Zu wenige Krippenplätze

Langwedel zahlt für Kinder in der Tagespflege

Die Krippe am Lindenweg in Daverden ist eine der Neubauten – die die Nachfrage doch nicht befriedigen können. Archiv-
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Die Krippe am Lindenweg in Daverden ist eine der Neubauten – die die Nachfrage doch nicht befriedigen können. Archiv-

Der Flecken Langwedel hat nicht genug Krippenplätze. Die einzige Alternative für Eltern, die keinen Krippenplatz bekommen haben, ist die Unterbringung ihrer Kinder in der Tagespflege. Hier will die Gemeinde in Zukunft einen Zuschuss zahlen.

Langwedel – Seit 2013 schon gibt es das Recht auf einen Krippenplatz für Kinder unter drei Jahren. Bundes- und Landespolitiker haben nicht geglaubt, dass alle Eltern dieses Recht in Anspruch nehmen würden, sondern nur ein gewisser Prozentsatz. Im Flecken Langwedel hat man vor Jahren angefangen, neue Krippen zu errichten, Krippengruppen an bestehenden Kitas anzubauen und war dabei anfangs zuversichtlich, sogar mehr Plätze als für die vorhergesagte Nachfrage vorhalten zu können.

Die Sache hat nur einen Haken: Die Nachfrage war sehr viel höher als prognostiziert. Die Folge: In den vergangenen drei Jahren hatte der Flecken Langwedel nicht genug Krippenplätze. Und das wird auch im Kindergartenjahr 2021/22 so sein, obwohl 2020 die Erweiterung des Kindergartens Völkersen fertig geworden ist. Ein geplanter Neubau in Etelsen (Giersberg) steht nicht vor 2022, eine weitere Krippe in Etelsen ist für das Kindergartenjahr 2023/24 geplant.

Jedes Jahr gebe es zehn bis zwölf Klagen auf einen Krippenplatz im Flecken Langwedel, erklärte Hauptamtsleiter Rolf Korb am Donnerstagabend vor dem Jugend-, Sozial- und Sportausschuss. In der Regel wurden Klagen aber dann noch abgewendet werden, weil die Gemeindeverwaltung den Eltern einen Tagespflegeplatz für ihre Kinder vermitteln konnte.

Allerdings fühlen sich die Eltern von Tagespflegekindern im Vergleich zu jenen, die einen Krippenplatz bekommen haben, benachteiligt. „Völlig zu Recht“, befand Rolf Korb.

Die Tagespflege ist eine Aufgabe des Landkreises. Eltern zahlen bei einer täglichen Betreuung von sechs Stunden monatlich 245,10 Euro. Bei höheren Einkommen verlangt der Landkreis noch einmal bis zu maximal 309,60 Euro dazu, macht in der Endsumme rund 550 Euro. Im Flecken Langwedel zahlen die Eltern je nach Einkommen für einen Krippenplatz inklusive Verpflegung zwischen 123 und 213 Euro.

„Ich werde Ihnen heute vorschlagen, dass wir eine Aufgabe des Landkreises Verden wenigstens teilweise übernehmen“, so Rolf Korb.

Um zumindest einigen Eltern die Betreuung ihres Nachwuchses bei Tagesmüttern oder -vätern zu ermöglichen – und den Kleinkindern, die schon in der Tagespflege sind, eine erneute Eingewöhnung beim Wechsel von einer „Tagespflegeperson“ in eine Krippe zu ersparen, solle der Flecken die Tagespflege so lange fördern, wie man selbst nicht genug Krippenplätze anbieten kann.

Der Zuschuss soll einen Euro pro Betreuungsstunde betragen, maximal 30 Stunden in der Woche will man fördern. „Das ist keine absolut gerechte Sache, das ist mir auch klar“, erklärte Hauptamtsleiter Korb. Den Zuschuss müssten die Eltern dann beim Flecken Langwedel mit den Belegen beantragen, die sie von der Tagespflege bekommen.

Die Samtgemeinde Thedinghausen habe bereits ähnliche Beschlüsse gefasst, so der Hinweis von Rolf Korb. Und durch diese Regelung könne der Flecken Langwedel schließlich und endlich auch Gerichtskosten sparen.

„Wir begrüßen das“, erklärte Holger Thöle für die WGL. „Für pragmatische Lösungen war ich schon immer zu haben.“ „Wir finden die Lösung im Interesse der Eltern gut“, so Alfons Adam (SPD). Einstimmig empfahl der Jugend- und Sozialausschuss, den Entwurf in die Tat umzusetzen, der die Förderung für jedes Kind unter drei Jahren vorsieht. Den Beschluss trifft der Verwaltungsausschuss am 22. April.

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