„Flucht, Vertreibung und Eingliederung“ - Ausstellung zum Jahrestag im Küsterhaus

Kaum vorstellbare Strapazen

Die in Verden konzipierte Ausstellung ist bald auch in Daverden zu sehen. Foto: Niemann

Daverden - Am kommenden Sonntag, 3. März, wird um 15 Uhr im Küsterhaus Daverden die vom Dokumentationszentrum (DOZ) Verden konzipierte Ausstellung zum Thema „Flucht, Vertreibung und Eingliederung“ eröffnet.

„Wir haben den 3. März für die Ausstellungseröffnung gewählt, weil genau an diesem Tag vor 74 Jahren der erste Flüchtlingstreck nach kaum vorstellbaren Strapazen Daverden erreichte. Und wir wollten nicht länger warten, weil wir auch noch Zeitzeugen zu Wort kommen lassen wollen, sowohl ehemalige Flüchtlinge, als auch damalige Dorfbewohner. Die Einwohnerzahl Daverdens stieg im Laufe der Nachkriegsjahre um 50 Prozent. Es geht um all die Flüchtlinge, die ihre Heimat verlassen mussten, egal wann sie sich auf dem Weg machen mussten und wann und wo sie ankamen“, so Theda Henken, Vorsitzende des Vereins für Kultur und Geschichte Daverden.

Ulrich Hennies wird zur Ausstellungseröffnung eine kurze Einleitung geben. Er hat zusammen mit Kathrein Goldbach, Harm Schmidt, Hans-Jürgen Lange und Hans Werner Posdziech in den vergangenen drei Jahren viel Material aus dem Landkreis Verden zum Thema zusammengetragen, Recherchen erhoben und Zeitzeugen befragt. Die heute noch aktuelle Fluchtbewegung habe damals den Anstoß dazu gegeben, sich näher mit dem Schicksal der geflüchteten Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg zu beschäftigen, so die Macher. Das Gedenken und Erinnern an die Opfer von Flucht und Vertreibung sei Ziel der Ausstellung.

Zwölf verschiedene Stellwände geben Auskunft über die damaligen Fluchtwege, die Versorgungslage, die Ankunft in der neuen Heimat und über die Probleme bei der Eingliederung. Es werden persönliche Schicksale aus dem Landkreis Verden vorgestellt und es wird auch auf thematische Parallelen zur heutigen Zeit hingewiesen. Darüber hinaus gibt es eine Multimedia-Station mit persönlichen Interviews von Betroffenen, die Peter Vasen aus Dörverden ermöglichte.

Am 3. März sollen in Daverden ebenfalls Zeitzeugen zu Wort kommen, die nicht nur am 3. März 1945 ankamen.

Hans-Hermann Meyer wird anwesend sein, er hat den ausführlichen Beitrag in der Dorfchronik über Flüchtlinge und Vertriebene in Daverden verfasst. Harald Gerken hat eine Präsentation über die aus Ostpreußen kommenden Flüchtlinge vorbereitet. Dazu wird er ein Interview mit Horst Krüger zeigen, der seinerzeit mit einem Holzgastraktor und zwei Anhängern Daverden erreichte. Jene Familien fanden in Langwedel ihr Quartier. Wichtig ist dem Verein für Kultur und Geschichte Daverden, dass genügend Raum zum gegenseitigen Austausch vorhanden ist, so Theda Henken. Bei Kaffee und Butterkuchen will man zusammenkommen und das Vergangene wieder in Erinnerung rufen.

Die Ausstellung wird über drei Wochen im Daverdener Küsterhaus zu sehen sein und ist vom 3. bis zum 24. März jeweils samstags, sonntags und mittwochs von 15 bis 18 Uhr geöffnet. An allen diesen Tagen werden Gesprächspartner vor Ort sein. Der Daverdener Verein wünscht sich einen regen Gedankenaustausch, nicht nur im Rahmen der Ausstellung, sondern auch noch danach. Wer als Zeitzeuge oder dessen Nachfahre Ansprechpartner sucht, der meldet sich bei Klaus Fricke (Telefon 04232 / 564) und Harald Gerken (04202 / 3996).

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