Wie erzieht man seinen Nachwuchs richtig?

Kita Cluvenhagen holt sich Referenten ins Haus

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Kinderarzt Hansjörg Bachmann referierte im Kindergarten Cluvenhagen. 

„Sauber und trocken – wie und wann ?“ Ist ein Thema, das Eltern kleiner Kinder immer schon beschäftigt hat. Also hatte man sich in die Kindertagesstätte Cluvenhagen mit dem Bremer Kinderarzt Hansjörg Bachmann jemanden zwecks Referat eingeladen, der sich auskennt. Und siehe da: Kita-Leiterin Gudrun Waschwill begrüßte viele Eltern und Erzieherinnen.

Cluvenhagen - Bachmann startete in diesen Abend mit einer Frage in die Runde: „Wie sind sie selbst als Kind gewesen?“

Mit dem Aufblasen eines Luftballons demonstrierte der Kinderarzt, wie die Blase eines Menschen mit ihm wächst. Ihr Fassungsvermögen beträgt im ersten Lebensjahr 30 Milliliter, im zweiten 60 und im dritten 90. Pro Tag trinken Kleinkinder dabei einen bis eineinhalb Liter.

Aber wann werden Kinder trocken? Hansjörg Bachmann verwies auf zwei Studien von Remo Largo aus Zürich, der die 1950er und die 1980er Jahre untersucht hatte.

In den 50ern mussten Windeln noch aufwendig gewaschen werden, sodass den Kindern schnell beigebracht wurde, aufs Töpfchen zu gehen. Bei 13 Prozent der Kinder begann die sogenannte Sauberkeitserziehung schon mit drei Monaten, nach sechs Monaten waren es schon 32 Prozent, nach dem ersten Lebensjahr hatte man bei fast allen Kindern (96 Prozent) mit der Erziehung begonnen.

In den 1980er Jahren mit den Wegwerf-Windeln begann der Einstieg erst nach einem Jahr bei 15 Prozent, nach zwei Jahren bei 60 Prozent und nach drei Jahren dann bei 90 Prozent. Was Sinn macht. Die wirklich eigenständige Kontrolle über die Blase ist eh erst zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr möglich. Dabei zeigte Bachmann auch die Unterschiede zwischen Mädchen, die früher trocken waren, und Jungen auf.

Gerade in langen Nächten nässten Kinder mit Tiefschlaf noch lange ein, während Kinder mit unruhigem Schlaf früher den Weg zur Toilette fänden. Mit steigendem Alter wird die Blasenkapazität größer, die Wahrnehmung des Harndrangs wird bewusster. Doch sind die Kinder mit vielen für sie wichtigen Dingen beschäftigt, sodass der Gang zur Toilette schon mal vergessen wird. Dabei haben die Kinder das Aufschieben des Drangs bereits gelernt. Erst später erfolge über den Kopf gesteuert die willkürliche Entleerung.

Hansjörg Bachmann und stellte mehrere Reifungsschritte vor. Vorteile hätten Kinder mit älteren Geschwistern als Vorbild. Eltern sollten die Signale der Kinder aufnehmen, wie plötzliches Zappeln. Äußere Bedingungen, wie die richtige Kleidung seien zu bedenken. Und vor allem sollten die Eltern auf Kritik verzichten, ihren Nachwuchs nicht beschämen, sondern eher ermutigen.

Hansjörg Bachmann wies dazu auf die Autobiographie des Schriftstellers Thomas Bernhard hin, der als als Kleinkind zwei Jahre in einem NS-Erziehungsheim untergebracht war. Er musste dort den Zwang zur Sauberkeit, die Erziehung gemäß der Naziideologie mit traumatischen Erfahren erleben.

Auch heute noch hätten manche Kinder Angst vor der Toilette, stellten sich vor, dass dort Mäuse oder Ratten hochkommen. Überhaupt sei Geduld, Ermutigung und Lob gefragt. Angst – nämlich durch damit verbundene Schmerzen – vor der Toilette könnte auch zu harter Stuhl verursachen. Hier sei dann ein zeitiger Gang zum Kinderarzt angezeigt.

Bachmann wurde für seinen einstündigen Vortrag mit viel Beifall bedacht und stellte sich dann Einzelfragen.  hu

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