästen zu ihrem Stand schleppten“, hatte Sigrid Ernst vom Kulturverein beobachtet. Mal plauderten die Gäste mit Ausstellern, dann liefen ihnen Freunde und Bekannte über den Weg – auch für sie nahmen sie sich Zeit für ein Schwätzchen. Oben in der Caféteria – der Förderverein der Oberschule am Goldbach servierte selbst gebackene Torten, Kaffee und Tee – schnackte es sich nochmal so gut. Wenn man denn endlich einen Platz ergattert hatte.

Die heimelige Atmosphäre war es auch, die Jürgen Rickens dazu bewogen hatte, auf dem Kunsthandwerkermarkt auszustellen. „Sonst wäre ich nicht hier“, bekannte der Rieder – er hatte sich im vorigen Jahr als Besucher angesehen, wie es auf dem Markt so zugeht. Jetzt hatte er Vogelhäuser, Insektenhotels und Weihnachtskrippen im Gepäck. Alles selbst gebaut.

„Mein Arbeitsleben lang hatte ich mit Eisen, Stahl, Öl und Fett zu tun, und nun als Rentner wollte ich mit Naturmaterialien arbeiten“, erzählte der 66-Jährige. Seine Werke bestehen aus Holz, Reet und Stroh. Auf die Idee, Krippen herzustellen, hatten ihn Bekannte gebracht. „Bau uns doch mal eine Weihnachtskrippe“, hatten die ihn aufgefordert. Bei einer Krippe blieb es nicht – Rickens fand Spaß an der Sache.

Ebenfalls mit Naturmaterialien, jedoch überwiegend mit tropischen Hölzern, arbeitet Wolfgang Jansen. Er stellt Füllfederhalter, Tintenroller, Kugelschreiber und Bleistifte her – alle selbst entwickelt. „Die schöne Struktur macht das Holz lebendig“, meint er. Übrigens: „Die Hölzer werden legal gehandelt und die Flächen nachhaltig aufgeforstet“, sagte der 62-Jährige und beschäftigte sich weiter mit der Hülle an der Drechselmaschine.

Das Handwerk zog Interessierte an, und schnell entspannen sich Fachgespräche. Der Oldesloer erläuterte, wie er in gerade mal einer Stunde aus einem Stück Holz ein edles Schreibgerät anfertigt: „Erst bohre ich ein Loch in das Holz, in das ich die Messinghülse klebe. Anschließend bearbeite ich den Schreiber, versiegele und poliere ihn.“ Elektromeister war er und wurde vor einem Jahr in Ruhestand geschickt. „Jetzt habe ich viel freie Zeit“, sagte er. Seit mehr als 40 Jahren drechselt er.

Noch ein Wort zum Veranstalter des Kunsthandwerkermarkts, dem Langwedeler Kulturverein. Der bot unter anderem Stricklieseln an. „Die hat Herbert Kaufmann sen. aus altem Fachwerkholz des Häuslingshauses gefertigt“, sagte Sigrid Ernst und demonstrierte, wie mithilfe der Strickliesel eine dekorative Schnur entsteht.

Dr. Wolfgang Ernst hatte Broschüren dabei. „Arbeit und Brot für Langwedel“, das Heft zur Ausstellung über Reiners Tabakfabrik und die Druckerei Mack, und „Über die von der Hagen und ihre Burg“. Wer eine Broschüre haben möchte, meldet sich bei Wolfgang Ernst (Tel. 04232/ 1590.

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