Schiffe versenken op Platt 

Goldbachbühne probt Krimikomödie „De allerletzte Tango“

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Dass sich diese Herrschaften gegenseitig nicht unbedingt das Beste wünschen – gilt selbstverständlich nur für die Figuren im Stück. Die Stimmung im Ensemble der Goldbachbühne ist bestens.

Langwedel - „Is doch ganz licht...“, posaunt Marga Sommer (alias Silke Thies). Sie holt aus, dem Kampfschrei folgt ein Rammschlag, das Opfer windet sich... Ja, nee. Das sah und klang vielleicht wie Kung Fu, aber das war chinesische Heilkunst. Meint Marga. Aber das ist wirklich nur ein kleiner, wenn auch entzückender, Nebenaspekt in „De allerletzte Tango“. Mit dieser plattdeutschen Kriminalkomödie geht die Goldbachbühne des MTV Langwedel am 5. November in ihre Theatersaison.

Geprobt und später auch gespielt wird im Saal des Gasthauses Klenke. Am Bühnenbild fehlt eigentlich noch alles, Regisseur Arno Stomberg bespricht an diesem Probenabend mit Peter Oppermann, wie es mal werden soll. Nicht ohne dabei sein kritisches Auge hin und wieder auf die Bühne zu werfen.

Bei dem Treiben von Marga und Bodo Sommer (Richard Elling) dort oben keimt im Hinterkopf des Betrachters die Überlegung auf, ob asiatische Kampfkunst vielleicht doch mit fernöstlicher Heilkunde verwandt ist (siehe oben). Dann wird es romantisch: der Mond, die Sterne... hach. „Pass goot op di op, Dirkilein“, säuselt Frauke Grote (Meike Söhl) ihrem Dirk (Sebastian Schröder) hinterher.

Es klopft. Kräftig. „Polizei!!!“, bölkt Kommissar Brüggemann (Ulrich Blohme) hinter der Tür. Au, oh, huch. Jetzt soll das Quartett auf der Bühne eigentlich erschrocken gucken. Mit Blick auf die Gesichter der jeweiligen Mitspieler folgt dem gespielten Entsetzen aber unerlaubtes Gekicher. Das kann Regisseur Stomberg ja vielleicht noch verknusen. „So stehen wir da aber auch nicht...“ Und überhaupt, da muss noch mehr Bewegung rein.

Wortwitz, hinterlistige Typen und Turbulenzen

Wie sich das für eine Komödie gehört, hat das Stück nämlich neben jeder Menge Wortwitz und diesmal ausgemacht hinterlistigen Charakteren reichlich Turbulenz zu bieten.

Marga und Bodo suchen via Annonce ein weiteres Pärchen für einen gemeinsamen luxuriösen Jachttörn. Worauf sich Frauke und Dirk Grote melden. Bloß, Luxus ist auf dem alten Kahn nicht, der ist Schrott. Aber wenn der unverhofft untergehen würde, dann könnte man noch ein nettes Sümmchen von der Versicherung kassieren. Haben sich Marga und Bodo so gedacht.

Dumm für die beiden, und klasse für das Publikum, das Frauke und „Dirkilein“ man gar nicht das sind, für das sie sich ausgeben – und sie sind schon gar keine idealen Opfer. Bei so viel krimineller Energie auf allen Seiten bleibt offen, wer da wen am Ende aufs Kreuz legt.

Was denn wohl in dem Koffer da sei, will Kommissar Brüggemann wissen. „'Ne Bombe, was?“ Auweia, Bodo zuckt zusammen... „Hähähäää. Kleiner Scherz.“ Herr Kommissar haben so seinen ganz eigenen Humor. Aber tickt da wirklich nur ein Wecker mit nichts dran?

Brüggemann kommt zwar im Trenchcoat und mit Zigarillo daher und sieht ein bisschen aus wie Columbo, stiftet aber mehr Verwirrung als Aufklärung. Dafür tanzt er wie Marga gerne Tango. Was sich im Titel „De allerletzte Tango“ wiederfindet.

Premiere am 5. November

Gespielt wird am 5. November das erste Mal. Ab 9.30 Uhr gibt es Frühstück, hinterher Theater. Am 5. November gibt es wie am 9. November ab 19 Uhr auch eine ganz normale Abendvorstellung. Am 12. November geht es um 10.30 Uhr los, neben der Krimikomödie wird in Klenkes Gasthaus auch noch Kohl und Pinkel serviert. Am 16. und 18. November stehen ab 19 Uhr zwei weitere Abendvorstellungen auf dem Spielplan.

Schon mal im Kalender vermerken sollte man sich den Vorverkauf der Goldbachbühne: Karten gibt es am Sonntag, 15. Oktober, von 10.30 bis 12 Uhr im Vereinsheim des MTV Langwedel (Marienstraße 60). Einen Tag darauf, ab 16. Oktober, kann man die Tickets auch telefonisch bei Inge Wieters (Tel. 04232 / 1498) oder via Email an inge-wieters@gmx.de reservieren.

Freunde des dezenten Nervenkitzels verzichten auf Sicherheit durch Vorverkauf und Reservierung und vertrauen darauf, dass es noch Karten 45 Minuten vor der Vorstellung an der Abendkasse gibt. J jw

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