„Kommen auch Puppen?“

Kinderkultur im Langwedeler Rathaus mit ungeahntem Zuspruch

Gucken und danach auch anfassen erlaubt. Eva Spilker stellte nach dem Theater ihrem jungen Publikum die Figuren von Nahem vor.
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Gucken und danach auch anfassen erlaubt. Eva Spilker stellte nach dem Theater ihrem jungen Publikum die Figuren von Nahem vor.

Langwedel – Draußen war es regnerisch und ungemütlich. Da war die Einladung des Langwedeler Kulturvereins zu einem Kindertheater in den Bürgersaal des Rathauses genau das Richtige. „Ich bin erstaunt, wie viele Besucher bei dem Schietwetter heute gekommen sind“, freute sich die Vorsitzende Sigrid Ernst. Mit so vielen kleinen und großen Besuchern hatte sie nicht gerechnet, zumal für den Nachmittag natürlich die 2Gplus-Regel galt.

Wie auch immer, alle warteten gespannt auf Eva Spilker, die mit ihrem „Eine-Frau-Regenbogen-Theater“ zu Besuch war.

Gespielt wurde das Kindertheater „Der kleine Muck“. Aber zunächst erklärte Eva Spilker, dass der kleine Muck in Arabien lebt. „Das ist mit dem Flugzeug eine halbe Tagesreise und mit dem Fahrrad ein halbes Jahr.“ Die Frauen seien durch ihr Kopftuch geschützt, die Männer haben Turbane auf dem Kopf. Doch die Kleinen wollten mehr Action. „Kommen auch Puppen?“, platzte ein ganz junger Besucher dazwischen.

Aber sicher doch, hinein in die Geschichte. Der kleine Muck wurde aus seiner Werkstatt vertrieben – und bekam zum Abschied aber noch Zauberpantoffeln und einen magischen Stock. Also lief er los. Doch bald hatte er Hunger und bat eine Frau um etwas Essen. „Herbei, herbei, gekocht ist der Brei“, so die Frau. Doch dafür sollte er auf die beiden Katzen aufpassen. Muck stellte sich höflich den Katzen vor und hoffte, dass sie bald einschlafen würden. Dafür sang er den Miezen sogar noch „Schlaf, Kindlein, schlaf“ vor. Wer allerdings in Schlummer sank, war der Muck, der dafür aus der von den Katzen verwüsteten Wohnung gejagt wurde.

Klar waren da Lücken und schon ordentlich Platz zwischen den Besuchern im Bürgersaal des Langwedeler Rathauses, die in Familiengruppen und Grüppchen für sich saßen. Aber das Interesse an der Kinderkultur war richtig groß.

„Mit den Zauberpantoffeln könnte ich doch was verdienen“, dachte er sich und ging zum Palast des Sultans, um als der schnelle Postbote angestellt zu werden. Dank seiner Schnelligkeit und der geringen Größe lief er an der Wachmannschaft vorbei und kam zum Sultan. Der aber hatte ja schon einen schnellsten Läufer des Landes angestellt. Doch der kleine Muck überzeugte ihn, einen Wettlauf zu machen – und den gewann er mit seinen Pantoffeln natürlich, bekam ein Goldstück, wurde eingestellt und durfte am Tisch mit speisen. Muck lernte sogar die Prinzessin kennen, fand einen Schatz, wurde aber als vermeintlicher Dieb wieder verjagt.

Mithilfe der Kinder im Langwedeler Bürgersaal fand Muck aber eine Oase. Was mitten in einer heißen Wüste extrem günstig war. Die Kinder halfen ihm auch, mit den Feigen klar zu kommen – die einem Eselsohren machen. Oder auch wieder verschwinden lassen. Mit solchen besonderen Feigen kann man auch übrigens ganz hervorragend einen undankbaren Sultan und seine Sultanine beziehungsweise die Prinzessin foppen. Der kleine Muck (und die Kinder) wusste dann auch, wie man eine Prinzessin mit Eselsohren wieder glücklich macht. Indem sie ihre richtigen Ohren wieder bekommt, ist doch klar.

Dafür wollte die Prinzessin den kleinen Muck sofort heiraten und ihm alle Zimmer im Palast zeigen. „Das dauerte eine Woche“, erzählte Eva Spilker.

Am Ende durften die Kinder nach vorn kommen, und sich die Figuren einmal von ganz nah ansehen und sogar anfassen. Was für mehrere Mütter auch eine günstige und schöne Gelegenheit war, um ihre Sprösslinge mit den Figuren zu fotografieren.  whu

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