108 Landwirtschaftprüflinge im Bezirk / Im Klenkes Gasthaus feierliche Urkundenübergabe

Erstaunlicher Boom des grünen Berufs

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Frischgebackene Junglandwirte, die nach erfolgreicher Prüfung die ersehnten Abschlussurkunden erhielten.

Langwedel - Ihre Abschlussurkunden nach erfolgreicher Prüfung bekamen jetzt auf einer kleinen Feierstunde in Klenkes Gasthaus junge Landwirte überreicht. Kreislandwirt Jörn Ehlers und der Sprecher des Prüfungsausschusses, Hermann Norden, händigten die ersehnten Dokumente aus.

Bernd Helms, Ausbildungsberater von der Bezirksstelle Bremervörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, hatte die jungen Leute begrüßt, deren Leistungen gelobt und die Hoffnung ausgesprochen, dass alle auch ihrem Beruf treu bleiben.

108 Prüflinge hat es im Bereich der Bezirksstelle Bremervörde gegeben. Hermann Norden hob das breite Wissensspektrum der jungen Landwirte im praktischen und theoretischen Teil – etwa auch in Wirtschafts-und Sozialkunde – hervor. Nur zwei Prüflinge aus dem Bereich der Berufsbildenden Schulen (BBS) Verden bestanden die Prüfung nicht. Ein Dank des Prüfungsausschusssprechers galt auch den Ausbildern und deren Familien.

Als stellvertretender Klassensprecher richtete Dirk Leseberg einige Worte an die Gäste, obwohl er nur zwei statt drei Jahre Schüler der BBS Verden war. Einige Schüler seien eher ruhig gewesen, andere das genaue Gegenteil, berichtete er. Bei den Lehrgängen sei aber kein Unterschied mehr festzustellen gewesen.

Er erinnerte auch an ein Seminar, bei dem der Hausmeister erst überredet werden musste, zwei Kursteilnehmer nicht nach Hause zu schicken, die den Bogen des nächtlichen Feierns überspannt hatten.

Leseberg dankte dem inzwischen pensionierten Lehrer Hans-Joachim Krause, bei dem es eine zünftige Abschlussgrillparty gab und lobte die Lehrer, die bei unterschiedlichen Pflanzen die „dazugehörigen“ Schädlinge genau erklärten.

Als Lehrer meldete sich Harald Holthusen-Hartlich zu Wort, der besonders zwei Schüler hervorhob. So habe Dirk Leseberg den schulischen Teil der Prüfung mit 2,1 und Jannis Hogrefe mit 2,3 bestanden.

Vor fünf Jahren viel

weniger Auszubildende

Kreislandwirt Jörn Ehlers ging auf die Frage ,,Warum habt ihr euch für den Beruf des Landwirts entschieden?“ ein. „Ich bin jung und brauchte das Geld“ könne nicht der Grund gewesen sein, denn dazu verdiene ein Landwirt im Durchschnitt zu wenig.

Gesellschaftliche Anerkennung sei wohl auch nicht der Antrieb, denn Landwirtschaft würde in den Medien vielfach mit „Turbokuh, Nitraten im Grundwasser, Glyphosat in der Muttermilch und Ringelschwanz am Ferkel“ in Verbindung gebracht, ohne meist die Landwirte selber dazu zu befragen.

,,Warum also tut ihr euch das an ?“ fragte Ehlers. Ihn persönlich erstaune die gute Entwicklung des Landwirtberufs einerseits und die gleichzeitig kontroverse Diskussion über diesen Beruf in der Gesellschaft.

Viele andere Berufsgruppen klagten über fehlenden Nachwuchs. In den „grünen“ Berufen aber gab es 2014 in Niedersachsen rund 6 000 Ausbildungsverhältnisse, davon 2 000 zum Landwirt. Vor fünf Jahren waren es 400 weniger .

Vom Verein ehemaliger Landwirtschaftsschüler im Landkreis Verden, der 400 Mitglieder zählt, gratulierte Geschäftsführer Christian Marquardt, der auch die Außenstelle Verden der Landwirtschaftskammer Niedersachen vertrat. Er lud die jungen Landwirte zu einem Besuch der Firma Claas ein.

hu

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