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Kein neuer Weg aus Berkels-Ost in Etelsen

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Von: Jens-Peter Wenck

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Die Straße Zum Berkelsmoor ist und bleibt eine Baustraße. Befahren ist nur für Baustellenfahrzeuge und landwirtschaftlichen Verkehr erlaubt – und das dürfte auf Jahre so bleiben.
Die Straße Zum Berkelsmoor ist und bleibt eine Baustraße. Befahren ist nur für Baustellenfahrzeuge und landwirtschaftlichen Verkehr erlaubt – und das dürfte auf Jahre so bleiben. © Wenck

Etelsen – Auf herzlich wenig Gegenliebe stieß Gerd Lüken von der Gesellschaft für wirtschaftliches Bauen (GWB) im Ortsrat Etelsen. Die GWB ist Vermarkter und Bauträger für Berkels-Ost, das größte Neubaugebiet das der Flecken aktuell und auf mittlere Sicht zu bieten hat. Über die Jahre werden hier an die 90 Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen. Im Vorfeld war lange und gerade über die Verkehrsführung ins und aus dem Neubaugebiet heraus diskutiert worden, bevor die Etelser Lokalpolitik ihr Einverständnis gab.

Und genau diese Verkehrsführung wollte die GWB nun verändert haben, wenn auch nur „temporär“, für maximal vier Jahre. Den entsprechenden Antrag stellte der GWB-Geschäftsführer Gerd Lüken noch einmal persönlich vor.

Seit April läuft die Erschließung des Baugebietes, die ersten Häuser sind fertig, den ersten Bauabschnitt in dem Gebiet möchte die GWB im nächsten Jahr beendet haben. „Ziemlich unterschätzt“, so Lüken, habe man die Oberflächenentwässerung. So sei Regenwasser aus dem Baugebiet in den Berkelsmoorgraben unkontrolliert abgeflossen und dann sei es einige Male zu Überschwemmungen gekommen.

Das möchte man in nächster Zukunft genauso besser in den Griff bekommen wie eine Trennung von Baustellenverkehr und dem Verkehr der neuen Anwohner, indem der Straßenendausbau in Teilen vorgezogen wird, erklärte Lüken für die GWB. Den privaten Verkehr möchte die Gesellschaft gern ab 2023 für einige Jahre über die Mühlenstraße ableiten, die Straße Zum Berkelsmoor soll weiter ausschließlich für den Baustellenverkehr offen sein. „Ich glaube, dass sich für die Anwohner nichts Wesentliches ändert“, sagte Lüken. „Und für die neuen Bewohner wäre es von großem Vorteil“, wenn sie nicht über Baustraßen zu ihren neuen Häusern müssten.

„Wir haben die Erschließung im Ortsrat rauf und runter diskutiert“, erklärte Lars-Henrik Haase (SPD). „Und uns allen war klar, dass es keine ideale Verkehrsführung gibt.“ Allerdings habe sich der Ortsrat für eine dauerhafte Sperrung der Mühlenstraße entschieden – um die Anwohner vor zusätzlichem Verkehr und vor allem auch die Kindertagesstätte Berkels vor weiterem und gefährlichen Autoverkehr zu schützen.

Weder der Antrag des Bauträgers noch die Beratungsvorlage erfüllten die Voraussetzungen, um das Thema neu zu diskutieren. Schließlich hätte der Ortsrat auch viele neue Mitglieder, die die Diskussion um die Verkehrsführung in Berkels-Ost gar nicht mitgemacht haben und die jetzt durch den Antragsteller nicht auf den entsprechenden Stand gebracht worden seien. Jetzt mit diesen Unterlagen einen Antrag vorzubringen empfinde er als respektlos gegenüber den Entscheidungsträgern in den politischen Gremien. Rolf Meyer (CDU) hatte so seine Bedenken, die Mühlenstraße zu öffnen, ohne nicht wenigstens eine feste Frist zu setzen. „Ich finde das nicht glücklich.“ Jochen Davids erklärte: „Ich finde die Trennung von privatem Verkehr und Baustellenverkehr grundsätzlich sinnvoll.“ Ortsbürgermeister Dieter Haase gab zu bedenken, dass mit dem ersten Bauabschnitt über 40 Wohneinheiten fertiggestellt werden – der Verkehr also sehr wohl zunehmen würde.

Im Ortsrat lehnte eine Mehrheit aus SPD und WGL den Antrag ab, die CDU-Vertreter enthielten sich.

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