Kulturtage: Werke von Norbert Sauer bis 20. März im Häuslingshaus

Einfach den Bildern zuhören

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Silke Sauer, Marcus Eisermann und Dr. Wolfgang Ernst eröffneten die Ausstellung mit Werken von Norbert Sauer im Langwedeler Häuslingshaus. Die Bilder sind noch bis Sonntag einschließlich zu sehen.

Langwedel - Am Freitagabend wurde die Schau mit Werken Norbert Sauers (geboren 1956 in Iserlohn, gestorben 2010 in Verden) im Langwedeler Häuslingshaus mit viel Beifall, faszinierenden Gemälden und dazu passender Musik eröffnet - im Rahmen der Langwedeler Kulturtage, die der Flecken Langwedel, der Langwedeler Kulturverein und der Verein für Kultur und Geschichte Daverden veranstalten.

Zur Vernissage kamen zahlreiche Gäste ins historische Gebäude. Silke Sauer gab einen Einblick in Schaffen und Werke ihres Mannes, sichtlich berührt: „Das ist die erste Vernissage mit den Werken meines Mannes, an der unser Sohn Julien und ich ohne ihn teilnehmen.“ Und zur Ausstellung: „Norbert sagte immer: ‚Meine Bilder sprechen. Natürlich kann ich viel erzählen, über meine Techniken, meine Art zu malen und zu sehen, über die Farben, das Licht und die Schatten oder auch über das Bildthema selbst - aber man kann auch einfach meinen Bildern zuhören.'“

Die Laudatio hielt Marcus Eisermann, Grafik-Designer und Kommunikationswirt aus Harpstedt: „Es ist der Augenblick, das manchmal scheinbar Belanglose, die Melancholie des Alltäglichen, das zu etwas Bedeutendem erhoben wird. Es sind die Geschichten hinter dem Offensichtlichen, die zu einer Beziehung zwischen dem Betrachter und den Bildern werden. Norbert Sauer schafft es, in seinen Werken den Betrachter einzufangen, ihn mitzunehmen in die Welt, die er geschaffen hat. Nicht aufdringlich, eher subtil, gelingt es Norbert Sauer, uns zu einem Teil seiner Botschaft, seiner Betrachtung des Augenblicks werden zu lassen - wir merken es kaum, sind aber schon mitten drin“, sagte Eisermann.

Die Werke Sauers zeigen seinen Willen zur Perfektion. Norbert Sauer hatte nie eine Kunstschule besucht - er war Autodidakt - ein unermüdlicher Arbeiter, ein Künstler, der seine Kreativität aus seinem eigenen Schaffensprozess schöpfte. „Mit den unterschiedlichen Maltechniken, die er sich selbst aneignete, forderte er sich wieder und wieder selbst heraus, ständig auf der Suche, seine Bildsprache so perfekt umzusetzen wie möglich und damit immer neue Ausdrucksmöglichkeiten zu finden“, sagte Eisermann.

Sauers Stil sei einzigartig. „Auf der einen Seite die fragende Emotionalität in den von ihm selbst gewählten Themen um Liebe, Beziehung, Freude, Schönheit, Schmerz und Trauer - auf der anderen Seite der Blick auf die kleinen Dinge, die unscheinbare Bedeutung, die im Verborgenen liegt. Die Inhalte seiner Arbeiten gehen über das Vordergründige hinaus und haben bisweilen eine satirische, entlarvende Bedeutung. In allem spiegelt sich auch der Betrachtende selbst wieder - der Blick auf das Bild ist somit immer auch ein Blick auf uns selbst“, meint Eisermann. Zwischendurch spielte Karin Christoph eigene Kompositionen auf der Geige - inspiriert von den Werken Norbert Sauers.

Die Ausstellung im Häuslingshaus (Auf dem Sandberg 11) ist bis Sonntag 20. März, täglich in der Zeit von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

is

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