Häuslingshaus steht ein Vierteljahrtausend 

Zum 250. Geburtstag gibt es ein ganz besonderes Fest

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Als man in Langwedel vor zehn Jahren beschloss, das Häuslingshaus auf dem Sandberg erhalten zu wollen, konnte man nicht ahnen, wie viel Arbeit man in die Sanierung würden stecken müssen... Heute hat man hier den erhofften Ortsmittelpunkt.

Langwedel - „Ein bemerkenswertes Jubiläum wirft seine Schatten schon voraus“, findet man beim Langwedeler Kulturverein. Und weil das so ist, steckt ein Team rund um das Langwedeler Häuslingshaus schon mitten in den Vorbereitungen und arbeitet mit Hochdruck an entsprechenden Feierlichkeiten – zum 250-jährigen Bestehen des Langwedeler Häuslingshauses nämlich.

Das soll am 11. und 12. August gefeiert werden, aber das nicht nur allein.

Gleichzeitig gibt es noch ein klitzekleines Jubiläum, feiert der Langwedeler Kulturverein doch auch den Betrieb von „Fünf Jahren Kleinkunstdiele“. Aus Anlass dieses doppelten Jubiläums gibt der Verein eine Dokumentation heraus. „In dieser Schrift wird die Motivation, die bei den ersten Überlegungen vor zehn Jahren zum Erhalt des Gebäudes geführt haben, beschrieben“, teilt der Verein mit.

Die Rekonstruktion des Gebäudes, die Einweihung und die Veranstaltungen des ersten Jahres, die programmatisch für die Kulturarbeit des Vereins stehen, werden mit vielen Bildern in Erinnerung gerufen. Diese Schrift ist am 11. und 12. August dann für 12 Euro zu erwerben.

Ob nun Schafe, Lämmer oder Ziegenkinder – Schäfer Jörk Hehmsoth ist am 12. August am Häuslingshaus dabei.

Eröffnet werden die Feierlichkeiten mit einem Sektempfang zur Ausstellung „Wanderarbeiter“ am 11. August um 16 Uhr auf der Diele im Häuslingshaus, Auf dem Sandberg 11.

Hier werden Bilder, Dokumente und Objekte zum Thema gezeigt. „Unter anderem ist diese Schau auch eine gute Gelegenheit, an die Langwedeler, die aus ihren Heimatortschaften aufgebrochen sind, um mit ihrer Arbeit in der Ferne zum Lebensunterhalt beizutragen, zu erinnern“, heißt es in der Einladung.

Eine Skulptur vor dem Häuslingshaus erinnert an den den Aufbruch in die Fremde eines dieser Menschen. Die Skulptur wurde von Ragna Reusch-Klinkenberg im Jahr 2014 mit der Kettensäge geschaffen.

Konkrete Verbindungen der Wanderarbeit in unserer Region können nach Recherchen des Kulturvereins hergestellt werden:

„Aus Unterlagen des Verdener Archivs kann z. B. entnommen werden, dass um 1834 in Langwedel 73 Bürger, 47 Anbauern und 36 Häuslinge wohnten. Interessanterweise zeigen Langwedeler Höfeakte aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dass auffällig viele Häuslinge in Langwedel Anbauerstellen gründeten oder erwarben, so auch 1873 der Häusling Diederich Eggers, der das noch bestehende Langwedeler Häuslingshaus vom Anbauern Jacob Lührs kaufte.

Hatten diese Häuslinge das nötige Geld durch Wanderarbeit erworben? Jedenfalls einem alten Zeitungsbericht zufolge wären nach Aussage von Nachfahren der von der Decken (die einen Teil des früheren Langwedeler Edelhofes besaßen) die früheren Angestellten „der Hermann, der Johann und eine ganze Anzahl jüngerer Leute im Sommer nach Holland zum Mähen gegangen.

Man nennt diese Schnitter in Langwedel allgemein Hollandgänger. Sie bringen ein schönes Stück Geld mit in ihre Heimat.

Der Garten und das Häuslingshaus selbst sehen ganz anders aus, als noch vor ein paar Jahren. Hier kann man sich prima treffen, lässt es sich bestens feiern. 

Bis in die heutige Zeit ist ein Hauptgrund für die Wanderarbeit die wirtschaftliche Not im Heimatland. Neben Grasmähen begaben sich auch Handwerker beiderlei Geschlechts oder Seeleute notgedrungen auf Arbeits-Wanderschaft. Eine weitere Gruppe Wanderarbeiter waren saisonal wandernde Kaufleute, die sich mit ihren Waren ein Zubrot für ihre Familien erwarben.“

Die Ausstellung wird bis zum 9. September im Häuslingshaus zu sehen sein und endet somit am „Tag des offenen Denkmals“. Der Eintritt ist frei, die jeweiligen Öffnungszeiten werden hier bekannt gegeben.

Am 12. August wird dann von 11 bis 18 Uhr wird dann im Garten des Häuslingshauses das Jubiläum mit einigen Überraschungen kräftigt gefeiert. Auch hier ist der Eintritt frei.

Unter anderem können sich die Besucher auf den Schäfer Jörk Hehmsoth aus Nindorf mit einigen seiner Tiere ebenso freuen wie auf den Imker Heinrich Kersten aus Eißel, der mit einem Bienenvolk kommt.

Man wird traditionelles Handwerk wie drechseln, korbflechten, drucken und beispielhaft Leinenverarbeitung erleben. Oder man wird selbst noch aktiv und meldet sich noch zu einem Kurs „Raku-Brennen“ bei Corinna Möller an (Telefon 04232 / 1590, Familie Ernst).

Über die Mittagszeit werden am 12. August Schaf- und Geflügelwürstchen, sowie eine vegetarische Kürbissuppe angeboten. Ab 14 Uhr laden die Frauen des Vereins zu Kaffee und Kuchen ein. Dazu gibt es selbstverständlich dann auch die passenden Getränke.

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