Spende von Fitnessstudio-Kunden aus Oyten

Kinderarche Langwedel fährt gemeinsam ins G.O.P.

Vor der Vorstellung im G.O.P. posierten die jungen Theaterbesucher für Erinnerungsfotos.
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Vor der Vorstellung im G.O.P. posierten die jungen Theaterbesucher für Erinnerungsfotos.

Langwedel  /  Bremen – Für die Grundschüler, die die Nachmittagsbetreuung der Kinderarche im Flecken Langwedel besuchen, war auch das zweite Jahr unter Corona-Bedingungen nicht leicht. Die Nachfrage nach dem Angebot der Kinderarche, die neben einer verlässlichen Betreuung auch Gruppen- und Einzelförderung anbietet, bleibt hoch. „Wir sind immer ausgebucht und haben eine lange Nachrückerliste“, sagt die Gründerin und Leiterin der Kinderarche Ute Nelle.

Zoobesuche und andere gemeinsame Projekte und Unternehmungen, die die private Einrichtung sonst für die Familien organisiert, waren aufgrund der weiterhin unvorhersehbaren Entwicklung der Pandemie nicht umsetzbar. „Umso schöner, dass uns jetzt zum Jahresende eine richtig tolle Aktion für die Kinder gelungen ist“, freut sich Nelle. Dank der jährlichen Spende von Kunden des Oytener Fitnessstudios „Enjoy“ besuchten 140 Kinder samt Erzieherinnen und Ehrenamtlichen gemeinsam das G.O.P.-Varieté in Bremen.

Kurz vor Weihnachten stand dort das Stück „Der kleine Prinz auf Station 7“ auf dem Programm. Damit hat die Kinderarche die Weihnachtsspende der Fitnessstudio-Kunden erstmals für eine gemeinsame Aktion verwendet.

In den Jahren zuvor hatten die Kinder individuelle Wunschzettel gebastelt, mit denen „Enjoy“-Clubmanager Norman Heller einen großen Weihnachtsbaum vor dem Fitnessstudio schmückte. Die Kunden konnten auswählen, welchen Wunsch sie erfüllen möchten. Nach Erhalt der Geschenke haben sich um die 140 Kinder mit Betreuern und Spendern zu einer Dankeschön-Aktion in der Scheune auf dem Hof Beckröge getroffen. Etwa 350 Menschen kamen bei dieser Gelegenheit oft in der Scheune zusammen – in Corona-Zeiten natürlich undenkbar.

Nachdem die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen der Kinderarche 2020 die gespendeten Geschenke persönlich zu den Familien gebracht hatten, sollte die Spendenaktion diesmal auch auf Wunsch der Kinder anders ablaufen. „Ich habe sie gefragt und da kam schnell der Wunsch: Wir wollen was zusammen machen, vielleicht ins Kino gehen“, erzählt Ute Nelle. Den Kindern war der Aspekt der Gemeinsamkeit laut Nelle offenbar sehr wichtig – denn in der Schule seien sie bereits häufig von ihren Klassenkameraden getrennt „und auch in der Arche hatten wir die Kinder in drei Gruppen aufgeteilt“, so Nelle. Wie kann man unter Corona-Bedingungen eine gemeinsame Aktion auf die Beine stellen? „Jetzt haste aber ne schöne Denkaufgabe“, umschreibt Nelle den anfänglichen Zwiespalt.

Ideal für diesen Zweck schien das G.O.P.-Varieté-Theater in Bremen, zumal ein Weihnachtsstück auf dem Spielplan stand. Auf Nachfrage stellte Nelle fest, dass die Vorstellungen tatsächlich stattfinden – mit Hygienekonzept. „Für uns kein Problem, die Erwachsenen sind alle geboostert“, so Nelle.

Nach Rücksprache mit Norman Heller bastelten die Arche-Mitarbeiter mit den Kindern eine Geldsammelbox und schrieben einen Brief mit ihrem Wunsch. Beides war schnell im „Enjoy“ aufgestellt und tat seine Wirkung. Durch Mundpropaganda gingen auch einige Spenden aus Langwedel ein.

Mit drei Bussen – um die in der Kinderarche gebildeten Kohorten beizubehalten – fuhren die Kinder am Vorführungstag zum G.O.P.. „Besonders aufregend: Die meisten Kinder, etwa 60, kommen direkt aus Langwedel. Die durften in einem Doppeldeckerbus fahren“, erzählt Nelle.

Inklusive Erwachsene betraten also 150 Langwedeler das Varieté-Theater. Weil es im G.O.P. keine Sitzreihen, sondern Gruppentische gibt, gab es laut Nelle auch vor Ort keine Gruppenmischung. Als kleine Zugabe waren auch noch ein Getränk und ein Muffin für jeden drin.

„Das war echt ‘ne große Nummer für uns“, schildert Nelle, bei der die Anspannung erst abfiel, als der Vorhang aufging und sie die Freude in den Gesichtern der Kinder sah: „Damit haben sie uns so viel zurückgegeben. Die Kinder hatten echt Spaß.“ Das entging den anderen etwa 50 Zuschauern im Theater nicht – „die haben sich mit uns gefreut“, wie Nelle auf Nachfrage erfuhr. Und auch die Schüler zeigten sich Nelle zufolge nach der Vorstellung euphorisch. „Von vielen kam die Frage: ‘Wann machen wir das noch mal?’“ Ute Nelles Resümee: „Es hätte kein schöneres Weihnachten geben können!“

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